Das „Museum für islamische Kunst“ in Doha

Von 16. Oktober 2009 Aktualisiert: 16. Oktober 2009 1:25
Orte, an denen die Seele baumelt

Doha, die Hauptstadt Qatars, explodiert: Innerhalb von drei Jahren die Verdopplung der Einwohnerzahl auf Millionenhöhe, das ist Rekord. Umso erfreulicher, dass sich aus der Hektik geborene Bausünden in Grenzen halten. Besonders die Hotels, allen voran das „Grand Hyatt Doha“ und das „Sharq Village & Spa“ öffnen ihre Türen zu einer Welt aus 1001 Nacht. Und noch einen anderen Gebäudekomplex gilt es zu bewundern: das kürzlich eröffnete „Museum für islamische Kunst“ des chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Pei.

Anders als das „Hyatt“ und das „Sharq“ mit ihren traditionell orientalisch anmutenden Fassaden und Inneneinrichtungen, setzt das „Museum für islamische Kunst“ in seiner Gesamtkonzeption auf klare Strukturen. Doch trotz aller Nüchternheit verleiht das wechselnd einfallende Sonnenlicht mit seinen jeweiligen Licht-Schatten Effekten dem Gebäude etwas verspielt Exotisches, ein Eindruck, der durch die auf das Museum zulaufende doppelte Palmenreihe noch verstärkt wird. Eine erste Impression, die vor dem Hintergrund des Persischen Golfs schnell in Faszination umschlägt.

(Bernd Kregel)(Bernd Kregel)

Auch die ins höchste Stockwerk hinauf ragende geräumige Innenhalle strahlt Nüchternheit aus – und ist doch voll von unauffällig platzierten orientalischen Stilelementen, die sich dem Betrachter erst aus unterschiedlichen Perspektiven des Treppenhauses erschließen: stilvolle Ornamente, eine kreisförmige Brunnenanlage, schwungvoll gemusterter Marmorfußboden – ein Schatzkästlein aus einem Guss, das es nun zu öffnen gilt. Unauffällige Türen führen hinein in die auf drei Stockwerke verteilten Umgänge, in denen sich islamische Kunst in ihrer schönsten Form präsentiert.

Orientalische Ornamente auf farbiger Keramik, kalligraphisch gestaltete Inschriften, unglaublich feine Teppichmuster – und dazu edle Schmuckstücke, Waffen und Kleidungsstücke. Insgesamt ein Eintauchen in die Kunst des Nahen und Mittleren Ostens, ein genießerisches Schwelgen in Details, das die Zeit vergessen lässt. In der Tat ein inspirierender Kunstgenuss an einem Ort, wo man ihn zunächst nicht erwartet hätte.

 

Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben – Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.

In der Reihe Lieblingsplätze – Orte, an denen die Seele baumelt – stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.

01.   Piazza San Marco, Venedig / Italien

02.   Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien

03.   Montmartre, Paris / Frankreich

04.   Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen

05.   Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg

06.   Suomenlinna, Helsinki / Finnland

07.   Askona, Lago Maggiore / Italien

08.   Oriental, Bangkok / Thailand

09.   Santorin, Ägäis / Griechenland

10.   Piazza Navona, Rom / Italien

11.   Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien

12.   Puente la Reina, Navarra / Spanien

13.   Dubrovnik, Adria / Kroatien

14.   Aleppo / Syrien

(Bernd Kregel)
(Bernd Kregel)
Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN