Zwangsmobilmachung: Ausreiseverbot für Wehrpflichtige – „Ukraine drohen Aufstände und der Zerfall“

Epoch Times1. Februar 2015 Aktualisiert: 1. Februar 2015 17:33

Der Kiewer Wirtschafts- und Politikexperte Oleg Soskin warnt vor dem Zerfall der Ukraine. Die Zwangsmobilmachung in der Ukraine und das Ausreiseverbot für Wehrpflichtige könnte zu Aufständen landesweit führen, sagt Soskin, berichtet das russische Medium Sputnik.

Die Ukraine hat Mitte Januar mit der Teilmobilmachung von bis zu 50.000 Mann begonnen, die gegen die Separatisten im Osten des Landes kämpfen sollen. Soldaten, die bereits länger im Einsatz sind, sollen durch Reservisten abgelöst werden, wie das ukrainische Verteidigungsministerium mitteilte. Im April und Juni sollen in zwei weiteren Schritten bis zu 50.000 Soldaten eingezogen werden.

Die Separatisten kritisierten den Schritt scharf und sprachen von "Kriegsvorbereitungen". Auch aus Moskau kam Kritik: Die Ukraine untergrabe mit ihrer Militäroffensive das Zustandekommen eines angestrebten Vierer-Gipfels zur Beilegung des Konfliktes, hieß es in einer Stellungnahme des russischen Präsidialamtes.

Aber auch in der Bevölkerung macht sich der Unmut breit. Viele Wehrpflichtige wollen nicht in den Krieg ziehen und versuchen zu fliehen. Die ukrainische Regierung will nun vermeiden, dass die Männer im wehrpflichtigen Alter aus dem Land fliehen und somit ordnete der Verteidigungsminister Stepan Poltorak kurzerhand an, dass die Reservisten nur noch mit schriftlicher Zustimmung des Wehrkommandos ins Ausland reisen dürften.

Männer flüchten nach Russland 

"Diese totale Zwangsmobilisierung wird nur eines zur Folge haben: Die Gebiete werden sich abspalten. Die Menschen werden rebellieren", sagte Soskin im Interview mit der Zeitung Politnavigator. "Keine Eltern werden ihre Kinder mehr weggeben." Der Experte bezeichnete die ukrainische Militärführung als "inkompetente und korrupt".

Dabei verwies er auf die schweren Verluste der ukrainischen Armee im Kessel von Ilowajsk Ende Sommer und das keiner der Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen worden. Soskin kritisierte den Umstand, dass zur Zeit bei Donezk im Osten der Ukraine täglich immer weitere Menschen sterben müssen. "Wofür sterben sie? Für die Clans und Oligarchenbanden?," fragt der Experte.

Oleg Soskin ist ein ukrainischer Wirtschaftswissenschaftler, Politologe, sozialer und politischer Aktivist, und Direktor der Nichtregierungsstiftung Institut für Transformation der Gesellschaft in Kiew. Der 60-jährige ist ein Russland-Kritiker und spricht sich für einen Eintritt der Ukraine in die Nato aus. (so) 

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