Deutschlands E-Auto-Lüge und Ladestationen, die niemand braucht

Epoch Times15. August 2019 Aktualisiert: 16. August 2019 8:48
Was die Elektromobilität betrifft, kommt die Bundesregierung nicht voran. Sowohl bei den Zielen zur Anzahl der E-Autos als auch bei der Anzahl der Ladestationen hängt Deutschland weit hinter seinen Zielen zurück.

Die Gute Nachricht ist: „Für die aktuell beim Kraftfahrt-Bundesamt gemeldeten Pkws mit elektrischem Antrieb reicht das bundesweite Angebot öffentlicher Ladepunkte vollkommen aus“, stellt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fest.

Das Ziel lautete jedoch nicht „genug Ladestationen für alle vorhandenen E-Autos“, sondern 1.000.000 E-Autos und 100.000 neue Ladestationen bis 2020.

Statt der angestrebten Million E-Autos fahren momentan etwa 85.000 vollelektrische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen und statt 100.000 neuer Ladesäulen verkündete das BDEW selbstbewusst: „Innerhalb eines Jahres ist es gelungen, die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte von 13.500 auf 20.650 zu steigern. Das ist ein Zuwachs von über 50 Prozent“, so Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Somit fehlen noch 94.850 neue Ladesäulen.

Obwohl die Automobilindustrie unter Hochdruck daran arbeitet ihre Flotte zu elektrifizieren, sind die Hauptprobleme von E-Autos weiterhin ungelöst. Die Reichweite und die Anzahl der Lademöglichkeiten schrecken Käufer ab. Und trotz der steigenden Anzahl an Ladepunkten sind fast alle neuen Ladesäulen unbenutzbar.

Die Welt schreibt: Es zeigt sich bereits „bei den aktuellen Autos, dass ‚das bundesweite Angebot öffentlicher Ladepunkte‘ keineswegs ausreicht. Denn die Ladesäulen-Offensive besitzt einen ganz entscheidenden Makel. Sie beschränkt sich zum Großteil auf langsam ladende Stationen.“

Langsame Ladestationen werden die Reichweitenangst nicht beseitigen

Wer an den neuen öffentlichen Ladesäulen „schnell mal nachladen“ will, hat ein Problem. Denn kaum eine Station liefert so viel Strom, wie das Auto aufnehmen kann. Die wenigen Stationen, die schnelles Laden mit 50, 100 oder mehr Kilowatt ermöglichen sind rar – und stammen nicht von den Energieversorgern, die etwa 75 Prozent der Ladestationen betreiben. Echte Schnellladestationen wie Teslas Supercharger gibt es noch seltener.

Benjamin Hintz vom regionalen Energieversorger Wemag erklärt: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei den Schnellladern viel, viel schlechter.“ Der Aufwand, eine Schnellladesäule zu errichten und anzuschließen ist um ein vielfaches komplexer und etwa zehnmal teurer als bei normalen Ladesäulen. So kommt es, dass sich Bürgermeister und Unternehmer immer wieder für die günstige Variante entscheiden (müssen) und am Markt vorbei investieren.

Laut BDEW sei es völlig überflüssig, die viel teureren Schnellladestationen zu bauen, denn viele E-Mobilisten würden ihr Fahrzeug auf Arbeit oder über Nacht laden.

Falsch ist diese Feststellung nicht. Jedoch kann es die Reichweitenangst, vielleicht das entscheidendste Kriterium bei Kauf eines E-Autos, nicht beseitigen. Was nützt einem ein tolles E-Auto mit 400 Kilometer Reichweite, wenn man zum Laden mehrere Stunden braucht?

In einer Stadt mit guter Fernverkehrsanbindung mag ein kleines E-Auto mit Garagen-Ladeplatz ausreichen, doch der Großteil der Deutschen wohnt nicht in einer solchen Stadt. Statt die Hälfte seines Tages an der Ladestation zu verbringen, greift Bauer John doch lieber zum Diesel. Wenn der auf dem Feld stehen bleibt, kann er notfalls ein paar Liter vom Traktor abzapfen. (ts)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
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