KI verteilt Strafzettel – Australier kassieren fünf Punkte bei Handy-Nutzung im Auto

Epoch Times5. März 2020 Aktualisiert: 5. März 2020 8:58
Seit drei Monaten bekommen Autofahrer in Australien, die ihr Handy am Steuer nutzen, Post von einer KI. In New South Wales kostet das jetzt 200 Euro Strafe und fünf Punkte "in Flensburg". Bis 2023 soll das System in ganz Australien eingeführt werden.

Wen die Polizei mit dem Handy am Ohr auf deutschen Straßen erwischt, bekommt ein bis zwei Punkte in Flensburg und darf mindestens 100 Euro Strafe zahlen. In Australien gibt es ein ganz ähnliches System, nur übernimmt dort eine künstliche Intelligenz (KI) die Kontrolle. Wer während der Fahrt rechtswidrig elektronische Geräte benutzt, bekommt Down Under allerdings gleich fünf Punkte.

Seit dem ersten 1. Dezember 2019 beobachten spezielle Kameras den Verkehr in Sydney. Ihre Aufgabe ist es die Handynutzung im Auto zu erkennen. Während der letzten drei Monate haben die Kameras etwa neun Millionen KFZ gescannt und 33.000 Verwarnungen verschickt. Damit ist nun Schluss.

Am ersten März lief eine neue Phase an. KI und Kamerasysteme suchen immer noch nach Verkehrssündern – doch statt Verwarnungen verschicken sie jetzt Bußgeldbescheide.

KI beobachtet ganz Australien

Etwa 200 Euro kostet die rechtswidrige Benutzung des Mobiltelefons, egal ob beim Telefonieren oder Tippen. Zusätzlich erhalten australische Autofahrer fünf Punkte, ähnlich der Flensburger Verkehrssünderkartei. Ab 13 Punkten müssen sie für mindestens drei Monate ihren Führerschein abgeben.

Nach der erfolgreichen Testphase soll die Kontrolle bis Ende des Jahres auf das gesamte Bundesgebiet New South Wales und bis 2023 auf ganz Australien ausgedehnt werden. Eine Adaption für andere Länder sei ebenfalls denkbar. In Deutschland fehlt dazu momentan noch die gesetzliche Grundlage.

Insgesamt zieht Andrew Constance, seines Zeichens Verkehrsminister von New South Wales, eine positive Bilanz. Die Autofahrer hätten es verstanden. Im Laufe der Testphase sei die Zahl der Verkehrssünder gesunken, so der Minister.

Die Kombination von fest installierten und mobilen Systemen ermöglichen eine umfassende Beobachtung. Dabei erfassen die Kameras – sowohl zu allen Tages- und Nachtzeiten als auch bei jeder Witterung – hochauflösende Bilder der ersten Sitzreihe, die eine KI auswertet.

Im Verdachtsfall muss ein Polizist den Tatbestand bestätigen. Alle anderen Bilder sollen nicht gespeichert werden. (ts)

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