Österreichs Bildungsminister: Mit „Time-Out-Gruppen“ gegen Schulgewalt und Lehrer-Mobbing

Epoch Times11. Mai 2019 Aktualisiert: 11. Mai 2019 17:36
Gegen gemobbte Lehrer und Schüler, die handgreiflich werden, will der österreichische Bildungsminister Heinz Faßmann mit einem Neun-Punkte-Plan Abhilfe schaffen.

Nach der Spuck-Attacke eines Lehrers gegen einen Schüler und einer folgenden Rangelei wurde das Thema Gewalt in Schulen in den vergangenen Tagen zum Brennpunkt in Österreich. Jetzt legte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) laut „OE24“ einen Neun-Punkte-Plan vor.

Herzstück des Plans sind sogenannte „Time-Out-Gruppen“. Sie kommen für Schüler mit „erheblichen Verhaltensauffälligkeiten“ zum Tragen. In einer Gruppe von fünf bis acht Schülern werden sie von geschultem Personal betreut, während der Unterrichtsstoff weitervermittelt wird. Ob gerade für diesen Bereich „genügend Ressourcen“ vorhanden seien, ist für den Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer fraglich.

Er hält den „Neun-Punkte-Plan“ an diesem Punkt für „noch nicht zu Ende gedacht“. Zudem müsse noch geklärt werden, was genau in diesen Gruppen passieren soll:

Da sollen fünf bis acht Jugendliche drinnensitzen, die sich nicht kennen, aus einem ganzen Bezirk oder Bundesland zusammengefasst, die ganz unterschiedliche Dinge angestellt haben. Geht es darum, die zu beaufsichtigen, dass sie sich nicht gegenseitig verletzen? Oder geht es darum, sich mit ihnen oder ihrer familiären Situation auseinanderzusetzen und Beziehungsarbeit zu leisten?“, so Himmer laut „OE24“

NEOS-Bildungssprecher Douglas Hoyos (NEOS steht für die Partei „Neues Österreich und liberales Forum“) kritisiert die „Time-Out-Gruppen“ ebenfalls. Das erinnere ihn an das „In-die-Ecke-stellen‘, eine steinzeitliche Bestrafungsmethode an Schulen, die keineswegs zielführend war“. Stattdessen fordere er Disziplinarmaßnahmen für mobbende Schüler, Mobbing-Meldestellen, mehr Personal und die Möglichkeit, das den „schwarzen Schafe“ unter den Lehrern gekündigt werden darf.

Neben den „Time-Out-Gruppen“ setzt der Minister auf teambildende Maßnahmen, wie gemeinsame Ausflüge, die der Neuformierung des Klassenverbandes dienen sollen. Geplant ist ein besseres Konfliktmanagement für die Lehrer. Vor allem Quereinsteiger sollen besser geschult werden.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen sollen in Zukunft vermittelt werden, dazu gehöre ebenso die Ausbildung von Pädagogen als Streitschlichter und eine Plattform für betroffene Lehrer und Schüler. Für eine kurzfristige Lösung könnte ein Schüler auch außerhalb des Klassenverbandes untergebracht werden, etwa für den Rest der Stunde oder des Schultages.

In einem Pilotprojekt soll der Plan nun auf die Probe gestellt werden. Es wird sich zeigen, ob und welche Wirkung die Maßnahmen haben und ob so eine Auseinandersetzung zwischen Lehrern und Schülern, wie in der „Höheren Technischen Lehranstalt“ in Wien-Ottakring zukünftig verhindert werden können. (sua)

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