Wolfsburgs Frauen gewinnen zum sechsten Mal den DFB-Pokal

Epoch Times1. Mai 2019 Aktualisiert: 1. Mai 2019 20:16
Wolfsburg bleibt im deutschen Frauenfußball das Maß aller Dinge. Mit einem 1:0-Sieg gegen Außenseiter Freiburg sichert sich der VfL zum sechsten Mal den DFB-Pokal. Und hat nun das erneute Double im Visier.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihre nationale Vormachtstellung untermauert und ausgelassen ihren sechsten DFB-Pokalsieg gefeiert.

Die zum Saisonende in ihre schwedische Heimat zurückkehrende Spielführerin Nilla Fischer reckte um 19.30 Uhr in Köln voller Freude den Silberpokal in die Höhe, den sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Konfettiregen entgegengenommen hatte.

„Wir sind überglücklich. Es war eine tolle Atmosphäre. Für uns im Frauenfußball ist das eine tolle Sache“, sagte Nationaltorhüterin Almuth Schult im ARD-Interview. Die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch hatte sich zuvor in einem hochklassigen Finale knapp mit 1:0 (0:0) gegen den Bundesliga-Rivalen SC Freiburg durchgesetzt. Vor 17.048 Zuschauern im RheinEnergieStadion bescherte die polnische Nationalspielerin Ewa Pajor dem Titelverteidiger mit ihrem Siegtreffer in der 55. Minute den fünften Cup-Erfolg hintereinander.

VfL-Nationalspielerin Alexandra Popp gestand, dass es ein hartes Stück Arbeit war: „Es war ein Kampf. Man hat gesehen, dass Freiburg hintenraus das ein oder anderen Korn liegen gelassen hat.“ Die geschlagenen Freiburgerinnen ließen nicht lange die Köpfe hängen und waren trotz ihrer knappen Niederlage stolz: „Jeder träumt davon, sowas mitzuerleben. Es ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist“, meinte SC-Stürmerin Sandra Starke. Bundesliga-Spitzenreiter Wolfsburg kann nach dem erneuten Cup-Triumph nun noch das Double perfekt machen. „Wir dürfen ein bisschen feiern, aber wir haben schon das wichtige Spiel am Wochenende im Kopf“, sagte Torschützin Pajor.

Die ohnehin verletzungsgeplagten Breisgauerinnen hatte bei ihrer ersten Endspielteilnahme auch noch ohne Nationaltorhüterin Merle Frohms (Kapselriss am Finger) auskommen müssen, hielten dennoch lange gut mit. Am Ende aber musste sich das Team von Jens Scheuer den routinierteren Niedersächsinnen geschlagen geben. Der direkte Vergleich von Frohms mit der deutschen Nummer eins auf der Gegenseite, VfL-Keeperin Almuth Schult, fiel gut fünf Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) aus.

Vor den Augen von Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sowie weiteren prominenten Gästen übernahm der Favorit aus Niedersachsen zunächst die Initiative. Doch die leidenschaftlich kämpfenden Freiburgerinnen überstanden den ersten Ansturm des Bundesliga-Spitzenreiters und setzten immer wieder eigene Nadelstiche.

Als Sara Björk Gunnarsdottir den Ball vor dem eigenen Strafraum vertändelte, zog Anja Hegenauer sofort ab, verfehlte aber knapp das VfL-Tor (9.). Wenig später musste DFB-Torfrau Schult in höchster Not gegen Jung-Nationalspielerin Klara Bühl eingreifen, um den Rückstand des Favoriten zu verhindern. Der Cup-Verteidiger hatte große Mühe, trotz optischer Überlegenheit gute Chancen zu kreieren und musste bei Ballverlusten höllisch auf die Tempogegenstöße des SC aufpassen. Erneut war es Schult, die bei einem Konter rechtzeitig aus ihrem Gehäuse kam und gegen Sandra Starke (29.) rettete. Sharon Beck vergab zehn Minuten vor der Pause die nächste Chance des Außenseiters.

Erst in der 42. Minute hatte Wolfsburg die erste große Chance zur Führung, als sich Pernille Harder auf der rechten Seite durchsetzte. Doch VfL-Torjägerin Pajor scheiterte nach der Flanke der dänischen Nationalspielerin mit einem spektakulären Fallrückzieher an der toll reagierenden SC-Ersatzkeeperin Lena Nuding.

Sichtlich aggressiver und zielstrebiger kamen die „Wölfinnen“ aus der Kabine, die Führung lag in der Luft. Und sie fiel auch zehn Minuten nach Wiederanpfiff: Harder ließ erst zwei Gegenspielerinnen aussteigen, traf dann aus rund 15 Metern zwar nur den Pfosten, doch die Polin Pajor war zu Stelle und musste nur noch zum 1:0 einschieben. Mit dem Gegentreffer war der Widerstand der Freiburgerinnen gebrochen, und der nun deutlich überlegene VfL brachte den Erfolg routiniert über die Zeit. (dpa)

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