Fluchtpunkt Katharinenkloster: Faszination der Wüste Sinai

Von 16. Oktober 2009 Aktualisiert: 16. Oktober 2009 1:05
Orte, an denen die Seele baumelt

Stets  treibt die Wüste ihr Spiel mit denen, die sich in sie hinein wagen – durch gewellte Sanddünen, die der heiße Wüstenwind vor sich hertreibt oder durch bröckelnde Schotterflächen, die den Fahrzeugrädern kaum Halt zu bieten vermögen. Schräge Staubfahnen am Horizont zeigen an, dass auch Andere in den Sog des Mosesberges hineingeraten sind, an dessen Fuß das berühmte Katharinenkloster den Jahrhunderten trotzt.

Wie eine Arche erhebt es sich aus einem Meer von Sand und Geröll und gleicht mit seinen kräftigen Außenmauern eher einer Burg als einem Kloster. Doch bleibt es den Beweis für seine wahre Bestimmung nicht schuldig. Denn die Klosterkirche im Inneren der Anlage erstrahlt in griechisch-orthodoxer Pracht, die in dieser kargen Einöde stets wirken musste wie der Vorhof des Himmels. Wichtiger jedoch als diese prachtvollen Verzierungen ist das grüne Blattwerk an der Außenmauer der Kirche, jener Ableger des legendären Dornenbusches, der seit Moses Zeiten sogar die Jahrtausende überdauert hat.

(Bernd Kregel)(Bernd Kregel)

Welch ein Vergnügen, die von der Sonne aufgeheizte Felsformation an der Eingangsseite des Klosters hinaufzusteigen, um von diesem erhöhten Standpunkt aus in das Innere des Klosters hineinzuschauen, das seit Kaiser Justinians Zeiten älteste intakte Kloster der Welt. Von den einst vierhundert Mönchen sind nur zwanzig übrig geblieben, die in ihrer alten Bibliothek wahre Kostbarkeiten der frühchristlichen Literatur aufbewahren.

Auf der Rückseite des Klosters stellen Beduinen in wallenden Gewändern ihre Kamele bereit für den beschwerlichen Aufstieg auf den heiligen Berg Sinai. Doch die Mühen werden belohnt durch einen unbeschreiblichen Panoramablick über die kargen, karstigen Felsmassive ringsum. Wo sonst wenn nicht hier hätte Gott einst dem Moses seine Gebote offenbaren sollen? Ein Gedanke, bei dem mich ein leichter frommer Schauder durchzuckt.

 

Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben – Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.

In der Reihe Lieblingsplätze – Orte, an denen die Seele baumelt – stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.

01.   Piazza San Marco, Venedig / Italien

02.   Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien

03.   Montmartre, Paris / Frankreich

04.   Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen

05.   Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg

06.   Suomenlinna, Helsinki / Finnland

07.   Askona, Lago Maggiore / Italien

08.   Oriental, Bangkok / Thailand

09.   Santorin, Ägäis / Griechenland

10.   Piazza Navona, Rom / Italien

11.   Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien

12.   Puente la Reina, Navarra / Spanien

13.   Dubrovnik, Adria / Kroatien

14.   Aleppo / Syrien

(Bernd Kregel)
(Bernd Kregel)
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