Zukunft offen: Braunschweig-Coach Torsten Lieberknecht (l).Foto: Frank Molter/dpa

Braunschweiger Scherbenhaufen – Diskussionen um Lieberknecht

Epoch Times14. Mai 2018 Aktualisiert: 14. Mai 2018 12:41
Eintracht Braunschweig liegt am Boden. Nach dem Abstieg in die 3. Liga gibt es viele Fragezeichen. Vor allem die Zukunft von jenem Mann, der den Club zehn Jahre lang geprägt hat, ist offen.

Am Tag nach dem nie für möglich gehaltenen Abstieg in die 3. Liga blieb der Trainingsplatz an der Hamburger Straße leer. Die Fußballer von Eintracht Braunschweig ließen sich am Montag nicht mehr auf dem Gelände des abgestürzten Traditionsclubs blicken.

Dafür berieten in der Geschäftsstelle die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen und die erst einmal wichtigste Frage: Darf Torsten Lieberknecht den Neuanfang gestalten oder ist die Zeit des Braunschweiger Kult-Trainers nach zehn Jahren abgelaufen?

Vieles spricht dafür, dass sich die Wege trennen. Schon während der Saison hatte es deutliche Dissonanzen zwischen dem Coach und den Bossen gegeben. Doch letztendlich hielten die Entscheider um Aufsichtsratsboss Sebastian Ebel, Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und den ebenfalls heftig in die Kritik geratenen Sportdirektor Marc Arnold bis zum (bitteren) Ende an Lieberknecht fest.

Dabei hatte sich längst angedeutet, dass der 44-Jährige dem völlig verunsicherten Team nicht mehr die nötigen Impulse geben konnte. Beim 2:6 in Kiel fiel die Eintracht am Sonntag dann völlig in sich zusammen, das siebte sieglose Spiel in Serie bedeutete das Aus in Liga zwei. „Das ist eine der schwärzesten Stunden in den zehn Jahren hier“, sagte Lieberknecht nach dem Debakel, das den Niedergang besiegelte.

Der Ex-Profi unter anderem in Kaiserslautern, Mainz und Braunschweig kann auf eine bewegte Zeit beim BTSV zurückblicken. 2013 gelang der Aufstieg in die Bundesliga, auch der Erfolgscoach weckte in diesen Zeiten Begehrlichkeiten. Lieberknecht blieb aber in Braunschweig und erreichte bei den Anhängern Kultstatus.

Doch mit dem knapp und sehr unglücklich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg verpassten Aufstieg in die Bundesliga vor einem Jahr begann der Braunschweiger Absturz. Lieberknecht und Arnold versäumten es, den Kader zu erneuern. Die späte Planungssicherheit nach dem verpassten Aufstieg und die Niedergeschlagenheit erschwerten die Rückkehr in den Zweitliga-Alltag. Zwar wurde die Eintracht vor der Saison von vielen erneut als Aufstiegskandidat gehandelt, doch die Qualität der Spieler gab das nicht her. Auch Lieberknecht wirkte nicht mehr so impulsiv und mitreißend wie in all den Jahren zuvor.

Zudem erkannten die Verantwortlichen viel zu spät, dass das Team in rasender Geschwindigkeit auf die Drittklassigkeit zu rauschte. So steht die Eintracht nun vor einem Scherbenhaufen. Kaum ein wichtiger Spieler aus dem aktuellen Kader hat einen Vertrag für Liga drei, auch finanziell bedeutet der Abstieg erhebliche Einbußen. „Wirtschaftlich ist das eine Katastrophe“, sagte Ebel. Rund 20 Millionen Euro kostet den Club der Abstieg. Es wird ein langer Weg zurück für den deutschen Meister von 1967. Ob mit oder ohne Lieberknecht. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion