«Mia san miad»: Bayern taumeln ins «Jahrhundertspiel»

München (dpa) - Schon wieder verloren - na und! Das 0:1 im Derby gegen überglückliche Augsburger juckte den FC Bayern als schon feststehender Meister kaum. Dabei war es die vierte Niederlage in Serie und ein kleiner Mutmacher für das benötigte
Epoch Times10. Mai 2015
Schon wieder verloren – na und! Das 0:1 im Derby gegen überglückliche Augsburger juckte den FC Bayern als schon feststehender Meister kaum.

Dabei war es die vierte Niederlage in Serie und ein kleiner Mutmacher für das benötigte „Jahrhundertspiel“ (Karl-Heinz Rummenigge) gegen den FC Barcelona hätte sicher nicht geschadet. „Die Spieler waren nicht im Urlaub“, lobte Pep Guardiola den Einsatz seines in Unterzahl kämpfenden Teams. Vor allem aber freute den genervten Trainer, dass sich kein weiterer Akteur verletzt hatte.

Viermal nacheinander verloren (wie zuletzt 1991), sechs Stunden ohne Torerfolg – da fielen die Parolen für ein Fußball-Wunder im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Lionel Messi und Co. halbherzig aus. „Im Fußball passieren manchmal unglaubliche Dinge“, sagte Bastian Schweinsteiger zur Aufholjagd des 0:3. Ein bayerisches „Mia san mia“-Gesicht gelang dem Weltmeister dabei nicht.

„Mia san miad“ (Wir sind müde) beschreibt den Ist-Zustand der personell, konditionell und mental ausgezehrten Münchner besser. Fast 80 Minuten mit zehn Mann nach der Roten Karte für Torwart Pepe Reina kosteten auch noch unnötig viel Energie. „Natürlich haben wir uns das auch gedacht. Aber es hilft ja nix“, sagte Thomas Müller: „Wir waren engagiert, wir haben nicht im Sparmodus gespielt.“ Der Glanz der 25. Meisterschaft könnte spätestens am Dienstag (20.45 Uhr) noch mehr verblassen. „Falls wir rausgehen sollten, gibt es natürlich keine Lobeshymnen zum Abschluss“, gestand Weltmeister Müller.

Die Diskussionen würden zunehmen, die Spekulationen um neue Spieler und um den Trainer auch. Guardiola nervt der Rechtfertigungsdruck, dem er sich wie nie zuvor in seiner Trainerlaufbahn ausgesetzt sieht. Die Fragen werden bohrender, nicht nur zu seiner Spielphilosophie. „Solange ich hier Trainer bin, will ich den Ball“, erklärte er dünnhäutig. „Wir sind deutscher Meister, das ist am wichtigsten.“

Als Krönung gilt in München aber die Champions League. „Im Fußball kann alles passieren“, sagte Manuel Neuer. Das Finale hat der Torwart noch nicht aufgegeben. Er verhehlte aber auch nicht, wie aussichtslos das Unterfangen erscheint: „Wir müssen viele Tore erzielen. Und man weiß natürlich, dass die Individualisten da vorne bei Barcelona immer in der Lage sind, mit einer Einzelaktion ein Tor zu erzielen.“

So wie Augsburgs Angreifer Raul Bobadilla, der eine Hereingabe von Bayern-Leihgabe Pierre-Emile Højbjerg filigran wie ein Weltstar aus Barcelona ins Netz verlängerte (71. Minute). „Ich habe es einfach versucht mit der Hacke, und es hat geklappt“, erzählte Bobadilla strahlend: „Es war ein Traum, ein Tor gegen Neuer zu schießen. Das ist einfach geil.“ Es war ein Tor, das den kleinen FCA ganz nah Richtung Europa League bringt. „Das sind drei Bonuspunkte“, jubelte Kapitän Paul Verhaegh, der nach der Notbremse von Reina an Bobadilla den fälligen Foulelfmeter an den Pfosten geballert hatte (15.).

Vor seinem 100. Bundesligaspiel war FCA-Coach Markus Weinzierl noch „kurz außer Atem“ gewesen, als er die Aufstellung der Bayern sah. Guardiola hatte entgegen der Erwartungen ein A-Team aufgeboten. Aber es half nichts. Die Bayern haben ihre Leichtigkeit und Souveränität verloren, sie wackeln hinten und treffen vorne nicht mehr ins Tor.

Der bemühte Mario Götze zielte an den Pfosten, Robert Lewandowski schoss auf die Latte. „Wir müssen uns noch mehr konzentrieren beim Abschluss“, mahnte Schweinsteiger vor der „Mammutaufgabe“ (Müller) gegen Barça. Ein Funken Hoffnung bleibt. „Alles was wir noch haben an Kraft, müssen wir am Dienstag geben“, sagte Lewandowski.

(dpa)

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