Bundesliga: Borussia Mönchengladbach – SC Freiburg 2:0

Von 7. Mai 2011 Aktualisiert: 7. Mai 2011 23:43

Geht man dieser Tage durch Mönchengladbach, so kann man diese positive Anspannung und die Euphorie, dem drohenden Abstieg doch noch zu entrinnen, fast mit den Händen greifen. Es scheint so, als würden alle und alles in dieser Stadt mit ihrem Verein mitfiebern, dem Verein, der die Stadt Mönchengladbach über die Grenzen des Landes hinaus bekannt gemacht hat, und über den Fußballkenner auf der ganzen Welt noch immer mit großem Respekt sprechen.

Bereits seit den frühen Morgenstunden sah man Fans in ihren Trikots und mit Schals in den Vereinsfarben enthusiastisch durch die Stadt eilen, um sich in Eicken, jenem Stadtteil, in dem die Borussia gegründet wurde, zu treffen. Sie kamen, um für den Erhalt ihres Fußballclubs zu demonstrieren und wollen nicht, dass verschiedene Gruppierungen, wie zum Beispiel die sogenannte „Initiative Borussia“, ihren Verein derart umstrukturieren, dass er vor fremden, äußeren Einflüssen und Interessengruppen kaum noch geschützt ist.

Diese Fans finden es laut eigenen Aussagen mehr als nur befremdlich, dass diese Gruppierungen den Eindruck entstehen ließen, sie würden die derzeitige sportlich brisante Situation ausnutzen wollen, um zusätzliche Unruhe in den Verein zu bringen, um sich dadurch an die Macht putschen zu können.

Und so zogen sie friedlich durch die Straßen in Richtung Stadion, während der Lokalsender 90,1 bei seiner Live-Schaltung zur Demo davon sprach, das „… die Stadt mit Recht stolz auf solche Fans sein kann“.

Im Borussia-Park angekommen, sahen sie dann eine erste Halbzeit, die wenig spielerische Line bot und geprägt war von Abspielfehlern und Unsicherheiten. Für die Gäste kam lediglich Papiss Cisse zu zwei Möglichkeiten (11. und 39. Minute) und die einzige wirkliche Torchance für den fünfmaligen Deutschen Meister ergab sich, nachdem Freiburgs Tormann Oliver Baumann eine Flanke von Dante unterlief und der Ball an den Pfosten knallte.

Nach der Halbzeit steigerten die Gladbacher ihre Angriffsbemühungen und gingen entschlossener zu Werke. Nachdem Ömer Toprak bei den Freiburgern in der 66. Minute wegen wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte sah, erhöhte die Borussia den Druck noch einmal und drängte nun noch entschlossener auf die Führung. Diese konnten dann Mike Hanke in der 80. Minute unter dem unbeschreiblichen Jubel der 49.072 Zuschauer erzielen. Nur hundert Sekunden später erhöhte Marco Reus auf 2:0 und verwandelte mit seinem Treffer den Borussia-Park in ein Tollhaus.

Mit diesem Sieg kann nun die Borussia bei ihrem letzten Spiel nächste Woche in Hamburg zumindest den Relegationsplatz aus eigener Kraft schaffen und hat somit die noch vor Wochen für unmöglich gehaltene Chance, den Abstieg zu verhindern.

Der Trainer des SC Freiburg, Robin Dutt: „Gratulation an Gladbach für den Sieg. Man sollte ja nun nicht jeder Statistik glauben, aber die Statistik heute besagt, dass Gladbach eben zwei Tore gemacht hat und das, obwohl Freiburg die beste Mannschaft war. Der Platzverweis war nicht gut für uns. Aber die Borussia hat das Glück und damit auch den Sieg verdient aufgrund der guten Arbeit in den letzten Wochen. Es macht keinen Spaß zu verlieren. Meine Mannschaft hat gezeigt, dass wir, obwohl wir unser Ziel schon erreicht haben, jederzeit gewillt sind, den Wettbewerb hochzuhalten und dass wir jedem Gegner das Leben schwer machen.“

Lucien Favre. der Trainer der Borussia: „Es war sehr, sehr schwer für uns und wir haben wenig Torchancen gehabt, weil Freiburg sehr gut organisiert ist. Ich habe die ganze Woche schon gesagt, dass das heute schwer wird und wir konnte im Spielaufbau nicht viel machen. Freiburg war im Pressing auch sehr agressiv. Es war schwer für uns, Lösungen zu finden und wir haben drei Mal das System gewechselt. Mit unserem Druck und mit der Hilfe unseres Publikums haben wir dann das 1:0 gemacht und waren dann nach dem 2:0 erleichtert. Freiburg hatte dann noch eine große Chance durch Cissè. Wir haben nicht gut gespielt und es bleibt noch sehr viel zu tun diese Woche. Aber wir sind trotzdem sehr zufrieden denn wir sind nun Tabellensechzehnter, aber wir haben noch nichts erreicht.“

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