Bayern im Glück: Elfmeter leitet 3:1 gegen Hoffenheim ein

Für eine Überraschung sorgt der neue Bayern-Trainer Niko Kovac vor dem Anpfiff. Arjen Robben und Mats Hummels sitzen gegen 1899 Hoffenheim zunächst auf der Bank. Für Kingsley Coman endet das Bundesliga-Comeback bitter, für die Münchner mit einem Glückssieg.
Titelbild
Die Bayern-Profis bejubeln ihren 3:1-Sieg gegen Hoffenheim.Foto: /dpa
Epoch Times24. August 2018

Alles wie gehabt. Ein Elfmetergeschenk hat dem FC Bayern gegen den selbst ernannten Herausforderer 1899 Hoffenheim zum 3:1 (1:0) und dem sechsten Sieg nacheinander im Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga verholfen.

In einer kuriosen Schlussphase traf Robert Lewandowski in der 82. Minute vom Punkt zum 2:1. Im ersten Versuch war der Pole noch an 1899-Torwart Oliver Baumann gescheitert. Arjen Robben traf im Nachschuss, war aber wie einige Hoffenheimer zu früh in den Strafraum gelaufen.

Nach Videobeweis ließ Schiedsrichter Bastian Dankert den Strafstoß wiederholen. Der war nach einem vermeintlichen Foul an Franck Ribéry fragwürdig gewesen. Thomas Müller hatte die Bayern in der 23. Minute nach einer präzisen Ecke von Joshua Kimmich in Führung gebracht. Adam Szalai konnte vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena ausgleichen. Den Schlusspunkt zum 3:1 setzte Robben (90.+1).

Bitter für die Bayern war, dass sich Außenstürmer Kingsley Coman bei einem Zweikampf offenbar schwer am linken Fuß verletzte. Die robust auftretenden Hoffenheimer konnten die mutige Ankündigung ihres Trainers Julian Nagelsmann, die seit 2013 anhaltende Münchner Alleinherrschaft in der 56. Bundesliga-Spielzeit beenden zu wollen, nicht mit einem Punktgewinn untermauern.

In seinem dritten Spiel als Bayern-Coach nach dem Erfolg im Supercup und dem Erstrunden-Sieg im DFB-Pokal überraschte Kovac mit seiner Startelf. Robben und Mats Hummels saßen zunächst nur auf der Ersatzbank. Dafür standen als Innenverteidiger Niklas Süle und als Rechtsaußen Coman in der Anfangsformation.

Als Max Mutzke die Nationalhymne anstimmte, dürfte der eine oder andere deutsche Nationalspieler noch einmal an die verkorkste WM gedacht haben. Dann aber eröffnete Dankert die 56. Bundesliga-Saison – und die Münchner sahen sich offensivfreudigen Hoffenheimern gegenüber. Die erste Torchance jedoch hatten die Gastgeber.

Nach einem Eckball kam Jérôme Boateng zum Schuss, der allerdings geblockt wurde (5.). Wenige Stunden nach der WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw vor dem DFB-Präsidium war neben Boateng auch Müller der Willen zur Wiedergutmachung anzumerken.

Erwartungsgemäß hatten die Bayern mehr Ballbesitz, Hoffenheim hielt mit Laufeinsatz und körperlicher Robustheit dagegen. Nachdem der Kovac-Elf anfangs trotz spielbestimmenden Auftretens Tempo und Überraschungsmomente fehlten, sorgte bezeichnenderweise eine Nationalspieler-Produktion nach einem Standard für die Führung.

Joshua Kimmich trat die Ecke, Müller kam im Fünfmeterraum (zu) frei zum Kopfball – Hoffenheim-Torwart Oliver Baumann gab beim ersten Tor der neuen Saison keine überzeugende Figur ab. Und auch im Hoffenheimer Spiel nach vorne waren Mängel zu erkennen. Insgesamt gelangen den Gästen zu selten gefährliche Offensivaktionen.

Der bis dato schönste Angriff jedoch hätte zum 1:1 führen müssen, doch der dreifache Pokal-Torschütze Joelinton vergab freistehend aus kurzer Distanz vor Bayern-Keeper Manuel Neuer, der sein erstes Bundesliga-Spiel seit fast einem Jahr bestritt (33.). Seinen kleinen Fauxpas bügelte Neuers Gegenüber Baumann wenig später aus, als er bei einem Schuss von Coman glänzend reagierte und das 0:2 verhinderte.

Kurz vor der Pause erlebte Coman ein bitteres Ende des Abends. Nach einem Foul von Nico Schulz musste der Franzose verletzt vom Platz getragen werden. Erst Anfang des Jahres hatte sich Coman am linken Fuß verletzt und es deshalb auch verpasst, in Russland Weltmeister zu werden. Nun erwischte es ihn wieder am linken Fuß. Für Coman kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Robben, der nach dem Wechsel in der 54. Minute seine erste starke Aktion hatte und knapp verzog.

Vier Minuten später gelang 1899 der Ausgleich. Szalai ließ den in dieser Szene schwerfällig wirkenden Boateng schlecht aussehen und ließ Neuer mit seinem Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Als es auf ein Remis hinauszulaufen schien, überschlugen sich in der Schlussphase die Ereignisse. Dankert entschied bei einer harmlosen Aktion des eingewechselten Havard Nordtveit gegen Franck Ribéry auf Strafstoß. Robert Lewandowski verschoss, Robben traf im Nachschuss.

Dankert überprüfte mittels Videobeweis. Den zweiten Versuch verwandelte Lewandowski. Robben beseitigte schließlich alle Zweifel. (dpa)

In seinem ersten Spiel als Bayern-Trainer überraschte Niko Kovac bei der Aufstellung. Foto: Lino Mirgeler

Max Mutzke (M.) sang die deutsche Nationalhymne vor dem Spiel. Foto: Sven Hoppe

Thomas Müller (3.v.l.) feiert seinen Führungstreffer für die Bayern – das Ende seiner Torflaute. Foto: Matthias Balk

Franck Ribéry (r) geht am Hoffenheimer Ermin Bicakcic vorbei. Foto: Sven Hoppe

Kingsley Coman (r) musste nach einem Foul von Nico Schulz vom Platz. Foto: Sven Hoppe

Der Ungar Adam Szalai (r) traf nach der Pause zum Ausgleich. Foto: Sven Hoppe

Schiedsrichter Bastian Dankert musste zweimal den Videobeweis konsultieren. Foto: Sven Hoppe

Robert Lewandowski (M.) erzielte nach einem sehr zweifelhaftem Strafstoß das 2:1. Foto: Sven Hoppe



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