Vorsicht vor Goofy - Cyber-Kriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger warnt Eltern, darauf zu achten, ob Accounts mit dem besagten Namen ihre Kinder belästigen.Foto: istock

Horror-Goofy belästigt Kinder: „Jonathan Galindo” verteilt auf TikTok Aufgaben und droht mit dem Tod

Von 27. Juli 2020 Aktualisiert: 27. Juli 2020 17:17
Auf TikTok und anderen Netzwerken treibt eine Horror-Ausgabe der Disney-Figur Goofy sein Unwesen und versucht, Kinder durch Todesdrohungen einzuschüchtern. Ein „Jonathan Galindo“ befreundet dabei seine Opfer in den sozialen Medien und gibt ihnen Mutproben auf.

Ein mysteriöser Nutzer, der in sozialen Netzwerken als die aus Micky-Maus-Comics bekannte Figur des „Goofy“ auftritt, terrorisiert dort Kinder und versucht, diese zu gefährlichen Mutproben zu bewegen.

Unter dem Benutzernamen „Jonathan Galindo“ soll er unter anderem auf WhatsApp, Instagram und dem vom chinesischen Regime kontrollierten Dienst TikTok sein Unwesen treiben.

Goofy stellt Nachricht mit Link zu

Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, nimmt der Horror-Goofy vor allem Kinder und Jugendliche ins Visier. Wer eine Freundschaftsanfrage von „Jonathan Galindo“, von dem mittlerweile mehrere Nachahmer-Accounts bestehen, annimmt, bekommt eine Nachricht mit einem Link zugestellt. Darin gibt der „Goofy“ eine Aufgabe im Rahmen einer Challenge bekannt, die der Empfänger ausführen müsse, widrigenfalls ihm Unheil drohe – bis hin zum Tod.

Die Vorgehensweise ist auch von Kettenbriefen bekannt, gerade labile Kinder nehmen die Drohungen jedoch ernst oder lassen sich einschüchtern. Tatsächliche Fälle von Schäden, die darauf zurückzuführen wären, dass Kinder die Challenge akzeptiert hätten, sind noch nicht bekannt geworden.

Cyber-Kriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger warnt jedoch Eltern, darauf zu achten, ob Accounts mit dem besagten Namen ihre Kinder belästigen oder ob an diesen und ihren Verhaltensweisen auffällige Änderungen zu bemerken seien. Die psychische Belastung durch Drohungen oder anonyme Belästigungen wie jene durch den Horror-Goofy könne hoch sein.

TikTok war auch Ursprung von Kulikitaka-Challenge

Rüdiger mahnt die Eltern, das Medienverhalten ihrer Kinder zu beobachten und das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen: „Der einzig wirkliche Schutz ist auch hier Aufklärung und Vermittlung von Medienkompetenz bei den Kindern.“

Freundschaftsanfragen von „Jonathan Galindo“ oder Nachahmer-Accounts sollten jedenfalls nicht angenommen oder an Freunde weitergeleitet werden. Selbstverletzungen oder undefinierbare Symbole am Körper seien weitere dringliche Alarmsignale. Im schlimmsten Fall sei zu befürchten, dass Kinder Depressionen oder gar Selbstmordgedanken entwickeln.

Seit 2014 die „Challenge“-Kultur in sozialen Netzwerken durch die „Ice Bucket Challenge“ angetreten hatte, in der es um die Unterstützung der Forschung zu Amyotropher Lateralsklerose (ALS) ging, machen Herausforderungen ähnlicher Art die Runde. Nicht in allen Fällen dienen sie einem guten Zweck: So erregte zuletzt die sogenannte Kulikitaka-Challenge auf TikTok Unmut, bei der es unter anderem darum ging, sich beim Erschrecken von Kühen auf der Weide zu filmen.

Blue-Whale-Spiel sollte „Gesellschaft von biologischem Abfall reinigen“

Neben grobem Unfug gibt es auch destruktive und gefährliche Psycho-Spiele, die sich gegen Kinder richten. In der Russischen Föderation wurde beispielsweise 2017 der damals 21-jährige Philipp Budeikin verhaftet, der seit 2013 Psycho-Experimente an jungen Mädchen in sozialen Netzwerken vollführte.

Im Rahmen seines „Blue Whale“-Spiels verleitete er diese erst zu zweifelhaften Mutproben, dann nährte er gezielt Selbstzweifel und versuchte, seine Opfer in den Selbstmord zu treiben.

Als Grund für sein Vorgehen nannte er, dass er die Gesellschaft „von biologischem Abfall reinigen“ wollte, als den er labile weibliche Teenager betrachtete.

Etwa 130 Jugendliche, die am „Blue Whale“-Spiel teilnahmen, sollen tatsächlich Selbstmord begangen haben. Auch in Kolumbien sollen 2018 zwei Teenager Selbstmord begangen haben, nachdem sie von einer mysteriösen „Vogelfrau“ im Rahmen des Spiels „Momo“ zu Mutproben verleitet worden seien.

 

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