Vettels Zukunftsoption: «Es ist noch gar nichts entschieden»

Epoch Times15. Juli 2020 Aktualisiert: 15. Juli 2020 14:10
Was macht Sebastian Vettel? Verkündet er in Ungarn seine Zukunftspläne? Es läuft wohl einiges auf eine Frist am Monatsende zu. Seine Karriere scheint nun auch von einem mexikanischen Rivalen abzuhängen.

Sebastian Vettel hat sich mit der nach wie vor ungeklärten Karrierefrage auf den Weg zur erhofften sportlichen Wiederauferstehung gemacht.

Zwischen immer konkreteren Spekulationen und alles offen lassenden Aussagen hofft der 33 Jahre alte deutsche Formel-1-Star auf dem Hungaroring den Kurs aus der schweren Krise mit Ferrari zu finden, um sich für nächstes Jahr zu empfehlen.

„Meine Zukunft ist weiterhin offen. Es ist noch gar nichts entschieden“, sagte er „Sport1.de“, nachdem Berichte über Verhandlungen mit dem künftigen Aston-Martin-Team aufgetaucht waren. „Auch ein Jahr Pause, vieles ist noch möglich.“

Den Tagen beim Großen Preis von Ungarn wird Vettels möglicher Wechsel zum künftigen Werksteam von Aston Martin weitere Würze verleihen. Dabei ist die Konstellation abgesehen von einem laufenden Protest gegen den Rennstall pikant genug: Die beiden aktuellen Fahrer haben noch gültige Verträge fürs kommende Jahr beim aktuellen Team Racing Point. Einer von ihnen ist auch noch der Sohn des milliardenschweren Mitbesitzers. Nach der „Bild“ berichtete nun aber auch das britische Boulevardblatt „The Sun“, dass der steinreiche Lawrence Stroll Vettel als Kollegen für seinen Sohn Lance haben wolle.

Es sieht also so aus, dass das Karriereschicksal des viermaligen Weltmeisters, dessen Zeit bei Ferrari nach sechs Jahren als gescheiterte Mission betrachtet werden kann, nun vom mexikanischen Rivalen Sergio Perez abhängt. Eine Klausel in dessen Vertrag soll es möglich machen, dazu eine siebenstellige Summe als Trennungsgeld. Spekuliert wird mit einem Wechsel von Perez zum amerikanischen Haas-Team, zumal der Mexikaner auch noch Sponsoren-Gelder mitbringen würde. Das Management von Perez antwortete auf eine Mailanfrage zunächst nicht.

Stichtag für die Klausel in dem Kontrakt des 30-Jährigen aus Guadalajara, der schon seit 2011 in der Formel 1 fährt, soll der 31. Juli sein. Das ist der Tag des Auftakttrainings beim ersten von zwei Rennen in der Corona-Notsaison in Silverstone. Wenn dem so ist, beginnt für Vettel schon bald der Countdown, nachdem sämtlich anderen Optionen von Mercedes bis Red Bull von der Liste bereits gestrichen werden mussten. Vettels Weg hat also nur noch drei Abzweigungen: Aston Martin, Karrierepause, Karriereende.

So klangvoll der Name Aston Martin vor allem für Fans von James Bond ist – die Lizenz zum Siegen hat er mit dem Wagen auch nicht, selbst wenn das aktuelle Auto von Racing Point zumindest deutlich besser ist als Vettels Ferrari. Zudem käme er in einen Rennstall mit bewegter Vergangenheit voller Übernahmen. Konstanz, die Vettel schätzt, müsste erst noch geschaffen werden. Mal Midland, mal Spyker, mal Force India oder auch Racing Point seit dem Kauf durch eine Investorengruppe im Lawrence Stroll. Zuvor hatte Force India Insolvenz anmelden müssen.

Hinzu käme bei Aston Martin ein Teamkollege, der sportlich noch nicht die großen Glanzlichter setzte, aber von seinem Vater protegiert wird. Welche Rolle würde Vettel also spielen: Alt- und Lehrmeister? Aufbauhelfer? Unumstrittene Nummer eins?

Nach der Zeit bei Ferrari mit dem unrühmlichen Ende wird Vettel vor allem eines wollen: Ein Umfeld, in dem er wieder seine Bestleistung abrufen kann. Teamchef Otmar Szafnauer ist in etwa so lange in der Formel 1 wie auch Vettel. 2009 kam er zum damaligen Force-India-Team und bewährte sich in Krisenzeiten. Trotz eines überschaubaren Budgets konnte der Rennstall, für den auch schon Adrian Sutil und Nico Hülkenberg fuhren, sogar immer wieder Erfolge feiern. Geld steht mittlerweile deutlich mehr zur Verfügung. Und mit Vettel könnten auch noch die großen Erfolge hinzukommen. (dpa)

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