Huawei-Konzern in Frankreich.Foto: iStock

Pekings globale Machtansprüche: Digitale Diplomatie mit Unterwasser-Glasfaserkabel

Von 15. März 2021 Aktualisiert: 16. März 2021 15:23
Das weltweite wirtschaftliche Aushängeschild von Chinas KP-Regime, der Telekommunikationskonzern Huawei, wird demnächst das bilaterale Unterwasserkabel-Projekt PEACE fertigstellen. Pakistan ist erst der Anfang, am Ende soll die Leitung auch Europa erreichen.

Der von Chinas kommunistischem Regime gesteuerte Huawei-Konzern wird demnächst mit seinen Arbeiten am letzten Bauabschnitt des PEACE-Kabels ins benachbarte Pakistan beginnen. Wie die „Asia Times“ berichtet, soll das unter Wasser verlaufende Glasfaserkabel von China aus die Versorgung Pakistans mit leistungsfähigen Internetverbindungen sicherstellen.

Das Projekt ist Teil der „Neuen Seidenstraße“, mit der das Regime in Peking seine globalen Machtansprüche durch den Ausbau Kontinente übergreifender Infrastruktur zu untermauern sucht.

Auf diese Weise endet die Abhängigkeit des Landes vom Nachbarstaat Indien, mit dem Pakistan seit der Teilung des früheren britischen Kolonialgebiets eine tiefe Rivalität verbindet. Zudem wird im Rahmen des von Huawei geführten Vorhabens eine noch vorhandene Verbindungslücke zu einem weiteren Teilstück des PEACE-Projekts geschlossen.

Und damit endet dieses nicht: Die Abkürzung steht für „Pakistan East Africa Connecting Europe“, was deutlich macht, dass Peking seine digitale Diplomatie am Ende bis nach Afrika und Europa führen wird.

Derzeit wird das Unterwasserkabel zwischen Rawalpindi und den Städten Karatschi und Gwadar verlegt. Sobald die Regierung den entsprechenden Antrag genehmigt hat, wird auch im Arabischen Meer eine Landestation errichtet. Pakistan verspricht sich von der Umsetzung der gemeinsamen Pläne eine umfassende Modernisierung seiner in weiten Teilen veralteten Telekommunikationsinfrastruktur.

Seidenstraße über mehrere Kontinente

Am Ende sollen 7.500 Meilen (etwa 12.000 Kilometer) an Glasfaserkabel verlegt werden, und das Kommunikationskabel-System, das Verbindungen von hoher Kapazität und geringer Verzögerung garantieren soll, ist dazu vorgesehen, China unter anderem mit Frankreich, Malta, Zypern, Ägypten, Dschibuti und Kenia zu verbinden.

Peking will mit dem Kabel vor allem eigene, von der KP kontrollierte Unternehmen in den Zielländern mit High-Speed-Internet versorgen, die Geschäfte mit Partnern in Europa und Afrika machen.

Sogar Jean-Luc Vuillemin von Orange SE, dem französischen Telekom-Konzern, der die PEACE-Landestationen in Marseille betreiben wird, macht gegenüber „Bloomberg“ deutlich, dass China „Macht über das eigene Land hinaus nach Europa und Afrika projizieren will“.

China könnte Kommunikation überwachen oder zensieren

Der Regime-Konzern Huawei ist für Entwurf, Konstruktion und Verlegung des Lichtleitkabels verantwortlich, dessen Planung noch ein Erbe des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) darstellt. Huawei beherrscht derzeit 45 Prozent des Kommunikationsausstattungsmarktes in Pakistan. Der Konzern kooperiert mit fünf großen lokalen Anbietern und betreibt in dem Land drei Trainingszentren.

Pakistans Sorgen bezüglich möglicher indischer Eingriffe in seine Infrastruktur erscheinen damit fürs Erste gelindert. Allerdings – so sehen es zumindest pakistanische Medien – drohe man damit vom Regen in die Traufe zu gelangen. Immerhin wisse man nicht, welche Ambitionen China im Land verfolgt, und es könnte durchaus zu Verzögerungen des Projekts kommen, sollten die USA ihre derzeitige Zurückhaltung hinsichtlich des Projekts aufgeben.

Nicht nur US-Geheimdienste argwöhnen, das von Huawei gebaute und unterhaltene Kabel biete schnelleres und verlässlicheres Internet zum Preis der möglichen Überwachung lokaler Kommunikation und könne sogar „politisch motivierte Zensur“ nach sich ziehen.

Huawei bestreitet zwar kategorisch, dass Peking überhaupt in der Lage wäre, über die Huawei-Infrastruktur in anderen Ländern Spionage oder Sabotage zu betreiben, genau dies befürchten aber die USA und viele ihrer Partner, weshalb sie zunehmend Druck entfalten, Huawei aus den nationalen 5G-Ausbauprojekten zu entfernen.

Frankreich zeigt sich von Bedenken unbeeindruckt

Huawei ist immerhin auch der drittgrößte Investor bei der Hengtong Optic-Electric Co., welche die eigentlichen Bautätigkeiten im Bereich der PEACE-Leitung wahrnehmen wird. Der Konzern wird definitiv, so berichtet die „Asia Times“, auch sensible Komponenten beisteuern, die von den USA bereits explizit als Risiko für die nationale Sicherheit kategorisiert worden sind.

Dass das Regime nun offen den USA auch im Bereich der Unterwasser-Kabelverlegung den Kampf ansagen will und bei dieser Gelegenheit fremden Internetverkehr über seine Leitungen laufen lässt, kann das Weiße Haus nicht teilnahmslos lassen. Geheimdienste warnen seit langem, das Regime könne Hintertüren einbauen lassen – und Huawei wäre sogar gesetzlich dazu verpflichtet, solche Anordnungen auszuführen.

Zumal die Bereitschaft in der EU, zum totalitären Regime in China auf Distanz zu gehen, nach wie vor begrenzt ist: Erst im Februar erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Atlantic Council, Frankreich wolle sich „nicht von China isolieren“.



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