Kovac auf Bewährung – BVB Meister im Understatement

Ist die Zeit von Niko Kovac in München schon wieder vorbei? Die Worte von Bayern-Präsident Uli Hoeneß lassen wenig Gutes erahnen für den erfolglosen Bayern-Coach. Die Konkurrenz aus Dortmund hat andere Sorgen. Nur nicht zu früh vom Titel reden, heißt es beim BVB.
Titelbild
Uli Hoeneß (M) stärkt Niko Kovac nicht mehr uneingeschränkt den Rücken.Foto: Sven Hoppe/dpa
Epoch Times25. November 2018

„Schock“, „hanebüchen“, „nicht akzeptabel“! Nach dem nächsten Heim-Desaster ist Niko Kovac beim FC Bayern München nur noch ein Trainer auf Bewährung.

Aufgewühlt und frustriert zog Präsident Uli Hoeneß nach dem 3:3 (2:1) gegen Fortuna Düsseldorf in der Mixed Zone der Allianz Arena nach dem 12. Bundesliga-Spieltag ein knallhartes Fazit. Die Jobgarantie für Kovac beläuft sich nur noch bis zum nächsten Spiel. „Wir spielen am Dienstag gegen Benfica Lissabon, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein“, sagte Hoeneß und kündigte nach dem vierten sieglosen Heimspiel in Serie dringenden Analysebedarf für die kommende Woche an.

„Wir spielen sehr schlechten Fußball, einen uninspirierten Fußball und einen Fußball ohne Selbstvertrauen“, lautete das Urteil des Präsidenten, der vor kurzem Kovac noch „bis aufs Blut“ verteidigen wollte. Von der Meisterschaft zu sprechen, sei zum jetzigen Zeitpunkt bei neun Punkten Rückstand „überheblich“, befand Hoeneß.

Nur das verbindet zumindest indirekt derzeit die Gefühlswelt der Bayern mit denen des enteilten Konkurrenten aus Dortmund. Nur keine Überheblichkeit, war bei der Borussia das Motto nach dem 2:1 (0:0) beim FSV Mainz 05. „Da steht November, nicht Mai“, mahnte Sportdirektor Michael Zorc beim Blick auf die Tabelle vor jeglichen Meistergratulationen. Und Trainer Lucien Favre wiegelte ab: „Das bedeutet überhaupt nichts.“

Favre konnte gut einordnen, dass der Sieg in Mainz auch glücklich war. Das Traumtor von Lukasz Piszczek und das erneute Jokertor von Paco Alcácer machten ihn möglich – Mainz hätte einen Punkt verdient gehabt. Aber: Wer auch solche Spiele gewinnt, hat beste Chancen auf den Titel. Mit 30 Punkten hat der BVB nun neun Punkte Vorsprung auf die Bayern, die auf Platz fünf verharren – jenseits der Champions-League-Ränge.

Hoeneß sprach auch von „Slapstick“ und „dilettantischen Fehlern“ und seine Worte waren so deftig, dass die Kovac-Zeit nach nur vier Monaten in München schon vorbei sein könnte. „Dann müssen wir uns schon nochmal zusammensetzen, wie es weitergehen soll. Denn das, was heute passiert ist, ist absolut nicht akzeptabel“, sagte Hoeneß. „Tatsache ist, dass wir natürlich eine schwierige Ausgangsposition für den Rest der Saison sehen und wir müssen uns erstmal über das Wochenende alle Gedanken machen, wie wir aus dieser Situation das Beste machen“, führte Hoeneß fort.

Kovac zeigte sich irritiert, ob des erneuten Einbruchs in der Schlussphase mit dem Ausgleich durch Düsseldorfs Dreifach-Torschütze Dodi Lukebakio. Zweimal hatte sein Team nach den Toren von Niklas Süle und Doppelpacker Thomas Müller einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben. „Sie können sich vorstellen, wie ich mich innerlich fühle. Ich weiß nicht, ob es eine Steigerung von sauer gibt“, sagte der 47-jährige. (dpa)



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