Zehntausende Japaner bewundern Olympisches Feuer

Epoch Times22. März 2020 Aktualisiert: 22. März 2020 13:49
Zehntausende Menschen sahen sich am Samstag das Olympische Feuer an. Mehr als 50.000 Menschen strömten zum Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi, wo die Flamme in einem goldenen Kessel gezeigt wurde.

Trotz der Coronavirus-Pandemie haben in Japan zehntausende Menschen das Olympische Feuer bewundert. Mehr als 50.000 Menschen strömten am Samstag zum Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi, wo die Flamme in einem goldenen Kessel gezeigt wurde. Die Warteschlange war japanischen Medienberichten zufolge teilweise 500 Meter lang. Einige Besucher warteten stundenlang, um das Feuer zu sehen zu können. Viele Besucher trugen Atemschutzmasken.

Das in Griechenland entzündete Olympische Feuer war am Freitag in Japan eingetroffen. Die Flamme wurde mit einem Flugzeug zum nördlichen Luftwaffenstützpunkt Matsushima gebracht. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren dabei nur wenige Dutzend Behördenvertreter und Gäste anwesend.

Am Donnerstag startet dann der mehrmonatige Fackellauf durch Japan. Dabei wird das Olympische Feuer durch alle japanischen Präfekturen getragen, Ausgangspunkt ist Fukushima. Wegen der Coronavirus-Krise wird der Auftakt nicht groß gefeiert und die Empfangszeremonien in den einzelnen Orten finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Olympia verschieben?

So forderte der Chef des mächtigen US-Leichtathletikverbands, Max Siegel, das Olympische und Paralympische Komitee seine Landes (USOPC) am Samstag auf, sich wegen der Corona-Pandemie für die Verschiebung einzusetzen. „Es ist richtig und verantwortungsbewusst, der Gesundheit und Sicherheit aller Menschen Priorität einzuräumen und anzuerkennen, welchen Tribut diese schwierige Situation von unseren Athleten und ihren Olympiavorbereitungen fordert und fordern wird“, schrieb Siegel.

Zuvor hatte USOPC erklärt, es sei zu früh, die Spiele vom 24. Juli bis zum 9. August zu verschieben. Damit äußerte es sich ähnlich wie der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach. Er hatte am Freitag gesagt, dass es „verfrüht“ sei, eine solch große Entscheidung zu treffen. Die Olympischen Spiele in Tokio sind eines der wenigen sportlichen Großereignisse in diesem Jahr, das nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie noch nicht abgesagt wurde.

Auch in Europa griffen mehrere Verbände die Forderung nach einer Verschiebung auf, darunter der spanische und der britische Leichtathletikverband. Auch der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius plädiert genau wie viele andere deutsche Athleten für eine Verlegung der Olympischen Spiele. Man müsse 2020 „als ein Jahr sehen, in dem der Sport ruht“. Das IOC müsse „jetzt mal über seinen Schatten springen“, sagte der 39-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“.

IOC befragt die Nationalen Olympischen Komitees

Auch für den Virologen Alexander Kekule ist eine Austragung nahezu unmöglich. „Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können“, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle der ARD-Sportschau.

Das IOC ließ mittlerweile allen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Fragebögen zur Corona-Krise zukommen. Der Fragenkatalog mit dem Titel „Covid-19 und die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio“ liegt der Nachrichtenagentur AFP vor. Das IOC befragt die NOKs darin unter anderem, wie die Notfallregelungen im Zusammenhang mit COVID-19 das Training und die Vorbereitung ihrer Athleten einschränken. (afp)

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