Jogi Löw.Foto: ANDY RAIN/POOL/AFP via Getty Images

Türkei: Jogi Löw als künftiger Nationaltrainer im Gespräch

Von 10. September 2021 Aktualisiert: 10. September 2021 12:48
Nach dem 1:6 im WM-Qualifikationsspiel in Amsterdam steht der türkische Fußball-Nationaltrainer Senol Günes vor dem Rauswurf. Bereits jetzt spekuliert die Presse über mögliche Nachfolger. Einige Fans und Sportjournalisten nennen Jogi Löw als Wunschtrainer der Türkei.

Nach fast 15 Jahren im Traineramt der DFB-Nationalmannschaft hat Jogi Löw nach der Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli 2021 seinen Rücktritt erklärt. Seither wurde es in den Medien still um ihn – bis zum vergangenen Donnerstag (9.9.). An jenem Tag wurde sein Name erstmals öffentlich im Zusammenhang mit einem möglichen neuen Engagement genannt. Gastautor Fatih Demireli brachte Löw im „Focus“ als möglichen künftigen Nationaltrainer ins Spiel – für die Türkei.

Nach starkem Start wurde 2021 für Türkei zum Horrorjahr

Offiziell hat die Türkei noch einen Nationaltrainer. Şenol Güneş genoss stets ein hohes Maß an Autorität im Verband und in der Bevölkerung selbst. Immerhin war er nicht nur als Spieler und Trainer von Trabzonspor erfolgreich. Auch bekleidete er erstmals von 2000 bis 2004 das Amt des Nationaltrainers und führte die Türkei zu dritten Plätzen bei der Weltmeisterschaft 2002 und ein Jahr später beim Confed Cup.

Seit 2019 ist er erneut türkischer Nationaltrainer. In der EM-Qualifikation konnte die Türkei überzeugen und qualifizierte sich als Gruppenzweiter direkt für die später coronabedingt um ein Jahr verschobene EURO 2020. Nach eindrucksvollen ersten WM-Qualifikationsspielen im Frühjahr 2021 ging sie sogar als Geheimfavorit ins Turnier. Allerdings lieferte die Mannschaft beim Turnier eine uninspirierte Vorstellung ab und schied punktlos in der Vorrunde aus.

Das blamable 1:6 am Mittwoch im sechsten WM-Qualifikationsspiel in Amsterdam gegen die Niederlande, durch welches die Türkei auch noch auf den dritten Gruppenplatz zurückfiel, dürfte nun das Trainer-Aus für Güneş, der sich zum „Opfer teuflischer Umstände“ erklärte, zu einer bloßen Frage von Tagen machen. Gleichzeitig deutete der Nationaltrainer, über dessen Jahresgehalt von 3,2 Millionen Euro in der Türkei nun breit diskutiert wird, an, er werde „nicht unendlich hier“ sein.

Jogi Löw wäre zweiter Deutscher im türkischen Nationaltraineramt

Die nächsten Qualifikationsspiele stehen im Oktober an. Bis dahin gehen immer mehr Beobachter der türkischen Fußballszene davon aus, dass es bereits einen neuen Cheftrainer für die Nationalmannschaft gibt.

Neben einheimischen Kandidaten wie Emre Belözoğlu, dem derzeitigen Coach von Fenerbahçe Istanbul, werden dafür auch mögliche ausländische Kandidaten genannt. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist der von Ex-DFB-Langzeittrainer Jogi Löw. Gänzliches Neuland wäre der türkische Fußball für den Weltmeistertrainer von 2014 nicht. In den Jahren 1998 und 1999 trainierte Löw Fenerbahçe und von 2000 bis 2001 das Team von Adanaspor.

Deutsche Trainer waren in der Türkei zudem stets willkommen und einige von ihnen konnten sogar Achtungserfolge verbuchen – etwa Christoph Daum, der in den 1990ern und 2000ern mit Fenerbahçe und Beşiktaş jeweils drei Titel auf nationaler Ebene holte; Jupp Derwall, der mit Galatasaray in den 1980ern Meister und Pokalsieger wurde, oder Sepp Piontek, der als erster deutscher Trainer die Nationalmannschaft der Türkei trainierte.

Dass Löw tatsächlich bald die türkische Nationalmannschaft trainieren wird, beurteilt „Focus“-Autor Demireli allerdings als „derzeit äußerst unrealistisch“.



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