Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München 2:2

Von 16. November 2008 Aktualisiert: 16. November 2008 14:58
Der Aufsteiger erkämpfte sich einen Punkt gegen den Rekordmeister

Natürlich war der Borussia-Park restlos ausverkauft und wohl dem, der eines der begehrten Tickets ergattern konnte. Obwohl die beiden Vereine im spielerischen Niveau und im wirtschaftlichem Bereich derzeit Welten von einander entfernt sind, elektrisiert diese Partie immer noch die Massen. Über 54.000 Zuschauer strömten ins Stadion und gut und gerne hätte man am Niederrhein das Doppelte an Tickets verkaufen können.

Auch wenn die derzeitigen Voraussetzungen sehr unterschiedlich sind, so haben beide Teams doch eins gemeinsam: der FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach haben neben dem Hamburger Sport Verein und dem FC Schalke die meisten Anhänger in Deutschland. Die meisten unter ihnen hofften insgeheim, dass die Borussia den großen Bayern auf dem Weg nach ganz oben ein Bein stellen könnte.

Von Anfang an dominierten die Münchener das Spiel, ohne sich jedoch Großchancen erarbeiten zu können. Zwar hatte der FCB  die größeren Spielanteile doch wurde auch ziemlich schnell deutlich, dass sich die abstiegsbedrohten Gladbacher nicht einfach kampflos in ihr Schicksal ergeben wollten.

Doch in der 21. Minute erzielten die Bayern das 0:1:  Philipp Lahm spielte Tobias Levels und Michael Bradley aus und Luca Toni vollendete die gute Vorarbeit zur Führung. In einer teilweise hektisch und hart umkämpften Partie gab es aber selten gut herausgespielte Chancen auf beiden Seiten. In der 65. Minute wurde Frank Ribéry im Strafraum von Steve Gohouri gefoult — den fälligen Elfmeter verwandelte Ribéry selbst zum 0:2.

Trotzdem gaben die Gastgeber nie auf und in der 79. Minute gelang  Rob Friend auf Vorlage von Alexander Baumjohann mit einem platzierten Kopfball der Anschlusstreffer. Nur zwei Minuten später konnte Michael Bradley  erneut per Kopf den viel umjubelten Ausgleich erzeilen. Obwohl der Rekordmeister die reifere Spielanlage zeigte und auch mehr vom Spiel hatte, geht der Punktgewinn der Hausherren aufgrund der starken kämpferischen Leistung völlig in Ordnung. Getragen von der stimmungsvollen Kulisse und der permanenten Unterstützung durch ihre Fans, konnte die Borussia die Siegesserie der Münchener von fünf gewonnenen Spielen in Folge stoppen und ging als moralischer Sieger vom Platz.

Gästetrainer Jürgen Klinsmann: “Aus unserer Perspektive ist es sehr sehr ärgerlich, dass wir am Schluss die zwei Tore der Borussia zugelassen haben und wir nun mit nur einem Punkt nach Hause fahren. Ändern können wir es nun nicht mehr aber ein Kompliment an die Borussia, wie sie bis zum Schluss gefightet haben. Wir wollten auf keinen Fall mehr Punktedifferenz zwischen uns und Leverkusen und Hoffenheim zulassen — das müssen wir nun halt in den nächsten Spielen korrigieren.”

Hans Meyer, Trainer der Borussia: “Wir wollten eigentlich den Gegner, der uns individuell überlegen ist, neutralisieren. Das ist uns bis zum 0:1 auch so schlecht nicht gelungen. Wenn die Bayern allerdings vor der Pause noch nachgelegt hätten, wäre das dann eine richtige Hypothek gewesen. Als dann der Elfmeter zum 0:2 verwandelt wurde, dachte ich auch — ohne gleich als Pessimist verschrien zu werden — das war`s. Dass es dann doch noch zum 2:2 gereicht hat, ist schon eine schöne Sache und ich betrachte es einmal als kleines Bonbon, als Zusatzpunkt in unserer komplizierten Situation gegen den Abstieg. Und das, wo es in letzter Zeit nicht viele Mannschaften geschafft haben, den Bayern einen Punkt abzunehmen. Ich weiß, dem Jürgen tut der Punktverlust auch weh aber er wird das viel viel besser verkraften als wenn wir hier verloren hätten.” Zu Jürgen Klinsmann sagte Meyer: “Dir alles Gute mit deiner Truppe …. aber wir brauchen auch noch gute Wünsche …”

(Steffen Andritzke/The Epoch Times)
(Steffen Andritzke/The Epoch Times)
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