Die alte Dame ist nun abgestiegen

Von 2. Mai 2010 Aktualisiert: 2. Mai 2010 11:52

30.210 Zuschauer, darunter etwa 3.000 Hertha-Fans, sahen eine Gastmannschaft die noch einmal mit aller Kraft versuchte sich gegen den Abstieg zu stemmen und früh mit 1:0 durch Raffael in Führung ging. Dabei stand die Hartha in der Abwehr sehr gut organisiert und versuchte mit teilweise gefährlichen Kontern zu weiteren Torerfolgen zu kommen. So erarbeiteten und erspielten sie sich durch Adrian Ramos (20. Minute) und Cicero (32.) weitere gute Chancen. Die Werkself hingegen wirkte ideenlos und konnte gegen den Absteiger kaum zwingende Torchancen herausspielen.

In der zweiten Halbzeit hatten Kacar (53.) und Gekas (54.) weitere Möglichkeiten das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Dann fand allerdings Bayer 04 besser ins Spiel, besann sich auf ihre Spielstärke und kam durch Kroos und Helmes zu guten Möglichkeiten bevor Manuel Friedrich in der 59. Minute der  Ausgleich gelang. Auch danach boten sich beiden Teams noch mehrere Chancen, um das Spiel jeweils für sich entscheiden zu können, doch beide Mannschaften konnten ihre teilweise hochkarätigen Einschussmöglichkeiten nicht nutzen. So nützte dieses Unentschieden letztendlich keinem von beiden, denn mit diesem Ergebnis ist die Hertha nun auch rechnerisch abgestiegen und Bayer 04 Leverkusen hat im Kampf um einen Champions League-Platz gegenüber Bremen die schlechtere Ausgangslage.

Erhobenen Hauptes in die zweite Liga

Friedhelm Funkel, Trainer von Hertha BSC: „Dafür, dass man uns heute gesagt hat, wir hätten schlechter gespielt wie ein Absteiger, dafür kann man sich nichts kaufen. Das Spiel war sinnbildlich für die gesamte Rückrunde.“ In der 90. Minute etwa, so Funkelt, hätte man das Spiel noch zu seinen Gunsten entscheiden können. Obwohl die Herta in vielen Spielen dem Gegner ebenbürtig war, habe man Tormöglichkeiten nicht genutzt. Dann müsse man eben den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. „Das machen wir erhobenem Hauptes“, sagte Funkel. „Die Mannschaft hat in den letzten Wochen wirklich alles versucht und sich immer wieder herangekämpft, ist dann aber an den eigenen vergebenen Möglichkeiten gescheitert. Bayer Leverkusen wünsche ich natürlich für das letzte Spiel noch alles Gute und auch alles Gute und viel Glück nächste Saison in der Euro League.“

Der Trainer von Bayer 04, Jupp Heynckes: „Mich hat es nicht überrascht, dass die Hertha besonders in der ersten Halbzeit ein sehr starkes Spiel gemacht hat.“ Auch in der zweiten Halbzeit hätten die Herta-Spieler einige Kontermöglichkeiten gehabt. Bayer Im Gegensatz dazu habe Bayer 04 in der ersten Halbzeit überhaupt keinen Bezug zum Spiel gefunden und war viel zu weit von seinen Gegenspielern weg. „Der Gegner hat taktisch klug gespielt“, führte Hynckes weiter aus, „und sie hatten ein Übergewicht im Mittelfeld. Das haben sie ballsicher und sehr clever ausgenutzt.“ Da habe man selber überhaupt kein Mittel gefunden, war nicht gut organisiert gestanden und habe keine Bälle erkämpft. „Dann braucht man sich auch nicht zu wundern wenn man mit 0:1 in Rückstand gerät“, so Heynckes.

Bayer 04 mit Moral und Laufstärke zum 1:1

„In der zweiten Halbzeit denke ich schon, dass wir überwiegend eine andere Bayer-Mannschaft gesehen haben, die auch mit großer Moral, Laufstärke und zum Teil fußballerischem Vermögen das 0:1 wett gemacht hat“, sagte Heynckes. In der Schlussphase habe man auf Sieg gespielt wie die Hertha. „Wir haben vor der Saison deutlich artikuliert, das wir in den internationalen Wettbewerb wollen und das haben wir erreicht“, so der Trainer von Bayer 04. Und das trotz großer –verletzungsbedingter – personeller Probleme.

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