Zu eurozentrisch: Weiße Philosophen sollen aus Lehrplan verbannt werden

Von 11. Januar 2017 Aktualisiert: 11. Januar 2017 11:27
Das Aus für Platon und Sokrates. Studenten einer Universität in England, deren Schwerpunkt auf Asien, Afrika und dem mittleren Osten liegt, wollen "weiße Philosophen" aus ihrem Lehrplan verbannen. Ihre Lehren seien zu eurozentrisch.

In England wollen Studenten die „weißen Philosophen“ vom Lehrplan verbannen. Es handelt sich hierbei um die Londoner School of Oriental und African Studies (SOAS). Wie Independent.uk berichtet, soll damit der Fokus der Universität auf Asien und Afrika stärker betont werden.

In den „Pädagogischen Prioritäten“ der Studentenvereinigung für 2017 hoben die Studenten Möglichkeiten hervor,“ das strukturelle und erkenntnistheoretische Erbe des Kolonialismus“ innerhalb der Universität hervorzuheben. Dabei müsse sichergestellt werden, dass die in den Kursen behandelten Philosophen aus dem globalen Süden kämen.

Sollten doch weiße Philosophen besprochen werden, müsse dies von einem „kritischen Standpunkt“ aus geschehen. Viele Werke seien in einem kolonialen Kontext geschrieben, dieser solle dabei erkennbar gemacht werden.

Dr. Deborah Gabriel, Gründerin der Black British Academics, sagte, dass die Studenten eindeutig bemüht darum seien, eine kulturell vielfältigere Diskussion einzugehen, die den Fokus der Universität reflektiere und die Verbindung zur Kolonisation durch die Institution vermittle.

„Ein kulturell demokratisches Curriculum ist etwas, das alle Lehrenden, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, lehren sollten, angesichts globaler und nationaler Prioritäten im 21. Jahrhundert“, so Gabriel. Die Lehre basiere oft auf sehr engen Kriterien und sei tendenziell eurozentrisch.

SOAS ist das größte europäische Zentrum für asiatische und afrikanische Studien sowie dem mittleren Osten. Das eigenständige College gehört zu den 15 besten Hochschulen in Großbritannien und gehört zur University of London.

Doch scheint dies kein Einzelbeispiel zu sein, wenn es darum geht, dass Studenten sich von der kolonialen Vergangenheit ihres Landes distanzieren wollen. Bereits im vergangenen Jahr weigerte sich die Oxford Univerity trotz einer hochkarätigen Studenten-geführten Kampagne, eine Statue von Cecil Rhodes – wegen seiner Verbindung zur kolonialen Vergangenheit Großbritanniens – zu entfernen.

Das Jesus-College der Cambridge University entfernte einen Bronzehahn, der während einer britischen Kolonialexpedition nach Nigeria im 19. Jahrhundert geplündert wurde, nachdem die Studenten darum gebeten hatten.

 

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