Valencia brennt – bei den Fallas im März

Von 1. März 2010 Aktualisiert: 1. März 2010 22:13

Jedes Jahr vom 15. bis zum 19. März treiben die Einwohner Valencias den Winter aus – bunt, ausgelassen und laut. Satirische Pappmaché-Figuren, Feuerwerk, Umzüge und Böllerkonzerte bringen den Verkehr in Spaniens drittgrößter Stadt zum Erliegen. Jetzt gehören die Straßen den feiernden Menschen. Höhepunkte sind der 18. und 19. März.

Seit dem 17. Jahrhundert wird dieses Fest dem Heiligen Joseph geweiht. Doch die Ursprünge liegen weiter zurück in einer Zeit, in der die Menschen schlichtweg der Magie des Feuers erlagen. Feuerwerk und Knallfrösche spielen deshalb noch heute beim größten Fest der Mittelmeermetropole eine herausragende Rolle. Sogar ein Wort haben die in Pyrotechnik vernarrten Valencianos eigens für ihre Symphonie aus rhythmischen Explosionen, Donnerschlägen und Heulern kreiert: mascletá.

Ein Jahr lang arbeiten Künstler und Ingenieure im Auftrag von Nachbarschaftsvereinen (Comisiones falleras) an bis zu dreißig Meter hohen karikaturistischen Pappmaché-Figuren, mit denen sie Zeitgeist und Persönlichkeiten verspotten. Alle werden sie in der Nacht vom 19. auf den 20. März in Flammen aufgehen – alle bis auf eine. Diese eine wird von den Valencianos gewählt, um im Fallas-Museum zur Erinnerung an das Fest zu überleben.

Außer an Knall und Rauch, Farben und frechem Spott berauschen sich die Feiernden am Blumenduft. Inmitten der Altstadt verwandelt sich die zentrale Plaza de la Virgen vor der Kathedrale am 17. und 18. März in ein riesiges Blumenmeer. Bis in die späte Nacht ziehen Fallas-Vereine aus verschiedenen Stadtvierteln musizierend durch die Straßen und überreichen ihrer Schutzheiligen ihre Blumengabe, rote und weiße Nelken. Daraus flechten Künstler für die Schutzheilige, die Jungfrau der Schutzlosen, ein über zehn Meter langes Kleid. (Quelle: Rolf Neuhaus: Fiestas. Spanien im Festrausch. Verlag Winfried Jenior, 1999)

Ablauf der Fallas
Ab Februar werden die fertigen Fallas-Figuren in Valencia öffentlich ausgestellt. Das Publikum und mehrere Gremien prämieren die so genannten Ninots. Am 15. März werden zahlreiche Straßenkreuzungen gesperrt, um für die riesigen Figuren und die dazugehörigen Figurengruppen in Kindergröße Platz zu schaffen. Jung und Alt, Groß und Klein nehmen jetzt die Fallas in Augenschein. Freunde und Nachbarn bereiten auf den Straßen gemeinsam Paellas, Händler bieten Kokosnüsse feil, überall kann man sich mit Spritzgebäck (churros) und dicker heißer Schokolade aufwärmen.

Absoluter Höhepunkt ist der 19. März. Kurz vor dem spanischen Mittagessen um 14 Uhr erschallt die Stadt ein weiteres Mal von den ohrenbetäubenden Geräuschen der mascletá. Ab 22 Uhr „brennt“ dann die Stadt: zuerst gehen die Kinder-Fallas in Flammen auf, dann die großen Figurengruppen, zu allerletzt die Fallas auf dem Rathausplatz. Hängt über diesem Platz schwerer Rauch, ist das diesjährige Fallas-Fest endgültig vorbei.

Mit den Fallas endet im Land Valencia tatsächlich der Winter. Kirsch- und Mandelbäume sind oft schon verblüht, nun sind Zitronen, Mispeln und Orangen an der Reihe. Die fruchtbaren Ebenen unweit der Mittelmeerküste werden zu einem die Sinne betörenden Duftgarten. Milde Temperaturen erlauben sogar ein erfrischendes Bad im Meer.

Info:
Anreise: ab Hamburg nach Valencia z. B. mit Lufthansa, Swiss, Air Berlin
Info und Broschüren zum Land Valencia: www.landvalencia.com und Spanisches Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, Tel. (069)725038, Fax (069)725313, Katalogbestellung: Tel. (06123)99134, E-mail: [email protected], www.spain.info

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