Die Zukunft der Autobranche – Quo Vadis, Automobil?

Epoch Times25. November 2017 Aktualisiert: 25. November 2017 0:18
Während manche Beobachter die Elektromobilität als einzig gangbaren Weg propagieren, äußern andere Zweifel an der baldigen Massenkompatibilität der Fahrzeuge.

Heutzutage scheint die ganze Welt sich im Umbruch zu befinden. Alte Sicherheiten bröckeln, Selbstverständlichkeiten stehen plötzlich in Frage. Dass das Thema Mobilität dabei eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich schon an der Tatsache, dass es momentan eine gewisse Ratlosigkeit bezüglich der zukünftigen Richtung gibt, die die Automobilbranche einschlagen soll. Während manche Beobachter die Elektromobilität als einzig gangbaren Weg propagieren, äußern andere Zweifel an der baldigen Massenkompatibilität der Fahrzeuge. Zunehmend spielen dabei neben den traditionellen Autobauern auch Konzerne eine Rolle, die eigentlich aus dem digitalen Bereich kommen und nach neuen Marktanteilen greifen. Quo vadis also, Automobilbranche?

Der Paukenschlag auf dem deutschen Automarkt

Dass das Thema überhaupt derart an Brisanz gewonnen hat, ist zweifelsohne dem Dieselskandal des Sommers 2017 zu verdanken. Durch die Vorwürfe, die bezüglich einer Abgasmanipulation gegenüber verschiedenen Autokonzernen wie Volkswagen laut wurden, wurde ein unmittelbarer Zusammenhang zu den noch in Verhandlung befindlichen Fahrverboten in zahlreichen deutschen Großstädten wie Stuttgart hergestellt. Sollten diese Fahrverbote aufgrund der Überschreitung von festgelegten Abgasgrenzwerten tatsächlich erlassen werden, käme dies für zahlreiche Menschen einer Katastrophe gleich, da ihr gewohnter Weg zur Arbeit nicht mehr benutzbar wäre. Gerade deswegen überlegen viele Autofahrer ihr gebrauchtes Auto zu verkaufen und auf andere Technologien abseits des Verbrennungsmotors umzusteigen.

Auch die von VW zugesagten Softwareupdates für Diesel bringen offensichtlich nicht die gewünschte und benötigte, umfangreiche Reduktion der von den Autos produzierten Emissionen.

Durch dieses Fiasko hat auch die Politik das Thema neu entdeckt. Dabei gibt es parteiübergreifend die Ansicht, dass eine Erneuerung der Automobilbranche dringlich und notwendig ist. Allein der Konsens über die Richtung fehlt. Während zum Beispiel die Grünen den Verbrennungsmotor am liebsten 2030 von der Bildfläche der Zulassungen verschwinden lassen würden, sind konservativere Stimmen freilich komplett anderer Meinung. Der Weg, das ist allerdings einhellige Meinung, soll langfristig Richtung Elektro-Auto gehen.

Die Pläne für die Zukunft

Insgesamt scheint also der Weg hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen zu gehen. Doch die Vorstellung, dass diese keine umweltschädigenden Produktionswege durchlaufen müssten, bevor sie irgendwann abgasfrei auf der Straße rollen, ist ein großer Irrtum. Tatsache ist, dass sie in ihrem Herstellungsprozess beispielsweise je nach Motor bis zu einem halben Kilo an Seltenen Erden verschlingen. Diese Erden werden übrigens auch für die Smartphone-Produktion genutzt. Viele Stimmen vermuten, dass um diesen Rohstoff sogar Kriege ausbrechen könnten, weil er so begrenzt ist.

Doch nicht nur dieser Posten lässt den Mythos vom völlig nachhaltigen und umweltfreundlichen Auto dahin schmelzen. Oftmals unberücksichtigt bleibt, dass Elektro-Autos im Zuge einer zukünftigen Salonfähigkeit und flächendeckenden Verbreitung einen horrenden Stromverbrauch verursachen. Doch nicht nur das: Schon bei ihrer Produktion fallen riesige Stromkosten an, besonders beim Bau der Batterien ist dies der Fall.

Nichtsdestotrotz planen auch die großen Konzerne und Automobilfirmen spürbar mit dem elektrischen Auto und setzen hier voll auf große Investitionen. Dabei erstaunt vor allem, dass die Automobilkonzerne gar nicht mehr in der Lage sind, ihre Pläne alleine umzusetzen. Immer häufiger gehen sie daher Kooperationen mit Software-Giganten wie dem Google-Mutterkonzern Alphabet, Nvidia oder Intel ein, um deren Know-How für die Autos von morgen zu nutzen. Mittlerweile hat sich Google bekanntlich von den Plänen für einen eigenen Wagen verabschiedet und will stattdessen voll auf die Kooperation mit großen Autobauern setzen. Das selbstfahrende Auto ist also keinesfalls vom Tisch – sondern auch bei anderen Firmen in der Konzeption und wahrscheinlich das Fortbewegungsmittel der Zukunft.

Allerdings gibt es nach wie vor eine ganze Reihe von Fragestellungen, die unter Mitarbeit der Politik geklärt werden müssen. Die Beschleunigung, die selbst kleine Elektroautos schon zu bieten haben und die den einen oder anderen Sportflitzer alt aussehen lassen können, ist ein solches Problem – denn traditionell laden Autos mit hoher Beschleunigung nicht unbedingt zum verantwortungsvollen Fahren ein. Gerade in Städten ist das eine große Gefahr, denn schnell hat man bei solchen Beschleunigungen Fußgänger schwer verletzt.

Weiterhin müssen die Konzerne dringend an Methoden forschen, die Produktion von Elektro-Autos nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Denn wenn keine echte Alternative vorliegt, lohnt es sich auch nicht, umzusteigen und sein altes Auto zu verkaufen. Das Gleiche gilt übrigens für die Preise der Modelle: Nach wie vor sind selbst Einsteigermodelle hochpreisig im Vergleich zu klassischen Verbrennungsmotoren. Insofern sind die Anforderungen an die Kreativität der Firmen sehr hoch, müssen sie doch einerseits günstigere, aber auch ökologischere Lösungen vorlegen.

Was sollten Kunden tun?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was soll man tun, wenn man ein neues Fahrzeug kaufen will? Wirklich preisgünstige Modelle, die gleichzeitig alle Anforderungen erfüllen, waren schon immer schwer zu finden. Nun sind aber noch zusätzliche Schwierigkeiten für den Autokauf hinzugekommen: Während früher lediglich Benziner und Dieselfahrzeuge zur Verfügung standen, treten nun auch verstärkt Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge auf den Plan. Je nach Restwert des eigenen Fahrzeugs, der stark abhängig von den meist verkauften Automarken ist, kann man sein eigenes, gebrauchtes Auto verkaufen. Dann erscheinen die hohen Preise der hybriden und elektrischen Fahrzeuge nicht mehr ganz so hoch. Nichtsdestotrotz raten viele Experten zum Kauf eines Benziners, da die Elektroautos vermutlich in den nächsten Jahren noch diverse Weiterentwicklungen erfahren und auch erschwinglicher werden. Die Zukunft der Dieselfahrzeuge lässt sich zurzeit nicht erahnen. Darüber werden vor allem die politische Agenda und der technologische Fortschritt entscheiden. (rd)

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