Flicks Meisterstück winkt: Ohne Tor-Garanten gegen Gladbach

Epoch Times12. Juni 2020 Aktualisiert: 12. Juni 2020 10:59
Kein Lewandowski, kein Müller - und auch kein Gnabry? Der FC Bayern ist auf dem Weg zum achten Meistertitel nacheinander zu einer größeren Offensiv-Rotation gezwungen. Ein 19-Jähriger könnte wieder in den Fokus rücken.

Sein Meisterstück müsste Hansi Flick diesmal ohne den Premium-Angriff vollenden.

Top-Torjäger Robert Lewandowski und Top-Vorbereiter Thomas Müller fehlen dem FC Bayern gelb-gesperrt. Und Serge Gnabry plagte im Vorfeld des Bundesliga-Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach der Rücken. „Wenn zwei so erfahrene Ausnahmespieler wie Thomas Müller und Robert Lewandowski fehlen, tut uns das natürlich auch weh“, sagte Flick. Bei Nationalspieler Gnabry setzt der 55-Jährige bis zum Anpfiff am Samstag (18.30 Uhr/Sky) auf die „gute Arbeit“ der medizinischen Abteilung.

Von diesen Offensiv-Hindernissen wollen sich die geschlauchten Münchner Fußballprofis bei dem von Flick attestierten „Riesenlauf“ aber nicht stoppen lassen. Die um einen Champions-League-Platz kämpfende Fohlen-Elf sollte das letzte größere Hindernis auf dem Weg zur Meisterschale sein. „Thomas Müller und Robert Lewandowski sind natürlich spielbestimmende Mentalitätsspieler, die sicherlich fehlen werden, aber der Kader des FC Bayern ist so aufgestellt, dass man die Beiden für eine Partie ersetzen kann“, sagte Gäste-Coach Marco Rose.

Insgesamt 82 Tor-Beteiligungen in der Liga hat das Trio Lewandowski/Müller/Gnabry im 90-Treffer-Angriff des deutschen Fußball-Rekordmeisters zu verzeichnen. Selbst das feudale Münchner Luxus-Ensemble fängt solche Ausfälle nicht mal eben so auf. „Wir müssen sie ersetzen und werden versuchen, dass wir das optimal machen“, sagte Flick. „Ich will nicht zu viel verraten, aber wer ein bisschen unseren Kader anschaut, wird genau wissen, wie es eventuell aussehen kann.“ Eine Option ist der 19-jährige Joshua Zirkzee.

„Joshua macht eine sehr gute Entwicklung. Wir sind alle sehr zufrieden“, sagte Flick nach dem Einzug ins Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt. Da erzielte noch Lewandowski das Siegtor.

Flick lobt Zirkzees Präsenz im Training. „Er kann den Ball gut festmachen, hat aber auch im Strafraum eine gute Qualität“, sagte der Trainer. Drei Tore glückten dem jungen Niederländer in sieben meist kurzen Liga-Einsätzen. Gegen Hoffenheim (6:0) und Augsburg (2:0) durfte er vor der Corona-Zwangspause während Lewandowskis Knieverletzung zweimal von Beginn an ran.

Sieben Punkte beträgt der Münchner Vorsprung auf Borussia Dortmund. Verliert der BVB drei Stunden vor dem Bayern-Spiel überraschend bei Fortuna Düsseldorf, könnte Flick seine erste Meisterschaft bereits gegen Gladbach perfekt machen. „Wir sind ganz gut im Rennen“, sagte der in dieser Saison so furios durchgestartete Cheftrainer. 24 Siege in den ersten 27 Pflichtspielen – damit legte Flick sogar besser als Pep Guardiola (22 Siege) los.

Titel gibt es für diese Traumbilanz aber noch nicht. „Wir brauchen noch zwei Siege, das ist uns allen bewusst und klar. Die wollen wir so schnell wie möglich einfahren“, sagte Flick. Nächster Gegner nach Gladbach ist am Dienstag auswärts Abstiegskandidat Werder Bremen. 

„Wir wissen genau, dass wir noch Punkte sammeln müssen. dementsprechend haben wir nicht vor, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen“, sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka. Nichts soll den Mucki-Mann und sein Team mehr aufhalten: Die 30. Meisterschaft und der 20. Pokalsieg locken – Jubiläums-Titel Nummer 50 ist in dieser Saison möglich.

Der 25-jährige Goretzka könnte im Liga-Klassiker gegen Gladbach im Mittelfeld nach vorne rücken und die Müller-Position übernehmen. Auf den Flügeln sind Kingsley Coman und Ivan Perisic erste Kandidaten. Pokal-Torschütze Perisic spielt dabei weiter um seine Zukunft, denn das Leihgeschäft mit Inter Mailand endet im Sommer. „Wir wissen alle im Verein um die Qualitäten von Ivan“, bemerkte Flick vielsagend.

In der Defensive darf der immer wieder durch Verletzungen gestoppte Weltmeister Lucas Hernández auf mehr Einsatzminuten hoffen, möglicherweise als Linksverteidiger. „Lucas kann sowohl in der Innenverteidigung spielen, aber auch als Außenverteidiger. Er hat sich da gut eingefügt“, sagte Flick nach dem 2:1 gegen Frankfurt.

Alphonso Davies rückte da auf dem Flügel dann nach vorne. „Er kann die Position natürlich auch spielen, aber wenn er von hinten kommt, ist es schon so, dass er da einfach mehr Dynamik hat“, sagte Flick zu dem Kanadier. Durch seine Schnelligkeit könne Davies immer „gute Situationen“ in der Offensive kreieren. Auch ohne Lewandowski und Müller hat Flick immer noch genügend Qualitätsspieler zur Auswahl. (dpa)

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