Das war der Samstag, das kommt am Sonntag

Schalke kann doch noch gewinnen. RB Leipzig gelingt das im Topspiel nicht. Köln wird in Freiburg vorgeführt, und für den FSV Mainz 05 sieht es langsam düster aus.
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Sowohl Herthas Trainer Bruno Labbadia (l) als auch Sportdirektor Arne Friedrich haben eine Bielefelder Vergangenheit.Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/dpa
Epoch Times10. Januar 2021

Das Warten für die Anhänger des FC Schalke 04 hatte am Samstag nach knapp einem Jahr ein Ende. Die Fans des FC Bayern erlebten vor dem Fernseher einen entspannten Abend – und die von Borussia Dortmund hoffen wieder darauf, den Rekordmeister doch noch abfangen zu können.

Die Stimmung der Mainzer Anhänger dürfte dagegen weiterhin im Keller sein.

SPITZE: Die erste Halbzeit war ziemlich lahm, dann drehte das Offensiv-Trio von Borussia Dortmund auf. Angeführt von Doppeltorschütze Erling Haaland, Marco Reus und dem ebenfalls erfolgreichen Jadon Sancho gewann der BVB verdient das Topspiel bei RB Leipzig mit 3:1. „Wir wussten, dass es ein extrem wichtiges Spiel sein wird“, sagte Dortmunds Trainer Edin Terzic bei Sky. Kapitän Reus blickte ebenso nach vorne: „Leipzig ist ein hervorragender Gegner, von daher sind wir unglaublich stolz auf die zweite Halbzeit. Jetzt müssen wir unsere eigene Stärke kontinuierlich zeigen.“ Mit 28 Punkten ist der BVB Tabellenvierter hinter Leverkusen (29), Leipzig (31) und den Bayern (33).

GLÜCKSELIG: Coronabedingt waren keine Zuschauer auf Schalke. Aber was wäre da los gewesen?! Nach saisonübergreifend 30 Spielen ohne Sieg fertigten die Königsblauen die TSG 1899 Hoffenheim mit 4:0 ab. Als erster US-Amerikaner erzielte der 19 Jahre alte Matthew Hoppe drei Tore in einem Bundesligaspiel. „Ich freue mich sehr für die Mannschaft und vor allem für unsere Fans“, sagte der neue Trainer Christian Gross, der mit seinem Team die Einstellung des Negativrekordes von Tasmania Berlin (31 erfolglose Spiele in der Saison 1965/66) vermied. Der Matchwinner? „Hoppe hat einen grandiosen Tag erwischt, den er immer in Erinnerung behalten wird“, sagte Gross.

VERMISST: Florian Wirtz fehlte Bayer Leverkusen beim 1:1 gegen Werder Bremen an allen Ecken und Enden. Der 17-Jährige bereichert das Bayer-Spiel normalerweise mit Kreativität und Spielwitz – beides fehlte der Werkself am Samstag. Doch die Pause war bewusst gesetzt. Das Ausnahmetalent hat seit September 22 Pflichtspiele absolviert. Ob er im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt am Dienstag spielen kann, ist offen. „Das weiß ich noch nicht“, sagte Trainer Peter Bosz: „Er hat eine Überbelastung gespürt. Er ist nicht verletzt, aber wir wollen nicht, dass er verletzt wird.“

ENTTÄUSCHT: So hatte sich der neue Mainzer Trainer Bo Svensson sein Debüt sicherlich nicht vorgestellt. „Es war vor dem Spiel schon nicht einfach für uns und ist nach dem Spiel nicht einfacher geworden“, sagte der Däne nach dem 0:2 im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt. Mainz ist nun Tabellenletzter, entsprechend kritisch werden die kommenden Wochen. „Uns hat der Siegeswille gefehlt. Den müssen wir wieder zeigen, sonst wird es ganz schwer“, sagte Abwehrchef Alexander Hack. Die Hessen hingegen sind mit 23 Punkten voll im Geschäft im Spiel um die internationalen Plätze.

DESOLAT: Oft gewinnt der SC Freiburg nicht mit 5:0, fast nie. Im September 1999 gegen Rostock, im Dezember 2000 gegen Bochum. Und jetzt gegen den 1. FC Köln. „So kann man natürlich nicht auftreten, das ist ganz klar“, schimpfte FC-Torhüter Timo Horn nach der Packung im Breisgau. Mit nur elf Punkten droht Köln der Sturz auf einen Abstiegsplatz. „Letzten Endes waren wir dem Gegner heute nicht gewachsen“, gestand Trainer Markus Gisdol ein.

CHANCE: Arminia Bielefeld hat nach dem Schalker Sieg zwar nur noch drei Punkte mehr als die Königsblauen. Durch die Kölner Niederlage haben die Ostwestfalen aber weiterhin die Chance, mit einem Sieg am Sonntagabend (18.00 Uhr/Sky) gegen Hertha BSC den Relegationsplatz zu verlassen. Es wird ein Spiel gegen alte Bekannte: Hertha-Trainer Bruno Labbadia traf von 1998 bis 2001 in 98 Partien 50 Mal für die Ostwestfalen. Sportdirektor Arne Friedrich begann in Bielefeld seine Profikarriere. Im ersten Sonntagsspiel (15.30 Uhr/Sky) empfängt der FC Augsburg den durch die Unruhen in der Führungsetage belasteten VfB Stuttgart.

Die Zahlen zum Samstag:

1 – Werder Bremen holte nur einen Sieg aus den vergangenen zwölf Bundesliga-Spielen. Kein guter Trend. Mit 15 Punkten hat Werder nur einen mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison.

5 – Spiele in Folge hat der SC Freiburg nun gewonnen. Vereinsrekord.

7 – Bundesliga-Heimspiele in Serie ist Union Berlin ungeschlagen. Vereinsrekord ausgebaut.

10 – Pflichtspiele im eigenen Stadion blieb Leipzig ungeschlagen. Dann kam der BVB und die Sachsen verloren erstmals seit Juni 2020 wieder daheim – auch damals übrigens gegen Dortmund.

30 – Spiele hat Schalke nicht gewinnen können, dann klappte es. Durch das 4:0 gegen Hoffenheim vermieden die Königsblauen die Einstellung des Negativrekordes von Tasmania Berlin. (dpa)



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