USA: Intel muss Server-Export nach China aus Gründen nationaler Sicherheit vorerst stoppen

Von 11. Juli 2020 Aktualisiert: 11. Juli 2020 14:44
Halbleiter-Konzern Intel muss eine geplante Server-Lieferung an Chinas Inspur vorerst auf Eis legen. Inspur befindet sich auf einer Liste von Unternehmen, die auch für die Armee des KP-Regimes arbeiten. Die USA wollen erst ihre Sicherheitsbedenken ausgeräumt sehen.

Die Regierung der USA hat ihre Bemühungen verschärft, den Transfer modernster US-amerikanischer Technologie in feindselige Staaten zu unterbinden. Dies hat nun offenbar auch zur Folge, dass der Halbleiter-Weltkonzern Intel angewiesen wurde, seinen Export von Serverprodukten in den totalitären KP-Staat China zu stoppen.

Schärferes Vorgehen gegen Chinas Versuche, an Technologie zu gelangen

Wie das Fachportal „WCCF Tech“ berichtet, hat das US-Handelsministerium seine Richtlinien verschärft, die verhindern sollen, dass in den USA hergestellte Technologie in die Hände von Akteuren fällt, die entweder selbst, direkt oder auf dem Umweg über Geschäftsbeziehungen gegen die nationalen Sicherheitsinteressen der USA handeln.

Deshalb wurde beispielsweise dem in Taiwan ansässigen Halbleiterhersteller TSMC, der auch in den USA Niederlassungen unterhält, aufgetragen, keine Chips, in die auch amerikanische Bauteile eingearbeitet sind, an den vom kommunistischen Regime in Peking kontrollierten Telekommunikationskonzern Huawei zu liefern. Die Anweisung wurde in diesem Zusammenhang auf die geltenden US-Sanktionen gegen den Iran gestützt, mit dem Huawei intensiv zusammenarbeiten soll.

Die chinesische Publikation „Caixin Global“ schreibt nun, dass auch der im kalifornischen Santa Clara ansässige Halbleiterkonzern Intel vonseiten der US-Regierung mit Restriktionen belegt worden ist. Konkret geht es dabei um eine geplante Lieferung von Serverprodukten an die in Shandong ansässige Inspur Group. Diese handelt mit ERP-Anwendungssoftware, Servern, künstlicher Intelligenz, Big Data und weiteren Produkten, die High-End-Silikonchips beinhalten.

USA haben Liste zuvor unter Verschluss gehalten

Grundlage für die Anweisung sei in diesem Fall die Entscheidung des Verteidigungsministeriums, eine Liste chinesischer Unternehmen öffentlich aufzulegen, die Verbindungen zur „Volksbefreiungsarmee“ des KP-Regimes aufweisen. Im Juni hatte das Pentagon verfügt, dass diese Liste, die auf dem National Defense Authorization Act von 1999 beruht, zur Veröffentlichung freigegeben werde.

Bis dato sind darauf 20 Unternehmen aufgeführt, unter ihnen China Mobile (ZTE), Huawei und die Inspur Group. Die Konsequenzen aus dieser Veröffentlichung waren bislang ungewiss. Nun zeichnet sich ab, dass die US-Regierung aktiv gegen Tendenzen vorgehen will, die befürchten ließen, dass die KP Chinas an die fortschrittlichsten technologischen Entwicklungen in den USA gelangen könnte.

Inspur muss Vorkehrungen veranlassen, ehe Intel liefern darf

Intel geht von einer temporären Maßnahme aus und erwartet eine Freigabe nach zwei Wochen. Inspur sollte auf diese Weise die Gelegenheit gegeben werden, sicherzustellen, dass zwingenden Vorgaben entsprochen wird, auf denen die USA aus Gründen der nationalen Sicherheit beharren.

Die Nachricht hat am Mittwoch (8.7.) zu einem Absturz der Aktienkurse des Unternehmens auf dem offenen Markt um fünf Prozent gesorgt. Inspur ist Chinas größter Serverhersteller und bezieht seine Ressourcen ausschließlich von Intel. Das Unternehmen soll Ambitionen hegen, die GA100 Ampere Grafikprozessorsparte (GPU) von Nvidia zu übernehmen.

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