Hoeneß plaudert im VIP-Bereich – Tränen «kein Problem»

Der lange Abschiedsabend als Präsident beginnt für Uli Hoeneß recht frühzeitig in der Olympiahalle. Eine kurze Nacht liegt hinter dem 67-Jährigen, der bis zuletzt an seiner großen Abschiedsrede feilt.
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Hat bis vier Uhr in der Nacht an seiner Abschiedsrede gefeilt: Uli Hoeneß.Foto: Marijan Murat/dpa/dpa
Epoch Times15. November 2019

Schon lange vor seinem großen Abschiedsabend saß Uli Hoeneß im VIP-Bereich der Münchner Olympiahalle mit engen Vertrauten beisammen.

Am Tisch mit seinem designierten Nachfolger Herbert Hainer war der scheidende Präsident des FC Bayern im angeregten Gespräch mit dem Vizepräsidenten Walter Mennekes zu beobachten. Während tausende Mitglieder am Freitagabend in die Halle strömten, rückte für den 67 Jahre alten Hoeneß das Ende seines Wirkens in erster Reihe näher.

Der Präsident stellte sich auf ein gefühlvolles „Servus“ bei der letzten Jahreshauptversammlung als großer Bayern-Macher ein. „Ich bin jetzt natürlich noch gelassen. Aber wenn ich dann in die wahrscheinlich voll besetzte Olympiahalle eintrete, dann wird das sicherlich emotional werden“, sagte Hoeneß am Freitagmorgen im Radiosender Bayern 3.

Sollten Tränen fließen, habe er „damit kein Problem“, erzählte Hoeneß, der in drei verschiedenen Positionen den deutschen Fußball-Rekordmeister ein halbes Jahrhundert prägte: Erst als erfolgreicher Stürmer und Weltmeister von 1974, dann 30 Jahre als Manager und in den letzten zehn Jahren mit einer Unterbrechung wegen einer Haftstrafe als Präsident und Aufsichtsratschef.

Zu seinem Nachfolger sollen die Mitglieder den langjährigen Adidas-Chef Hainer (65) wählen. Als erster Punkt auf der Tagesordnung ist aber die finale Hoeneß-Rede angesetzt. „Da ich ein Nachts-Reden-Denker bin, habe ich sicherlich etwa seit vier Uhr an meiner Rede gefeilt“, berichtete Hoeneß im Radio-Interview über die kurze Nacht vor seinem Abschied. Einfaches Aufsichtsratsmitglied will er aber bis November 2023 bleiben.

Hoeneß blickte schon auf den Tag nach der Versammlung. Am Samstag werde er „zum ersten Mal – bis auf ganz wenige Dinge nächste Woche – keinen Plan haben“. Das sei eine Situation, „die ich in 40 Jahren nicht erlebt habe.“ Er sei „sehr, sehr neugierig“ auf diese Zeit.

Nach den Siegen unter Interimscoach Hansi Flick im Anschluss an die Trennung von Trainer Niko Kovac in der Champions League gegen Olympiakos Piräus (2:0) und vor allem im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund konnte Hoeneß der Versammlung viel entspannter entgegenblicken. „Wenn man da mit einem 4:0 einmarschiert, ist es natürlich angenehmer als mit einem 0:2“, hatte er gesagt.

Die Weichen für die Zukunft des Vereins hat Hoeneß nach seinen Vorstellungen gestellt. Neben Nachfolger Hainer erkor er den früheren Kapitän Oliver Kahn als designierten Vorstandsvorsitzenden. Der Ex-Nationaltorhüter rückt zum neuen Jahr in den Vorstand, an dessen Spitze er Ende 2021 Karl-Heinz-Rummenigge (64) ablösen soll. Sportdirektor Hasan Salihamidzic wird zudem nach dieser Saison zum Sportvorstand aufsteigen.

Hoeneß‘ Maxime war es immer, sportlichen und finanziellen Erfolg zu vereinen. Dazu passen die schon bekannten Rekordzahlen für die vergangene Double-Saison: Der Umsatz des Bundesliga-Krösus wuchs auf 750,4 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern betrug 52,5 Millionen. (dpa)



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