Nachlässig und behäbig: BVB verliert zum Hinrunden-Abschluss

Borussia Dortmund führt in Hoffenheim lange - und verliert doch. Das 1:2 bei der TSG ist wie ein Spiegelbild der BVB-Hinrunde. Hoffenheim jubelt über den gelungenen Abschluss.
Epoch Times20. Dezember 2019

Die BVB-Profis schlurften enttäuscht vom Spielfeld, Trainer Lucien Favre schüttelte auf der Bank ungläubig den Kopf. Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund hat zum Hinrunden-Abschluss völlig unnötig noch einen Rückschlag kassiert.

Der BVB verlor trotz Führung durch Mario Götze (17.) noch mit 1:2 (1:0) bei 1899 Hoffenheim. Der eingewechselte Sargis Adamyan (79.) sowie Andrej Kramarić (87.) bestraften die Nachlässigkeit des spielerisch über weite Strecken überlegenen BVB.

Als böse Überraschung vor Weihnachten könnten die momentan viertplatzierten Dortmunder am Samstag noch vom Revier-Rivalen Schalke 04 überholt werden. „Ich werde davon nicht sterben, aber es ist natürlich schwer. Jede Niederlage tut weh, gerade bei so vielen Chancen“, sagte Julian Brandt im ZDF-Interview. Die Meisterschaft sei „momentan kein Thema, mit dem ich befasse. Wir müssen zusehen, dass wir uns so gut wie möglich regenieren.“

Der BVB ließ von Beginn an den Ball gekonnt, aber noch nicht im höchsten Tempo laufen. Götze, der für den verletzten Kapitän Marco Reus spielte, hätte in der 10. Minute beinahe schon das 1:0 erzielt. Der 27-Jährige rutschte um Zentimeter an einer gefährlichen Hereingabe des überaus umtriebigen Achraf Hakimi vorbei. Der WM-Held von 2014 hatte zuletzt bei der 0:4-Niederlage beim FC Bayern am 9. November in der Bundesliga von Beginn an gespielt.

Nach einer Warmlaufphase vor den 30.150 Zuschauern legten die Dortmunder deutlich zu. Bei seinem zweiten Tor-Versuch durfte Götze schon die Faust ballen: Erneut war Hakimi der Vorarbeiter, die Nummer 10 des BVB lenkte den Ball über die Linie – sein drittes Saisontor.

Neben Götze standen auch Wackelkandidat Jadon Sancho und Nico Schulz in der Startelf der Borussia. Der Ex-Hoffenheimer traf bei seinen seltenen und meist ungefährlichen Vorstößen regelmäßig auf seinen Nationalmannschafts-Kollegen Sebastian Rudy. Dieser agierte diesmal auf der ungewohnten Rechtsverteidiger-Position, fehlte aber als Ballverteiler im Mittelfeld.

Ein Lebenszeichen der Hoffenheimer gab Robert Skov dann ab: Der Däne setzte den Ball bei einem Freistoß aus knapp 30 Metern an die Unterkante der Latte (26.). Ansonsten waren die Gastgeber in der ersten Halbzeit vor allem damit beschäftigt, die Dortmunder irgendwie einzufangen. Bei Hakimis nächstem Vorstoß konnte Hoffenheim-Torhüter Oliver Baumann gerade noch mit dem Fuß retten (34.). Kurz darauf lenkte er einen scharfen Schuss von Thorgan Hazard an die Oberkante der Latte.

Nach bereits vier deftigen Heimpleiten in dieser Saison – 0:3 gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach, 1:5 gegen den FSV Mainz 05 und 1:3 gegen den FC Augsburg – waren die Kraichgauer natürlich bemüht, nicht die nächste Klatsche zu kassieren. Dabei legte Schreuder erneut keinen Wert auf das Mitwirken von Kevin Vogt: Der Kapitän saß nur auf der Bank.

Draußen blieb nach der Pause BVB-Spielführer Mats Hummels: Der Abwehrchef hatte eine Handverletzung erlitten. Sein Team zog nach dem Wechsel das Tempo zunächst wieder an, Julian Brandt scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am erneut starken Baumann (50.). Hoffenheim bestrafte das nachlässiger werdende Spiel der Gäste durch Adamyan, der nach einer Hereingabe von der rechten Seite traf. Die BVB-Abwehr um Torwart Roman Bürki verteidigte dabei zu behäbig. Kramarić ließ die Gastgeber spät noch lauter jubeln. (dpa)



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