Wegen Kovac: Boateng verrät Gründe für Bayern-Verbleib

Nach einem Sommer mit reichlich Wechselspekulation liegt der Fokus von Jérôme Boateng «jetzt klar auf Bayern». Der Weltmeister von 2014 wünscht sich mehr Unterstützung der Bosse. Kritisch äußert er sich über ausgebliebene Reaktionen in der Özil-Affäre.
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Verteidigt weiter für den FC Bayern: Jérôme Boateng.Foto: Sven Hoppe/dpa
Epoch Times19. September 2018

Jérôme Boateng sucht das Gespräch mit den Club-Bossen und hat die besondere Bedeutung von Trainer Niko Kovac für seinen Verbleib beim FC Bayern München hervorgehoben.

„Seine Meinung hat am Ende eine sehr große Rolle gespielt. Auch seine Wertschätzung lässt mich mit einem guten Gefühl hier bleiben. Vor allem im Trainingslager hatten wir ein richtig gutes Gespräch“, sagte der 30-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. „Niko Kovac zum Beispiel wollte mich unbedingt halten.“

In dem Interview bemängelte er nicht genug Unterstützung durch Präsident Uli Hoeneß und den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge. Zudem verteidige er sich gegen Kritik. „Mir ist es wichtig, noch mal klarzustellen, dass ich voll auf den FC Bayern fokussiert bin. Und dass ich es andererseits aber auch nicht so schön finde, wenn überall Sachen über mich behauptet werden und man dann keine öffentliche Unterstützung vom Verein bekommt“, sagte der 30-Jährige.

Lange war in diesem Sommer ein Wechsel des Innenverteidigers zu Paris Saint-Germain im Gespräch. Am Ende konnten sich die beiden Clubs nicht einigen. „Ich habe schon ein, zwei Tage gebraucht, um das alles zu verarbeiten und zu reflektieren, aber jetzt geht es mir wirklich gut“, sagte Boateng. Er möchte sich mit den Bayern-Bossen zusammensetzen. „Ich finde schon, dass wir demnächst noch mal reden sollten. Das haben wir uns auch vorgenommen.“

Der bis 2021 an den FC Bayern gebundene Boateng ließ offen, ob er langfristig beim Club bleibt. „Man kann im Fußball nie sagen, was in der Zukunft passiert, aber mein Fokus liegt jetzt klar bei Bayern. Ich bin total klar im Kopf und freue mich auf die englischen Wochen, die Champions League, die Hymne“, sagte der Weltmeister von 2014.

Boateng nannte auch seine Gründe für das historische Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM. „Viele Führungsspieler sind nicht an ihre Top-Leistung rangekommen, und wir hatten auch nicht die ein, zwei Jungen, die rausgestochen sind und das wettgemacht haben. Und sicher hat auch das letzte Feuer gefehlt“, sagte der 75-malige Nationalspieler. „An ein paar Vorwürfen ist also schon etwas dran: Der Teamspirit war definitiv nicht so gut wie 2014, der hat sich nicht entwickelt, man hat ihn nicht so gespürt.“

Kritisch äußerte sich Boateng über die Zurückhaltung von Mitspielern nach dem Rückzug von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft. „Das ist wieder so eine Sache. Wo waren die Mitspieler, die sich bei Mesut bedankt haben? Anscheinend haben viele sich nicht zu äußern getraut, weil sie gedacht haben, dass das bei den deutschen Fans nicht so gut ankommt. Aber da geht es nicht um die Aktion mit dem Foto“, wertete Boateng. „Da geht es um einen tollen Spieler, der mit uns Weltmeister geworden ist, der super viele Länderspiele gemacht hat, der den deutschen Fußball auch ein Stück weit verändert hat. Eine Nummer 10 mit Migrationshintergrund! Dem muss man Danke sagen. Sich dann zu enthalten, das finde ich schade.“ (dpa)



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