WM: Brasilianischer Kaltstart in Johannisburg

Von 15. Juni 2010 Aktualisiert: 15. Juni 2010 23:19

Johannisburg, Südafrika – An dem Ort, an dem 1995 die Südafrikaner den Weltmeistertitel im Rugby gewannen, und wo somit zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Weiße und Schwarze in einem gemeinsamen Ziel vereint waren, trafen die Mannschafften aus Brasilien und Nordkorea am 15. Juni aufeinander. Das geschichtsträchtige Ellis Park Stadion liegt mit seinen 1750 Metern über dem Meeresspiegel deutlich über den gewohnten Verhältnissen der beiden Teams.

Dies machte sich auch durchaus im Spiel beider Teams bemerkbar. Vor allem die Brasilianer spielten ungewohnt langsam und ohne großen Spielwitz. Erst in der siebten Minute gelingt ihnen ein Schuss auf das Tor der Nordkoreaner. In weiten Teilen des Spiels ist Brasilien durchaus spielbestimmend und die meiste Zeit im Ballbesitz, kann sich aber gegen die eng stehende Abwehr der Koreaner nicht durchsetzen.

Das Spiel gewinnt selten an Fahrt und Schüsse aufs Tor bleiben während der gesamten ersten Hälfte Mangelware. Jeder Stürmer, der versucht die koreanische Abwehr anzugehen, wird sofort von drei oder vier Abwehrspielern in die Zange genommen, sodass die Brasilianer nicht zum Schuss kommen. Oft vermisst man die gern zitierte Leichtigkeit des brasilianischen Spiels. Hier macht sich wohl auch der neue Trainer der Selecao Dunga bemerkbar, der mehr auf sachliches Spiel, als auf Zauberfußball setzt. Es fehlt jedoch immer eine zwingende Idee um die Nordkoreaner unter Druck zu setzen.

Für Interesse sorgen da eher mal die Nordkoreaner, die sich in wenigen Momenten blitzschnell vom Gegner lösen können um in Richtung des brasilianischen Tors zu stürmen. Für Gefahr sorgt der einzige Stürmer der Asiaten jedoch nie. Zwischendurch lässt sich Brasilien sogar fallen und lässt den Koreanern mehr Spielanteil, was diese jedoch nicht zu nutzen vermögen.

So endet die erste Halbzeit, ohne dass es eine nennenswerte Aktion auf beiden Seiten gegeben hätte. Dass der Schiedsrichter weder eine gelbe Karte verteilt, noch Nachspielzeit gewährt, spricht zwar für die Fairness im Spiel, jedoch auch für den mangelnden spielerischen Einsatz auf beiden Seiten.

Zweite Halbzeit

Die zweite Hälfte des Spiels beginnt etwas rasanter als die erste endete. Brasilien lässt den Ball nun etwas schneller laufen und kommt öfter in Tornähe. Doch immer versucht die Mannschaft aus Südamerika den Angriff durch die Mitte und kommt so nie in den 16-Meter-Raum. Auch ein Freistoß aus guter Position in der 50. Minute geht am Tor vorbei. Wenige Minuten später dann der erste Angriff der Nordkoreaner, die einen Eckball erkämpfen, der jedoch problemlos von der brasilianischen Abwehr vereitelt wird. Mit fünf Männern im brasilianischen Torraum bei diesem Angriff ist dies auch die offensivste Aktion der Asiaten im bisherigen Spiel.

In der nächsten Aktion gelingt Brasilien endlich das ersehnte erste Tor. Maicon bekommt hier den Ball auf der rechten Seite zugespielt, läuft an der Grundlinie in Richtung Tor und überrascht den Torwart Ri Myong-guk mit einem Schuss aufs kurze Eck.

Nach einem kurzen Aufbäumen der Nordkoreaner nimmt Brasilien gleich wieder die Position des Spielgestalters ein, verfällt aber wieder in das alte Spielmuster. Einzig Fabiano schafft es in der 64. Minute einen direkten Schuss auf das Tor der Koreaner abzugeben. Dies bleibt auch lange Zeit so, bis in der 72. Minute ein schöner Pass auf Elano gelingt, der mit einem direkten Schuss das 2:0 für Brasilien sicher macht. Danach scheint der Wille der nordkoreanischen Mannschaft vollends gebrochen. Brasilien spielt jetzt befreiter, jedoch nie wirklich spektakulär auf.

Korea schafft dann kurz vor Ende des Spiels doch noch eine kleine Sensation und schießt nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld und kurzer Abgabe auf Il Yun Nan das 2:1.

So lautet dann auch der Endstand eines in weiten Strecken unattraktiven Fußballspiels, bei dem man vor allem von den Brasilianern im Vorfeld mehr erwartet hatte und die ihrer Rolle als Titelfavorit nicht gerecht werden konnten.

Ob dies nun wirklich an der Kälte lag, wie Maicon nach dem Spiel im Interview behauptete, ob es Kalkül war, oder ob die Mannschafft aus Brasilien sich von Anfang einfach zu sicher fühlte, wird sich in den nächsten Spielen zeigen.

Brasilien                 Korea DVR
26          Schüsse        11
7            Ecken            3
1      Gelbe Karten       0
0    Gelb-Rote Karte    0
0       Rote Karten       0
63%     Ballbesitz       37%

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Elfenbeinküste     Portugal
5          Schüsse         7
6           Ecken           4
2     Gelbe Karten      1
0    Gelb-Rote Karte  0
0       Rote Karten     0
50%     Ballbesitz     50%

Neuseeland          Slowakei
8         Schüsse        13
3          Ecken          10
2     Gelbe Karten     1
0   Gelb-Rote Karte  0
0     Rote Karten      0
52%   Ballbesitz      48%

 

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