Zweite Migranten-Welle aus Afrika rollt an: Verwandte machen Werbung für Europa

Zwischen 2010 und 2017 beantragten fast eine Million Menschen aus der Subsahara-Region Afrikas Asyl in Europa. Diese Menschen machen in ihren Heimatländern Werbung, sodass immer mehr Menschen nach Europa kommen werden.

Seit 2010 wächst der Migrantenstrom aus Afrika nach Europa – vor allem aus den Ländern südlich der Sahara. Laut dem „Pew Research Center“ (PEW) waren es zwischen 2010 und 2017 fast eine Million Menschen aus dieser Region, die in Europa Asyl beantragten.

Viele von ihnen kamen als internationale Studenten oder als neu angesiedelte Flüchtlinge oder im Rahmen des Familiennachzugs, heißt es in einer neuen PEW-Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Viele Menschen aus der Subsahara-Region Afrikas würden gerne auswandern

Es sei schwer zu sagen, ob dieser Trend im gleichen Ausmaß anhalten werde, schreibt der Autor der Studie, Phillip Connor. Doch eins sei klar: Viele Menschen aus subsaharischen Staaten würden gerne auswandern, wenn sie die Chance dazu bekämen. Dies fand das PEW in einer Umfrage heraus, die es in fünf der zehn subsaharischen Ländern veranstaltete, aus denen die meisten der Migranten in Europa stammen. Zusätzlich wurden in Tansania Menschen befragt.

Mehr als ein Drittel der Befragten gaben sogar an, dass sie bereits planen in den nächsten fünf Jahren auszuwandern. Dazu gehören Menschen aus dem Senegal, Ghana und Nigeria. Bevorzugt werden dabei die USA oder Europa.

Insgesamt leben rund 390.000 Menschen aus Nigeria in Europa, 310.000 stammen aus Südafrika, 300.000 Personen aus Somalia, 270.000 Menschen aus dem Senegal, 250.000 aus Ghana, 220.000 aus Angola und 180.000 aus Kenia. Jeweils 150.000 Personen kamen aus der Demokratischen Republik Kongo und dem Kamerun und 140.000 von der Elfenbeinküste.

Diese zehn Staaten stellen die größten Migrationsgruppen aus der Subsahara-Region Afrikas in Europa dar. Es gibt aber auch viele Migranten aus Eritrea, Somalia und anderen Staaten.

Im Jahr 2017 verteilten sich 72 Prozent der Migranten aus dieser Region in Europa auf überwiegend vier Staaten: Großbritannien (1,27 Millionen), Frankreich (980.000), Italien (370.000) und Portugal (360.000).

Werbung von Freunden und Verwandten

Doch warum verlassen die Schwarzafrikaner ihre Heimat? Der wichtigste Faktor sind Freunde und Verwandte in Europa, die die Menschen zum Auswandern motivieren und auch finanziell unterstützen, so das PEW.

Staaten, in denen bereits viele Migranten aus subsaharischen Ländern leben, werden in Zukunft mit einer zweiten Migranten-Welle rechnen müssen.

Arbeitslosigkeit und Bevölkerungswachstum

Ein anderer wichtiger Faktor sind die grassierende Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne, heißt es in der Studie. Für dieses Problem gebe es keine schnelle Lösung.

Außerdem wächst die Bevölkerung in subsaharischen Ländern sehr schnell. Aktuellen Schätzungen zufolge wird sich die Bevölkerung in Afrika bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen mehr als verdoppelt haben.

Zehn bis zwölf Millionen junge Afrikaner drängen jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt. Es gibt aber höchstens 3,5 Millionen neue Jobs – und diese Diskrepanz wird sich Jahr um Jahr vergrößern.

Viele sehen in der Migration ihre Chance, diesem Problem zu entkommen.

Mehr als 140 Millionen „Klimaflüchtlinge“ bis 2050

Neben der Arbeitslosigkeit und dem Bevölkerungswachstum sei auch der Klimawandel ein Grund, warum viele Menschen in naher Zukunft ihre Heimat verlassen werden.

Allein in der Subsahara-Region Afrikas könnten es 86 Millionen Menschen sein, die vor den Auswirkungen der klimatischen Veränderungen flüchteten, warnte die Weltbank in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung.

In ihrem Bericht verweist die Weltbank auf Auswirkungen des Klimawandels wie den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, die Wasserknappheit und den Anstieg des Meeresspiegels. „Mit jedem Tag wird der Klimawandel zu einer größeren wirtschaftlichen, sozialen und existenziellen Bedrohung“, warnte Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva.

Der Klimawandel sei bereits unaufhaltsam zu einem „Motor für Migration“ geworden, erklärte sie. Betroffen seien Individuen, Familien, aber auch ganze Gemeinschaften, die nach lebenswerteren Orten suchten.

(as)

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