Flankenspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Kapstadt

Von 7. Mai 2010 Aktualisiert: 7. Mai 2010 12:22

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft kommt 2010 nach Kapstadt, und das erste Mal überhaupt nach Afrika. Die Wut vieler Südafrikaner brodelt. Der Zorn stammt von den fortwährenden sozialen Brüchen, die diese „Regenbogennation“ an den Rassen entlang zerteilt. Unglücklicherweise bremsen auch noch Fremdenfeindlichkeit und äußerster Nationalismus die legitimen Forderungen der Armen aus.

„Es wird Hunderttausende von Leuten geben, die aus aller Welt hierher kommen, um sich am Fußball zu erfreuen“, klagt Thabo, ein Schuhputzer an dem Teil der protzigen Ufer Kapstadts, die Dubai gehören. „Aber was wird uns das bringen? Was wird der Nutzen für unsere armen Leute hier sein? Die ausländischen Gäste werden freie Dienstleistungen wie Elektrizität und Wasser bekommen – etwas, was sich hier viele Einheimische nicht leisten können.“

In seiner Größe und Eleganz ist das neue Stadion in Kapstadt höchst eindrucksvoll. In die Nähe des Meeres gebaut mit dem Tafelberg als dramatische Kulisse im Hintergrund, fasst es beinahe 70.000 Menschen. Aber nur einige Kilometer weiter in Slums wie Lagata kämpfen die Leute noch um ihr Überleben, häufig ohne elementare Dienstleistungen und fast ohne Hoffnung, da herauszukommen. In ihren Augen sind die ungefähr zwei Milliarden Dollar für das Stadion und die Infrastruktur ein äußerst schlechtes Geschäft für die Nation.

„Seit Jahren haben wir hier viele Aufstände“, sagt Salim Valley. Er ist ein führender Forscher am Center for Education Rights and Transformation (Zentrum für Ausbildungsrechte und Wandel) an der Universität Johannesburg. „Proteste und Aufstände geschahen schon lange vor der Finanzkrise und dem Börsenkrach. Die meisten Proteste waren gegen die schlechten Dienstleistungen einschließlich der durch den Staat zur Verfügung gestellten Unterkünfte, die aus Materialien von minderer Qualität gebaut waren. Das ‚Reconstruction and Development Program‘ (RDP- ‚Rekonstruktions- und Entwicklungsprogramm‘) wurde von den Leuten umgetauft in ‚Really Delayed Promises‘: ‚Wahrhaftig hinausgeschobene Versprechungen‘.“

„Aber Proteste werden jetzt aufgegriffen, weil hier demnächst die Fußball-Weltmeisterschaft ist. Zum Beispiel plant die Conference on Democratic Left (Konferenz für eine Demokratische Linke), bei der ich Mitglied bin, ein nationales Treffen und die Leute haben bereits Vorschläge, was man gegen die Fußball-Weltmeisterschaft unternehmen kann, die sie als pure Geldverschwendung ansehen.“

Nach Mary-Anne Munyembate, Chefin der Abteilung für Rechtsstreitigkeiten am Centre for Applied Legal Studies (Zentrum für Angewandte Gesetzesstudien) an der Universität von Witwatersrand in Johannesburg „hat es wegen Südafrikas Rolle als Gastgeber für die Weltmeisterschaft zahlreiche Fälle von Zwangsräumung von Unterkünften gegeben. Diese Fälle werden zu Gerichtsverfahren führen.“

„In Johannesburg zwingen die privaten Eigentümer von Appartements Mieter zur Räumung, um diese ‚zu renovieren‘, um sie dann mit einer viel höheren Miete an Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft zu vermieten.“

„Eine andere von den Eigentümern angewandte Taktik ist die plötzliche Mieterhöhung, um die Mieter zum Auszug zu zwingen. Zur gleichen Zeit stiegen die Spannungen zwischen den Südafrikanern, die aus ihrer Unterkunft gedrängt wurden und den Ausländern, die nach Übernachtungsmöglichkeiten suchen.“

Jedoch gibt es bei einigen der Proteste auch eine sehr hässliche Seite. Fremdenfeindliche Gruppen in Südafrika rufen zu den Waffen gegen alle Ausländer, reich oder arm einschließlich der Einwanderer. Das ist gefährlich, besonders wie der Aufruhr am 12. Mai 2008, bei dem eine Reihe Einheimischer hauptsächlich in Johannesburg Einwanderer von Mozambique, Malawi und Simbabwe angriffen, zwei Menschen töteten und 40 weitere verletzten.

Foto: Alexander Joe/AFP/Getty Images
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