Zur Abschreckung von Flüchtlingen: Umstrittener Grenzzaun zwischen Norwegen und Russland errichtet

Von 11. Oktober 2016 Aktualisiert: 11. Oktober 2016 10:54
Der Zaun zwischen Norwegen und Russland ist fertig. Die Grenzanlage ist aber umstritten. Während sich die Menschen in Oslo über den Zaun freuen, zeigen sich die Anwohner im Grenzgebiet skeptisch. Auch Flüchtlingshelfer sind nicht vom Zaun überzeugt.

In Norwegen wurde ein Grenzzaun zu Russland errichtet. Die Funktion des Zauns ist aber umstritten. Während man sich in der norwegischen Hauptstadt Oslo zufrieden über den Zaun zeige, wundere man sich im hohen Norden über die Barrikade, die den Alltag der Anwohner erschwere, berichtet „RT“. Demnach ist der Zaun 200 Meter lang und 3,5 Meter hoch.

Im November 2015 gab die norwegische Regierung bekannt den Zaun zu errichten. Der Zweck: Flüchtlinge abschrecken. Zudem wurden auch die Asylregeln im Land verschärft. Durch diese Maßnahmen kam bereits im Dezember kein einziger Flüchtling mehr über die Arktisroute nach Norwegen. Stattdessen versuchten die Menschen über die finnisch-russische Grenze zu gelangen.

An den Plänen für den Zaun hielt die norwegische Regierung dennoch fest. Mit dem Zaun könne Norwegen besser seiner Pflicht nachkommen, die Schengen-Außengrenze zu überwachen, hieß es seitens der Regierung. Für Russland ist die Grenze zu Norwegen auch eine Grenze zur Nato und militärisches Gebiet.

Der Zaun – „das falsche Signal“

Viele Bürger in dem Grenzgebiet zeigen sich aber skeptisch über den Nutzen des Zauns. Denn die Anwohner auf beiden Seiten der Grenze betreiben seit jeher miteinander Handel. Auch die Beschilderungen in der Region sind auf Russisch und Norwegisch.

„Es ist so, als würde jemand in ihrem Garten einen zwei Meter hohen Zaun aufstellen. Sie würden sich wundern, warum ihr Nachbar dies tut,“ sagt ein Taxifahrer aus der Region dem russischen Sender.

Auch Flüchtlingshelfer kritisieren die Errichtung des Grenzzaun: „Wir denken, es ist hoffnungslos. Der Zaun hat lediglich Signalkraft. Aber wir sind der Überzeugung, dass es das falsche Signal ist,“ sagt Ann-Margrit Austena von der norwegischen Vereinigung für Asylsuchende zu „RT“.

2015 kamen rund 5.000 Asylsuchende im tiefsten Winter mit Fahrrädern über den russischen Grenzbereich illegal nach Skandinavien. Die Gesetze der norwegischen und russischen Seite erlauben es nicht, die Grenze zu Fuß, oder ohne Papiere auf Fahrrädern zu überqueren.

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