Salutieren für Machthaber Erdogan.Foto: ALAIN JOCARD/AFP via Getty Images

Eklat in Belgien: Fußballklub lässt Zehnjährige vor Türkei-Fahne salutieren

Epoch Times16. Oktober 2019 Aktualisiert: 16. Oktober 2019 17:54
Ein Fußballklub in Belgien sorgt für Aufsehen: Der Klub Turkse FC Beringen teilte ein Bild, auf dem Zehnjährige vor einer türkischen Nationalflagge salutieren.

Die erneute politische Provokation türkischer Nationalspieler hat den Spieltag der EM-Qualifikation überschattet und für Fassungslosigkeit und Sorge in Fußball-Europa gesorgt.

Die salutierenden Türken, deren provokante Gesten mit der umstrittenen Militäroffensive gegen die Kurden in Verbindung gebracht werden können, sehen einem Verfahren des Kontinentalverbandes entgegen. Dieser Montagabend, der „eine Schande für den Fußball war“, wie der „Daily Mirror“ schrieb, könnte noch länger nachhallen.

Zehnjährige salutieren vor türkischer Fahne

Nun sorgt ein Bild aus Belgien für Wirbel: Der Klub Turkse FC Beringen teilte ein Foto auf dem elf zehnjährige Spieler und ihr Trainer beim Salut für türkische Truppen zu sehen sind. Das Bild wurde in einer Umkleidekabine aufgenommen – die Kinder salutierten vor einer türkischen Flagge und ahmen offenbar die türkischen Spieler nach.

Der flämische Sportminister Ben Weyts zeigte sich entsetzt: „Es ist unerhört, dass Kinder für politische und militärische Propaganda missbraucht werden. Sport muss Kinder integrieren und nicht trennen.“

Salutieren für die Türkei – auch in Deutschland

In der Türkei aber auch in Deutschland ist es zu ähnlichen Szenen gekommen. Im bayrischen Mainburg salutierten Spieler des Amateurvereins Türkspor nach jedem Tor. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat als erster Landesverband angekündigt, Nachahmer vor das Sportgericht zu zitieren.

Salutierende Spieler sollen bestraft werden

Ein Salut-Jubel, wie ihn türkische Spieler in den Länderspielen gegen Albanien und Frankreich gezeigt hatten, waren bereits am vergangenen Wochenende bei zwei Partien im bayerischen Amateurfußball zu sehen gewesen. Das werde nicht toleriert, teilte der BFV auf seiner Homepage mit.

Wir dulden nicht, dass jemand unseren Sport für Diskriminierungen, Provokationen und Beleidigungen missbraucht. Fußball steht für Fairplay, Respekt, Gewaltfreiheit, Toleranz und Anerkennung. Deshalb werden wir von unserer Linie der Null-Toleranz-Politik bei gewalttätigen oder diskriminierenden Vorfällen auch keinen Millimeter abweichen“, erklärte Verbandsspielleiter Josef Janker.

Grundlage der Sanktionen sei Paragraf 47a der Rechts- und Verfahrensordnung des BFV, der sich gegen politisch motivierte Provokationen und Diskriminierungen im Fußball wendet.

Auch in Baden-Württemberg ist es am vergangenen Spieltag zu umstrittenen Torjubeln wie bei der türkischen Auswahl gekommen. „Wir haben heute Kenntnis erlangt von zwei Vorfällen bei Spielen am Wochenende“, sagte Heiner Baumeister, Sprecher des Württembergischen Fußballverbands (wfv). Was genau passiert sei, müsse noch herausgefunden werden, sagte er.

Auch der wfv überlegt nun, die Vereine in Württemberg schriftlich vorzuwarnen. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat sich ebenfalls auf Nachahmer des Salut-Jubels eingestellt. Sollte es Vorfälle geben, würde jeder Fall geprüft und weiterleiten, sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs am Dienstag.

Die Fußball-Verbände von Hamburg und Schleswig-Holstein wollen Nachahmer auch nicht tolerieren. Anders als in Bayern und Baden-Württemberg hat es nach Angaben eines Sprechers bislang weder in der Hansestadt noch in Schleswig-Holstein Vorfälle gegeben.

UEFA leitet Verfahren ein

Unterdessen wird der Europäische Fußball-Union ein Verfahren gegen den türkischen Verband einleiten.

Nach dpa-Informationen tagt die zuständige Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA am Donnerstag (17. Oktober). Ob dann schon eine Entscheidung über mögliche Sanktionen fallen wird, ist aber fraglich. Zunächst werden Stellungnahmen von den Beteiligten eingeholt. Das UEFA-Verfahren kann sich gegen den Verband oder aber auch gegen einzelne Spieler richten.

Die Türkei-Profis hatten direkt nach dem Siegtreffer zum 1:0 in der EM-Qualifikation gegen Albanien am vergangenen Freitag auf dem Platz und später auch in der Kabine mit der Hand an der Stirn salutiert. Unter ihnen waren auch die beiden Bundesligaprofis Kaan Ayhan und Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf. Die UEFA verbietet in ihren Statuten politische Bekundungen jeder Art. In der Vergangenheit waren bei entsprechenden Vorfällen, die meist von den Fans auf den Tribünen ausgegangen waren, teils harte Strafen ausgesprochen worden.

Der türkische Fußballverband teilte zu den Szenen nach dem Siegtreffer mit:

Die Fußballer haben dieses Tor mit dem Militärgruß den Soldaten geschenkt, die in der ‚Operation Friedensquelle‘ dienen.“

Der türkische Militäreinsatz hatte am Mittwoch begonnen und richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien. Der Einsatz wurde international scharf kritisiert.

Auch die Aktivitäten der Spieler in den sozialen Medien fallen unter die Zuständigkeit der UEFA. Torschütze Cenk Tosun hatte nach dem Spiel ein Foto von dem Jubel bei Instagram gepostet. Die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can hatten diesen Beitrag mit einem „Like“ versehen, diesen später aber wieder zurückgezogen. Beide gaben an, mit ihrer Reaktion auf das Bild keinerlei politische Stellungnahme abgegeben zu haben. (dpa/so)


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