Klinsmann fordert die Weltmeister

Köln (dpa) - Schon wieder heißt das Duell: Joachim Löw gegen Jürgen Klinsmann. Zum dritten Mal in gut zwei Jahren trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem Weltmeistertrainer auf die von dessen Ex-Chef betreute Auswahl der USA…
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Jürgen Klinsmann kennt beide Teams sehr gut.Foto: Maja Hitij/dpa
Epoch Times10. Juni 2015
Schon wieder heißt das Duell: Joachim Löw gegen Jürgen Klinsmann. Zum dritten Mal in gut zwei Jahren trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem Weltmeistertrainer auf die von dessen Ex-Chef betreute Auswahl der USA.

Die Partie am Mittwoch (20.45 Uhr) in Köln ist natürlich nicht vergleichbar mit dem letzten Spiel vor knapp einem Jahr bei der WM in Brasilien. Diesmal geht es vor allem um das Einspielen für die letzte Pflichtaufgabe der Saison am Samstag in Faro gegen Gibraltar.

DAS VORSPIEL: So viel gegenseitige Anerkennung hat es vor einem Testländerspiel noch nie gegeben. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz äußerten Löw und Klinsmann nebeneinander auf dem Podium sitzend ihre gegenseitige Wertschätzung. Die freundschaftliche Atmosphäre wirkte nicht gestellt. Ex-Chef Klinsmann und Ex-Assistent Löw wissen, was sie einander zu verdanken haben. „Alle schauen nach Deutschland und bewundern, was hier geschehen ist“, sagte Klinsmann. Löw attestierte Klinsmann, in Amerika viel für den Fußball bewegt zu haben.

DAS PERSONAL: Da Jérôme Boateng erst am Dienstagabend zum Team stoßen sollte, hat Löw nur 18 Akteure für die Partie zur Verfügung. Somit könnten sogar alle 16 Feldspieler zum Einsatz kommen, wenn der Bundestrainer seine Ankündigung wahrmacht, das komplette Wechselkontingent zu nutzen. Fix ist der Einsatz von Shkodran Mustafi und Antonio Rüdiger in der Abwehrzentrale. Sami Khedira soll am Tag nach dem Wechsel zu Juventus Turin zumindest 45 Minuten Spielpraxis bekommen. Interessant ist die Torwartfrage. Roman Weidenfeller könnte angesichts viel junger Konkurrenz letztmals im DFB-Trikot im Einsatz sein.

DIE ZIELSETZUNG: Natürlich will Joachim Löw gegen seinen ehemaligen Chef Klinsmann weder verlieren, noch schlecht aussehen. Noch nie unterlag Deutschland in einem Heimspiel den USA. Doch wie schon zuletzt hat das Ergebnis in einem Testspiel für Löw nicht die oberste Priorität. Gut zwei Wochen nach dem Bundesliga-Ende ist die Partie auch ein Warmspielen für die EM-Qualifikation in Faro gegen Außenseiter Gibraltar am Samstag. Zudem kann Löw einige in ihren Clubs zuletzt weniger beanspruchte Nationalspieler wie Lukas Podolski oder André Schürrle einem Leistungstest unterziehen. Erstmals im DFB-Trikot vorspielen darf wohl der Gladbacher Patrick Herrmann.

DER GEGNER: Die USA sind mittlerweile ein echter Gradmesser. Das mussten auch die Niederlande bei ihrem 3:4 in der Vorwoche erfahren. Klinsmann hat in den vergangene Jahren eine junge, hungrige Einheit geformt, die jedem Gegner im Weltfußball massive Probleme bereiten kann. Mit dabei sind in Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach), Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt) und John Anthony Brooks (Hertha BSC) auch wieder drei Bundesliga-Profis. Das große Ziel ist laut Klinsmann, 2017 beim Confederations Cup mitspielen zu dürfen – dann eventuell wieder gegen die schon qualifizierte DFB-Auswahl. Der erneute Gewinn des Gold Cups im Juli im eigenen Land würde den USA das Ticket für Russland garantieren.

DIE HISTORIE: Erst zehnmal spielte die DFB-Auswahl gegen die USA. Zum ersten Aufeinandertreffen kam es im Juni 1993, als Deutschland durch drei Tore von Karl-Heinz Riedle und einen Klinsmann-Treffer mit 4:3 in Rutherford gewann. Den höchsten deutschen Erfolg gab es unter Bundestrainer Klinsmann beim 4:1 im März 2006. Gleich zwei der drei Niederlagen setzte es im Jahr 1999 – zuerst beim 0:3 im Februar in Jacksonville und gut fünf Monate später beim 0:2 im Confed Cup in Mexiko. Bei WM-Spielen behielt Deutschland sowohl 1998 in Frankreich (2:0) als auch im Viertelfinale 2002 in Südkorea (1:0) und im Vorjahr in Brasilien (1:0) die Oberhand. Die letzte Niederlage gab es für eine deutsche B-Elf beim 3:4 im Test in Washington im Juni 2013.

(dpa)


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