Hoeneß lobt Kovac – Bremer sauer wegen Elfmeterpfiff

Epoch Times25. April 2019 Aktualisiert: 25. April 2019 12:35
Der erneute Einzug ins DFB-Pokal-Finale nach Berlin beflügelt Uli Hoeneß. Gut gelaunt spricht Bayern Münchens Präsident über die Double-Chancen, lobt seinen Trainer Niko Kovac und nimmt sich dessen Kritiker zur Brust.

Ober-Bayer Uli Hoeneß geriet regelrecht ins Schwärmen. Mit leuchtenden Augen und einem coolen Lächeln kommentierte der Präsident von Bayern München genüsslich die immer realistischer werdende Aussicht des Bundesliga-Tabellenführers und DFB-Pokal-Finalisten auf den Double-Gewinn.

„Mit Ausnahme des Champions-League-Heimspiels gegen Liverpool spielen wir seit Weihnachten fantastischen Fußball“, lobte der Club-Patron. „Ich bin total stolz auf die Mannschaft und habe gelesen, es ist die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Da wollen wir uns nicht beklagen, sondern einfach so weitermachen“, fügte der 67-Jährige am Mittwochabend nach dem 3:2-Erfolg des Rekordmeisters und -Pokalsiegers im Halbfinale bei Werder Bremen hinzu.

Beim 30. Pokal-Auswärtssieg in Serie zerstörten die Münchner den stolzen Nimbus der Bremer, die zuvor 31 Jahre und 37 Cup-Heimpartien nicht verloren hatten. Im Endspiel wartet am 25. Mai in Berlin nun RB Leipzig, das seit Wochen in Liga und Pokal ebenfalls von Sieg zu Sieg eilt. „Das Finale wird die Zuschauer begeistern. Leipzig spielt auch eine Super-Rückrunde. Die werden sich nicht hinten reinstellen, sondern mit uns mitspielen wollen“, glaubt Hoeneß.

Auch zum Knackpunkt des Halbfinales, dem von Robert Lewandowski (80. Minute) verwandelten Foulelfmeter, hatte Hoeneß eine klare Meinung. „Die Entscheidung geht hundertprozentig in Ordnung“, sagte er zum Pfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert, der Theodor Gebre Selassies Schieber gegen den starken Kingsley Coman als Foul wertete. Da der Videoreferee offenbar keine klare Fehlentscheidung feststellte und deshalb nicht einschritt, durfte Lewandowski eiskalt vollenden.

„Neun von zehn Schiedsrichtern hätten da nicht gepfiffen“, monierte indes Werder-Coach Florian Kohfeldt, dessen Kollege Niko Kovac von einer „harten Entscheidung“ sprach. „Wenn er nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen“, meinte Kovac, sagte aber auch: „Der King (Coman) fällt nicht von allein. Der Ellbogen von Gebre Selassie war schon da, den hätte er besser weggelassen. Da hat er sich ein bisschen dumm angestellt.“

Der Kroate durfte sich auch als Gewinner des Abends fühlen. Er stellte den besonderen Rekord auf, als erster Bundesliga-Coach in seinen ersten drei Pokal-Spielzeiten dreimal ins Endspiel gelangt zu sein. Da in der Liga auch die erfolgreiche Titelverteidigung den Münchnern winkt, lobte Hoeneß den von ihm geförderten Coach für die „überaus erfolgreiche Arbeit“. Dass Kovac immer mal wieder in Frage gestellt wird, brachte den Clubchef dann aber doch einmal in Rage.

„Ich verstehe langsam die Welt nicht mehr. Wir sind im Pokalfinale und Bundesliga-Tabellenführer, und dann wird über unseren Trainer diskutiert. Da muss ich sagen, fehlt mir jegliches Verständnis“, schimpfte er vor den Mikrofonen. Dass sein lange souveränes Team trotz 2:0-Vorsprungs durch die starken Offensiv-Asse Lewandowski (36.) und Thomas Müller (63.) nach dem Bremer Doppelschlag durch Yuya Osako (74.) und Milot Rashica (75.) vorübergehend ins Wanken geriet, wollte er dagegen nicht überbewerten. „Die Leichtsinnigkeiten nach dem 2:0 kann man verschmerzen, wenn man am Ende gewinnt und weiterkommt.“

Noch nicht im Ziel wähnt der Weltmeister von 1974 seine Bayern im Liga-Titelrennen. Im Vergleich zum Pokal-Endspielgegner aus Leipzig sieht er den Meisterschaftsrivalen aus Dortmund noch eine Stufe höher. „Borussia Dortmund ist die zweitbeste deutsche Mannschaft, dann kommt Leipzig“, sagte Hoeneß. „Wir haben zwar einen Punkt Vorsprung und das bessere Torverhältnis, aber ein Unentschieden würde ja schon reichen, und man liegt plötzlich hinten“, rechnete er vor den letzten vier Spieltagen vor. Hoeneß‘ Prognose: „Wenn jetzt einer in den nächsten zwei, drei Spielen einen Ausrutscher hat, dann ist das Titelrennen entschieden.“ (dpa)

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