Staatsschutz ermittelt: Islamisten als Sicherheitskräfte bei SV Werder Bremen und SC Paderborn

Epoch Times20. Juli 2019 Aktualisiert: 20. Juli 2019 17:53
Sie gelten als gewalttätig und sorgen für die Sicherheit? Zwei tschetschenische Brüder sind Teil eines Security-Teams, das auch bei Fußballspielen zum Einsatz kam.

„Bei den Erkenntnissen, die jetzt da im Raum stehen, ist auf jeden Fall ein Sicherheitsrisiko erkennbar. Das darf so nicht passieren“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, dem WDR.

Zuvor war bekannt geworden, dass bei den Fußballbundesligisten Werder Bremen und SC Paderborn zwei tschetschenische Männer gearbeitet haben, denen ein Kontakt mit gewaltbereiten Islamisten nachgesagt wird. Ein Paderborner Sicherheitsunternehmen hatte die beiden Brüder eingestellt.

Lars Mühlbradt ist Geschäftsführer der Elko & Werder Security. Sein Unternehmen ist für die Sicherheit in und um das Weserstadion zuständig. Er sagte, dass die beiden Männer als Ordnungskräfte vom Paderborner Kooperationspartner geschickt worden seien. Diese Zusammenarbeit sei erstmal beendet, bis der Vorfall aufgeklärt sei. Dass die beiden Brüder überhaupt Teil der Sicherheitskräfte werden konnte, verwundert auch ihn. Laut „Deichstube“ sagte er:

Eigentlich ist das nur schwer möglich, weil es viele Systeme gibt, die potenzielle Mitarbeiter überprüfen. Ich sehe eigentlich keine Lücke.“

Schließlich würden die Anwärter überprüft werden und müssten ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das nicht älter als drei Monate sein dürfte. Allerdings würde laut Mühlbradt aus diesem Zeugnis nicht hervorgehen, ob gegen jemanden wegen „irgendwelcher Verfehlungen“ ermittelt wurde. Das unterliege dem Datenschutz.

Einer der Brüder, Islam M., war 2015 zu einer Arreststrafe verurteilt worden, weil er Sympathisant des Attentates auf die Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo war. Bei dem Attentat kamen damals 13 Menschen ums Leben. Trotz dieser Arreststrafe war es ihm möglich, in das Sicherheitsnetz des Security-Unternehmens aufgenommen zu werden. Er wurde mit seinem Bruder als Ordnungshüter in Fußballstadien eingesetzt.

Üblicherweise schreibe der DFB vor, dass Sicherheitskräfte alle drei Jahre überprüft werden. Mühlbradt mache diese Überprüfung für seine Mitarbeiter sogar jährlich. Dazu würden nach Einwilligung durch die Angestellten von staatlichen Stellen Informationen über sie eingeholt. Insoweit weiß er: „Unser eigenes Personal betreffend sind wir obersicher“.

Dass die notwendigen Sicherheitschecks tatsächlich auch für die beiden Brüder vorgenommen worden seien, versicherte der Kommunikationschef des SV Werder Bremen, Michael Rudolph. Er fügte hinzu:

Es lagen die notwendigen Informationen über durchgeführte Sicherheits-Checks vor. Der SV Werder Bremen hatte sämtliche gesetzlich möglichen Überprüfungen ausgeschöpft.“

Aus Paderborn heißt es vom Pressesprecher Matthias Hack: „Wir haben festgestellt, dass die beiden seit längerer Zeit nicht mehr hier im Einsatz waren. Die weiteren Ermittlungen sind Sache der Polizei.“

Wie zukünftig mit Mitarbeitern mit verdächtiger politischer oder religiöser Haltung vorgegangen würde, konnte Mühlbradt noch nicht beantworten. Sowohl der SV Werder Bremen als auch der SC Paderborn habe die Polizei, den Staatsschutz und den DFB informiert. (sua)

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