«Nicht viel auszusetzen» – Bayern bereit für Barça-Gipfel

Epoch Times9. August 2020 Aktualisiert: 9. August 2020 7:23
Trotz des 3:0-Hinspielsieges hatten beim FC Bayern alle vor Übermut oder Leichtsinn gewarnt. Doch der Double-Sieger aus München beseitigte gegen den FC Chelsea schon früh mögliche Zweifel. Nun steht ein

Der FC Bayern um den herausragenden Robert Lewandowski startet mit einer imposanten Erfolgsserie in das Viertelfinal-Spektakel mit dem FC Barcelona.

Durch das 4:1 (2:1) im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea bejubelte der Fußball-Rekordmeister den achten Sieg im achten Spiel dieser Champions-League-Saison und geht den Titelkampf vom 12. bis 23. August in Lissabon als einer der großen Favoriten an. Dort steht allerdings gleich eine hohe Hürde an. „Wir haben den notwendigen Respekt und werden uns gut vorbereiten und hoffen, dass wir unsere Stärke zeigen können“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick im TV-Sender Sky.

Ein knappes halbes Jahr nach dem 3:0 im Hinspiel stimmte sich der Doublesieger bei seinem zweiten Neustart der Corona-Saison mit Toren des überragenden Lewandowski (10. Minute/Foulelfmeter/84.), Ivan Perisic (24.) und Corentin Tolisso (76.) bestens auf das große Duell gegen Lionel Messi & Co in Portugals Hauptstadt ein.

„Die Vorfreude ist natürlich riesig, wir fahren mit Selbstvertrauen nach Portugal“, sagte David Alaba. „Wenn man sich die letzten Wochen und Monate anschaut, müssen wir uns nicht verstecken.“ Tammy Abraham (44.) traf für die Londoner. „Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden, auch mit dem Ergebnis. Heute habe ich nicht viel auszusetzen“, sagte Flick vor der Abreise nach Portugal am Sonntag, wo die Mannschaft im rund 300 Kilometer von Lissabon entfernten Lagos ihr Quartier beziehen wird.

Acht Jahre nach dem tränenreichen Finale dahoam gegen den damaligen Königsklassensieger Chelsea gab es diesmal einen klaren Sieg – selbst nach der nur kurzen Vorbereitungszeit von knapp zwei Wochen. Bis zum Viertelfinale am 14. August ist nun noch eine Woche Zeit.

Der Münchner Geister-Express ist weiter nicht zu stoppen und hat in zwölf Spielen ohne Zuschauer während der Coronavirus-Pandemie zwölf Siege auf dem Konto. Weiter in Torlaune präsentiert sich Lewandowski, der mit seinem 13. Wettbewerbstreffer nun bei 53 Toren in 44 Saison-Pflichtspielen mit den Bayern steht. Die Tore von Perisic und Tolisso bereitete der Pole vor. Er ist bereit für das Superstar-Duell gegen Messi.

165 Tage nach dem Hinspiel wischten die Bayern schon früh mögliche Zweifel beiseite. Die Bayern begannen druckvoll und machten da weiter, wo sie vor der Verschnaufpause nach dem Bundesliga-Ende aufgehört hatten. Nach einem schönen Zuspiel von Serge Gnabry lief Lewandowski alleine auf Chelsea-Keeper Willy Caballero zu. Der 38-Jährige brachte den Polen zu Fall, doch zunächst wurde eine mögliche Abseitsstellung per Videobeweis überprüft.

Schließlich aber durfte Lewandowski antreten und erzielte sein zwölftes Tor im laufenden Wettbewerb. Auf der ansonsten fast leeren Tribüne durfte sich Vorstandsmitglied Oliver Kahn entspannt zurücklehnen – erst recht, als wenig später Perisic erhöhte. Der Kroate ersetzte den angeschlagenen Außenstürmer Kingsley Coman und erhielt etwas überraschend den Vorzug vor dem Brasilianer Philippe Coutinho. Dieser wurde in der 64. Minute für den 2:0-Torschützen eingewechselt.

Vor dem Treffer erkämpfte sich Thomas Müller im Mittelfeld den Ball und lebte den Einsatz vor, den Flick gefordert hatte. Nach dem Zuspiel von Müller legte Lewandowski den Ball uneigennützig quer auf Perisic, der aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.

Die ersatzgeschwächten Gäste von Trainer Frank Lampard boten eine insgesamt enttäuschende Vorstellung. Zwar musste Bayern-Schlussmann Manuel Neuer in der 28. Minute erstmals den Ball aus dem Tor holen, doch vor dem Kunstschuss des einst von den Münchnern umworbenen Callum Hudson-Odoi stand Vorlagengeber Tammy Abraham knapp im Abseits.

Mit dem klaren Vorsprung im Rücken und der praktischen Gewissheit der Viertelfinal-Qualifikation dominierten die Gastgeber zwar weiter und ließen Chelsea wenig Raum, doch in der Spitze fehlte hin und wieder nach der Wettkampfpause etwas Präzision. Auch das mitunter (zu) zaghafte Auftreten in der Defensive nutzte der Gast aus London kurz vor der Pause. Neuer konnte einen Schuss von Hudson-Odoi nicht festhalten, Abraham schob aus vier Metern ins leere Tor ein.

Keine Mühe hatte Neuer dagegen nach dem Wiederanpfiff bei einem Schussversuch von Mason Mount aus spitzem Winkel (49.). Deutlich mehr Unruhe verursachte wenig später die Verletzung von Jérôme Boateng, der nach einer Rettungstat am Knie behandelt werden musste (57.), kurz weiterspielte, dann aber doch ausgewechselt wurde (63.). Für ihn kam Niklas Süle zum ersten Pflichtspiel seit dem 19. Oktober, als er sich den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere zugezogen hatte.

Durch weitere Wechsel (Alvaro Odriozola für Kimmich/70. und Tolisso für Thiago/71.) schien gerade ein wenig der Bayern-Rhythmus verloren zu gehen, als der Franzose Tolisso das 3:1 erzielte. Es war der 30. Bayern-Treffer in den ersten acht Champions-League-Spielen dieser Saison. Damit egalisierten sie den Rekord des FC Barcelona, der in der Saison 2011/12 nach acht Partien 30 Mal getroffen hatte. Und Lewandowski stellte schließlich sogar eine neue Bestmarke auf. (dpa)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN