Joko Widodo erneut zum Präsidenten Indonesiens gewählt

Epoch Times21. Mai 2019 Aktualisiert: 21. Mai 2019 15:20
Sieger der Präsidentschaftswahl in Indonesien ist Amtsinhaber Joko Widodo ab. Nach den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen der Wahlkommission entfielen auf Widodo 55,5 Prozent der Stimmen.

Indonesiens Präsident Joko Widodo ist erneut ins höchste Amt des Staates gewählt worden. Fünf Wochen nach der Präsidentschaftswahl bestätigte die Wahlkommission Widodos Wahlsieg am Dienstag offiziell. Demnach entfielen auf den 57-Jährigen 55,5 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Prabowo Subianto kam auf 44,4 Prozent. Das Ergebnis wurde aus Furcht vor Protesten und Unruhen ohne vorherige Ankündigung bekannt gegeben.

Nach der Bekanntgabe erklärte auch Widodo sich zum Wahlsieger. Er und sein Vizepräsident, der konservative Geistliche Ma’ruf Amin, „werden die Führer und Beschützer aller Indonesier sein“, sagte er vor Journalisten.

Widodos Herausforderer, der Ex-General Prabowo Subianto, zweifelte das Wahlergebnis an, rief seine Anhänger aber zur Ruhe auf. Er werde „juristische Wege“ einschlagen. Medienberichten zufolge will Subianto vor dem Verfassungsgericht Beschwerde gegen das Wahlergebnis einlegen.

Tausende Soldaten wurden nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse in der Hauptstadt Jakarta eingesetzt. Schwer bewaffnete Truppen bewachten das mit Stacheldraht gesicherte Büro der Wahlkommission. Subianto hatte vor möglichen Massenprotesten gewarnt. Er wirft der Wahlkommission vor, Wahlfälschung zugelassen zu haben. Beobachter und Vertreter der Wahlbehörden wiesen dies zurück.

Am Dienstag zeichneten sich zunächst keine größeren Proteste ab. Die Spannungen hatten sich zuletzt verschärft, nachdem die Polizei vergangene Woche die Festnahme Dutzender Terrorverdächtiger bekanntgab. Sie sollen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nahestehen und geplant haben, bei Protesten nach der Wahl durch Bomben Chaos zu verursachen.

Der seit 2014 amtierende Widodo will mit dringend benötigten neuen Straßen und Flughäfen die größte Wirtschaftsmacht Südasiens voranbringen. Allerdings steht der Präsident wegen seiner Menschenrechtspolitik in der Kritik. Unter seiner Führung nahm die Zahl der Übergriffe auf religiöse und andere Minderheiten zu, islamische Hardliner dominierten zunehmend die öffentliche Meinung. Die Wahl seines Vizepräsidentschaftskandidaten Amin stand zudem im Kontrast zu Indonesiens bisheriger Rolle als Vertreter eines moderaten Islams.

Indonesien besteht aus rund 17.000 Inseln und ist mit mehr als 190 Millionen Wählern die drittgrößte Demokratie der Welt. (afp)

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