CES 2018: Wird Alexa die „Big Sister“? – Amazons Allgegenwart

Epoch Times12. January 2018 Aktualisiert: 12. Januar 2018 16:18
Die digitalen Sprachassistenten von Microsoft, Google, Apple, Samsung und Amazon, wer kennt sie nicht? Die meisten nahmen ihren Anfang als zusätzliche Bedienungsmöglichkeit für bestimmte Produkte. Google und Amazon legten ihre Sprachassistenten von vornherein etwas flexibler an.

Zur diesjährigen CES (International Consumer Electronics Show) in Las Vegas verkündete Amazon, dass sein Sprachassistent Alexa jetzt auch als Anwendung für PC verfügbar sein wird und Anweisungen an Microsofts Cortana gibt.

Der PC-Hersteller Acer wird in Zukunft Alexa als vorinstallierte Anwendung auf seinen Geräten ausliefern.

Der Handelsriese etabliert sein System derzeit auf immer mehr Geräten und stellt dafür den Herstellern technischer Geräte immer ausgefeiltere Entwicklungswerkzeuge zur Verfügung. Zum Beispiel kündigten im letzten September BMW und Amazon ihre Kooperation an, ohne Details zu nennen. Auf der CES wurde nun die Car-Infotainment-Sparte von Panasonic konkreter. Sie werden Alexa in ihre zukünftigen Systeme integrieren und dafür gemeinsam mit Amazon an einer Weiterentwicklung der auch offline zur Verfügung stehenden Features arbeiten.

Im Unterschied zu Googles „Android-Auto“ sind bei Alexa derzeit noch keine Navigationssysteme integriert, da die höheren Funktionen der Echo-Lautsprechertechnik von Alexa eine stabile Internetverbindung in die Cloud erfordern, was bei einem fahrenden Auto ja nicht unbedingt als gegeben vorausgesetzt werden kann. Eine GPS-Auswertung des derzeitigen Standorts ist allerdings schon integriert, sodass Alexa einem den Hinweis auf die nächstgelegene Tankstelle liefern kann. Amazon wird demnächst wohl auch die Integration von Navigationsgeräten realisieren, was wohl nur eine Frage der Zeit ist.

Kampf um die Vormacht auf dem Gerätemarkt

Auch immer mehr Haushaltsgeräte werden mit integriertem „smartem“ Sprachsteuerungssystem gebaut. Und die Anbieter der Sprachsysteme kämpfen um jeden Hersteller. Denn im Prinzip sind alle Systeme, die mehr als nur einfache Funktionen bieten, darauf angewiesen, die von ihnen aufgenommenen Geräusche, zur Analyse an ihre Server zu schicken. Das verschafft diesen Anbietern, nicht nur nebenbei, sondern ganz klar und offenkundig, eine riesige Datenbasis zu allen möglichen Bereichen der Kommunikation ihrer Kunden.

Dient das wirklich nur unserem Komfort?

Und ob man den Beteuerungen, dass alles anonymisiert wird, unbedingt Glauben schenken kann… Wer schon des Öfteren einmal „passende Werbung“ auf allen möglichen Wegen erhalten hat, nachdem er eine einfache Googlesuche nach etwas Bestimmtem gemacht hat, der zweifelt so langsam an dem Versprechen zur Nichtweitergabe von Daten.

Wer will noch an unsere Daten?

Doch selbst wenn die Konzerne sich an ihre Versprechen zur Privatsphäre halten, so gibt es immer noch genügend andere Interessenten, die schon längst Mittel und Wege gefunden haben unsere Internetkommunikation unbemerkt abzuhören und aufzuzeichnen. Von mafiösen Organisationen bis zu gewissen staatlichen Diensten sind alle mit dabei. Kunden- und Zahlungsdaten sind ja schon länger im Zugriff, wie die ‚Junge Freiheit‘ erst unlängst berichtete.

Und die Sprachassistenten zeichnen unentwegt auf, da sie ja reagieren müssen, wenn der Benutzer ihnen etwas befiehlt. Müsste man immer erst einen Knopf drücken, damit sie aktiv werden, wäre der für ihre Akzeptanz so wichtige Komfortfaktor beeinträchtigt.

Es bleibt abzuwarten ob nicht bald eine bestimmte bei Verhaftungen gebrauchte Formel erweitert wird auf: „Ihre vergangenen und künftigen Sprachdaten auf den Assistentenservern können und werden gegen Sie verwendet werden.“
Fragen wir uns also, ob wir die Orwellschen Horrorvisionen von „1984“ nicht schon längst, auch wegen der eigenen Bequemlichkeit und Blauäugigkeit überschritten haben. (al)

Das Ganze wurde schon vor einer Weile von der Extra 3 Redaktion des NDR satirisch betrachtet:

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