Kein Sieger in einem spannungsarmen Derby

Von 25. Oktober 2009 Aktualisiert: 25. Oktober 2009 0:43

Nachdem schon seit Tagen am Niederrhein öffentlich fast nur noch über Sicherheit und eventuell stattfindende Ausschreitungen debattiert wurde und nachdem der Oberbürgermeister von Mönchengladbach temporär striktes Alkoholverbot für komplette Statdtteile für alle Bürgerinnen und Bürger erlassen hatte – wohl wissend jedoch, dass die Hooligans von heute gar keinen Alkohol trinken um „konzentriert“ und nüchtern in ihre per modernen Kommunikationsmitteln abgesprochenen Schlägereien zu gehen (die übrigens schon lange nicht mehr im Umfeld von Stadien, sondern in Wäldern, auf Autobahnparklätzen oder auf Feldern stattfinden); nachdem eine Armada von Polizisten, die durch Wasserwerfer und Hubschrauber unterstützt wurde, Stellung bezogen hatte, konnte das 75. Aufeinandertreffen beider Rivalen in der Bundesliga beginnen.

Und es begann gleich mit einem Feuerwerk … gezündet von ein paar Kölner Fans im Gästeblock.

Auf dem Platz boten die Akteure jedoch alles andere als ein Feuerwerk. Zwar bemühten sich die Gastgeber und konnten sich auch ein leichtes optisches Übergewicht erspielen, doch schafften sie es nicht sich in der ersten halben Stunde – genauso wie die Gäste – eine Tormöglichkeit herauszuspielen. Höhepunkt in dieser Phase des Spiels, das den Beinamen Derby diesmal in keiner Weise verdient hatte – war ein gellendes Pfeiffkonzert für Gästetorhüter Mondragon, der bereits Mitte der ersten Halbzeit auf Zeit spielte.

Zwei Chancen gab es Ende der ersten Halbzeit dann doch noch: in der 39. Minute verfehlte Juan Arango mit einem Freistoß knapp das Tor der Kölner und auf der anderen Seite verpasste Manasseh Ishiaku freistehend nur knapp das Tor der Borussia.

Auch die zweite Halbzeit blieb arm an Höhepunkten und auch auf den Rängen kam keine richtige Derbystimmung auf. Zwar hatte die Borussia durch Arango per Freistoß in der 56. Minute noch eine Chance und Brecko musste einen Kopfball von Brouwers auf der Linie abwehren (74.), doch blieb der Gesamteindruck dieses Spieles eher der, dass dessen technische Finessen und dessen sportlicher Unterhaltungswert eher im unteren Bereich der Fußballunterhaltungsindustrie angesiedelt wurde. Dies lag auch mit an den Gästen, die in dieser Partie durchgehend den Eindruck vermittelten, sie seien von Anfang an mit einem Punkt im Borussia-Park zufrieden.

Gästetrainer Zvomimir Soldo. (Steffen Andritzke/The Epoch Times)  
Gästetrainer Zvomimir Soldo. (Steffen Andritzke/The Epoch Times)

Gästetrainer Zvomimir Soldo: „Ich hatte das ja vorher schon angedeutet – das wird heute kein schönes Spiel. Beide Mannschaften standen heute gut und beide Mannschaften standen heute aber auch unter Druck. In der ersten Halbzeit haben wir gut gestanden und wenig zugelassen und in der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv und haben Probleme gehabt bei Standardsituationen, aber insgesamt denke ich haben wir diesen Punkt verdient.“

Michael Frontzeck, Trainer der Borussia: „Wir haben einmal Glück gehabt in diesem Spiel und das war in der ersten Halbzeit bei der Chance von Ishiaku. Ansonsten hat die Mannschaft sehr diszipliniert gespielt und aufgrund der Chancen in der zweiten Halbzeit hätten wir eigentlich auch verdient, das Spiel zu gewinnen. Das war heute nicht so, aber das ist im Moment auch eine Phase, die relativ zäh ist.

Michael Frontzeck, Trainer der Borussia. (Steffen Andritzke/The Epoch Times)  
Michael Frontzeck, Trainer der Borussia. (Steffen Andritzke/The Epoch Times)

Ich möchte den Fans, den Medien und dem gesamten Umfeld ein Kompliment machen. Ich habe nicht einmal von den Fans gehört „wir wolln euch kämpfen sehen“ oder „die haben aber sch… gespielt“. Ich denke, dass alle auch sehen, dass die Mannschaft alles versucht und ich denke, dass wir die Nerven behalten müssen und in Ruhe weiterarbeiten müssen und es nur eine Frage der Zeit ist wann der Bock umgestoßen wird – und ich betone: nicht der Geißbock.“

(Steffen Andritzke/The Epoch Times)  
(Steffen Andritzke/The Epoch Times)

 

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