Diego Maradona 2016.Foto: Alejandro Ernesto/dpa

Leibarzt weist Verantwortung für Pflege von Maradona vor dessen Tod zurück

Epoch Times29. Juni 2021 Aktualisiert: 29. Juni 2021 9:30
Der Anwalt von Diego Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque hat jede Verantwortung seines Klienten für den Tod der Fußball-Ikone zurückgewiesen. Luque sei "nicht verantwortlich für (Maradonas) Pflege zu Hause" gewesen, sagte dessen Anwalt Julio Rivas.

Der Anwalt von Diego Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque hat jede Verantwortung seines Klienten für den Tod der Fußball-Ikone zurückgewiesen. Luque wolle vor Gericht erklären, „nicht verantwortlich für (Maradonas) Pflege zu Hause“ gewesen zu sein, während dieser sich von einer Hirnoperation erholte, sagte dessen Anwalt Julio Rivas zu Journalisten vor einer Anhörung des 39-jährigen Arztes am Montag. Mit der Befragung Luques endeten die Voranhörungen zu dem Verdacht, dass das Pflege- und Ärzteteam des argentinischen Fußball-Idols dessen Tod durch Nachlässigkeit verursacht hat.

Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Justizkreisen, dass die Anwälte des Neurochirurgen den Staatsanwälten vorab ein Dokument übermittelt hatten. „Ich sehe keine Verantwortung, weder bei Agustina, noch bei Leo“, erklärte Rivas. Andere Mitglieder des Gesundheitsteams hatten zuvor erklärt, Luque und die Psychiaterin Agustina Cosachov seien für die Pflege Maradonas verantwortlich gewesen.

Luque hatte Maradonas medizinisches Team geleitet. Seine Behandlung der Fußball-Ikone hatte der Mediziner wiederholt verteidigt. Er sei „stolz darauf, was ich getan habe“, sagte er. „Ich habe mein Bestes getan. Ich habe Diego alles angeboten, was ich konnte: Manche Dinge hat er angenommen, andere nicht.“

Maradona war im November im Alter von 60 Jahren an einem Herzanfall gestorben. Das medizinische Personal wird verdächtigt, den Ex-Fußballer vor seinem Tod unzureichend versorgt zu haben. Nach den Anhörungen der insgesamt sieben Pflegekräfte und Ärzte soll entschieden werden, ob gegen sie ein Strafprozess wegen Totschlags eröffnet wird.

Anfang Mai hatte ein Gutachten von 20 Medizin-Experten ergeben, dass Maradona von seinem Ärzteteam „seinem Schicksal überlassen“ worden sei. Die „unzureichende, mangelhafte und unvorsichtige“ Behandlung habe zu einem langsamen Tod des Fußballers geführt. Bei einer angemessenen Behandlung hätte Maradona dem Gutachten zufolge „eine bessere Überlebenschance“ gehabt.

Maradonas Töchter Gianinna und Jana hatten zuvor Kritik geübt an der Art und Weise, wie Maradona zuletzt in seiner Residenz behandelt worden war. Die Fußball-Ikone hatte sich in Tigre nahe der Hauptstadt Buenos Aires in einem gemieteten Haus von einer Hirnoperation erholt. Dort starb Maradona am 25. November.

In den vergangenen Tagen waren bereits zwei Pfleger, die Koordinatoren des Pflege- und des Ärzteteams, ein Psychologe und eine Psychiaterin angehört worden. Deren Anwälte wiesen jegliche Verantwortung ihrer Mandanten für Maradonas Tod zurück. Im Falle einer Anklageerhebung drohen den Beschuldigten nach einem möglicherweise jahrelangen Prozess acht bis 25 Jahre Haft.

Maradona gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Sein Tod sorgte für Bestürzung in aller Welt. Das Leben des früheren Weltmeisters war nach seiner aktiven Karriere von vielen Aufs und Abs sowie von Drogen- und Alkoholabhängigkeit geprägt. (afp)



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