Sprinterin Kristina Timanowskaja auf dem internationalen Flughafen Narita.Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa/dpa

Belarussische Sportlerin verlässt Japan mit Flug nach Wien

Epoch Times4. August 2021 Aktualisiert: 4. August 2021 13:51

Die belarussische Olympia-Teilnehmerin Kristina Timanowskaja ist vom Flughafen Tokio nach Wien abgeflogen. Die 24-Jährige sollte eigentlich einen Direktflug nach Polen nehmen, stieg am Mittwoch aber in letzter Minute in eine Maschine nach Österreich, wie ein Flughafenbeamter mitteilte. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündete die Einsetzung einer Disziplinarkommission zur Untersuchung des Falls der Sprinterin, die nach eigenen Angaben eine Verfolgung in Belarus fürchtet.

Es wird erwartet, dass Timanowskaja von Wien nach Warschau weiterreisen wird. Polen hatte ihr ein humanitäres Visum ausgestellt. Warschau werde alles tun, „was notwendig ist, um ihr zu helfen, ihre Sportkarriere fortzusetzen“, erklärte Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz. Auch Timanowskajas Ehemann Arseni Zdanewitsch war nach eigenen Angaben aus dem autoritär regierten Belarus geflüchtet und hält sich zurzeit in der Ukraine auf.

Die 24-jährige Sprinterin hatte Kritik in Online-Medien an den belarussischen Sportfunktionären geübt, weil sie bei den Olympischen Spielen in Japan ohne Rücksprache mit ihr für das 4×400-Meter-Rennen statt für den 200-Meter-Lauf aufgestellt worden war. Das belarussische Nationale Olympische Komitee (NOK) erklärte daraufhin, Timanowskaja scheide wegen ihres „emotionalen und psychologischen Zustands“ aus dem Wettbewerb aus.

Die Athletin wies die Behauptungen über ihren Zustand zurück und bat das IOC um Hilfe: „Ich stehe unter Druck, und sie versuchen, mich gegen meinen Willen außer Landes zu bringen“, sagte sie in einem Video. Die Nacht zum Montag verbrachte sie unter Schutzvorkehrungen in einem Flughafenhotel in Tokio, anschließend gewährte die polnische Botschaft in der japanischen Hauptstadt ihr Schutz.

IOC-Sprecher Mark Adams teilte mit, dass in dem Fall eine Disziplinarkommission eingesetzt worden sei, um „die Fakten zu klären“. Das IOC habe einen Bericht des belarussischen Olympischen Komitees erhalten, der nun „ausgewertet“ werde. Aktivisten hatten zuvor gefordert, das belarussische Komitee auszuschließen und dessen Athleten als neutrale Sportler antreten zu lassen.

Die belarussischen Behörden gehen seit Monaten mit großer Härte gegen Regierungskritiker vor. Im vergangenen Jahr waren Massenproteste nach der umstrittenen Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko brutal niedergeschlagen worden. (afp)



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