Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 4:3

Von 31. Januar 2010 Aktualisiert: 31. Januar 2010 0:59

47.458 Zuschauer, darunter ca. 2.500 mitgereiste Bremer Fans, sahen bei Minusgraden im Borussia-Park ein hochklassiges Bundesligaspiel, was sie wahrscheinlich die Kälte völlig vergessen ließ. Tore, Spannung, schöne Spielzüge, Einsatz und Klasse – all das hatte die Partie des fünfmaligen Deutschen Meisters gegen den viermaligen Meister von der Weser.

Nach vier Niederlagen in Folge begannen die Gäste engagiert und druckvoll. Aber bereits der erste Angriff der Gastgeber führte durch Marco Reus in der 4. Minute zum 1:0. Auch den zweiten Angriff in der 13. Minute konnte die Borussia durch Roberto Colautti mit einem Tor abschließen. Beide Tore hatte Raul Bobadilla vorbereitet, der dann auch selbst in der 18. Minute für das 3:0 sorgte. Werder spielte jedoch weiter nach vorne und konnte sich durchaus einige Chancen erarbeiten, doch blieben die Gladbacher mit ihren Kontern weiter brandgefährlich. Mesut Özil war es, der in der 26. Minute zum 1:3 verkürzen konnte, aber Bobadilla traf in der 35. Minute erneut zum 4:1. Claudio Pizarro verkürtzte fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff.

Nach der Pause drängten die Bremer weiter auf eine Resultatsverbesserung und hatten durch Almeida die Chance zum Anschlusstreffer. Bobadilla war es erneut, der mit einem raffinierten Heber Tim Wiese überlistete. Der Bremer Torhüter jedoch gab den Ball nicht verloren, rannte ihm hinterher und konnte ihn gerade noch von der Linie kratzen.

Spannung pur und die Gäste versuchten weiterhin das Spiel noch zu drehen. Fünf Minuten vor dem Ende konnte Torsten Frings per Elfmeter zum 3:4 verkürzen, nachdem Logan Bailly den ehemaligen Gladbacher Marko Marin im Strafraum gefoult hatte. Doch die Hausherren ließen sich den verdienten Sieg nicht mehr nehmen. Mann des Tages war mit Abstand an diesem Spieltag Raul Bobadilla, der bei seiner Auswechslung in der 80. Minute mit Standing Ovations gefeiert wurde.

Thomas Schaaf, Trainer von Werder Bremen: “Wenn man diese Woche gesehen hat, wie wir gearbeitet haben und uns auf diese Partie vorbereitet haben, kann nur schwer verstehen, wie solch eine erste halbe Stunde zustandekommen kann. Ich denke, dass wir die Woche gut im Thema drin waren und dass wir uns auch viel für heute vorgenommen haben, aber wir haben etwas anderes erlebt. Wir haben erlebt, dass wir im Prinzip in der ersten halben Stunde keinen Zweikampf geführt haben und dass wir eher um die Spieler herumgelaufen sind anstatt sie gestellt zu haben.”

“Natürlich müssen wir das Ganze hinterfragen. Dass man dem Gegner solch einen Vorsprung gibt … da ist es natürlich schwierig, den Vorsprung immer wieder aufzuholen. Wir schafften es zwar auch immer wieder ins Spiel zurückzukommen; wir schafften es auch immer wieder Tore zu schießen – vielleicht sogar noch die Chance zu haben ein viertes zu machen … Aber man muss natürlich auch dazu sagen, dass auch der Gegner noch ein paar Chancen hatte. Aber es war dann auch einfach zuviel, was wir da aufholen mussten. Wir müssen jetzt weiter daran arbeiten um eine bessere Position zu erreichen; dass wir besser im Spiel drin sind damit wir eben ein erfolgreiches Spiel abliefern können.”

Der Trainer der Borussia, Michael Frontzeck: “Wir sind heute überglücklich über die drei Punkte. Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit nahezu perfekt gekontert haben und die Räume optimal genutzt haben. Was mir bei der hohen Führung überhaupt nicht gefallen hat ist, dass wir uns zu tief fallen gelassen haben. Das hängt allerdings auch mit der individuellen Klasse zusammen, die Bremen auf dem Platz hatte. Mit Pizarro, Hunt, Marin, Özil – das ist dann natürlich sehr unangenehm zu spielen und da hatten wir auch unsere Probleme.”

“Das haben wir jedoch in der zweiten Halbzeit wesentlich besser gemacht und das hat mir auch ganz gut gefallen. Dass sich unsere Mannschaft im Vergleich zum Hoffenheimspiel weiter entwickelt hat, das sieht man natürlich auf dem Platz. Es war aber auch durchaus möglich, dass dann, als am Schluss alle Bremer nach vorne kamen, dann doch nochmal ein Ball durchrutscht. Wir hätten den Sack sicherlich viel eher zumachen können, aber das haben wir versäumt und deswegen mussten wir bis zur letzten Minute zittern.”

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN