Wissensquiz gehüpft wie gesprungen: Hopscotch

Epoch Times2. November 2012 Aktualisiert: 2. November 2012 2:13

 

„Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt“, soll Moshe Feldenkrais gesagt haben. Manche sprechen das Zitat auch Leonardo da Vinci zu. Wie auch immer: dem Zitat nach findet bei vielen Menschen kaum noch Leben statt. Nur noch virtuelles Leben oder das „Leben aus der Konserve“, wie das Fernsehen auch genannt wird.

Auch viele Kinder „leben sich nicht aus“. Sie bewegen sich kaum und sitzen ebenfalls zu viel vor Computern und vor dem Fernseher. Viele Kinder haben zudem Übergewicht. Wenn diese Kinder stürzen, verletzen sie sich mehr, weil sie sich nicht so gut ausbalancieren und abfedern können, wie die Kinder, die regelmäßig Sport treiben oder einfach draußen spielen, laufen, toben.

Auf Bäume klettern, Höhlen bauen, wilde Verfolgungsjagden. Das wäre klasse für die Kinder. Aber in der Stadt ist kaum Platz dafür. Kleine und große Monitore ziehen die Kinder in den Bann. Dabei wäre körperliche Bewegung nicht nur für die Muskeln, Sehnen und Knochen wichtig. Auch die Sinne und das Gehirn brauchen die körperliche Aktivität. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können sich besser konzentrieren, wenn sie genug Bewegung im Alltag haben. Und auch die Psyche profitiert von einem Körper, in dem man sich wohl fühlt und der etwas leisten kann.

Antworten hüpfen

Wie bringt man also Kinder und ältere Stubenhocker zu ihrem eigenen Wohl auf Trab? Ein aufgemaltes Himmel-und-Hölle-Spiel auf der Straße brachte Dr. Martina Lucht, Medienwissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau, auf eine Idee: Eine in Feldern unterteilte Sensormatte mit Buchstaben und Zahlen. Diese ist mit einem Monitor verbunden, auf dem Aufgaben oder Fragen erscheinen, deren Lösungen auf die Matte getippt – beziehungsweise gehüpft – werden müssen. Hopscotch heißt das interaktive Lernsystem. Als Ausgabe-Monitor kämen ein PC, ein Fernseher oder auch ein Handy in Frage.

Ein paar Lösungen mit dem Fuß auf eine Matte zu tippen ist natürlich noch nicht mit echtem Sport oder richtigem Toben zu vergleichen. Anders, wenn man die Lösungen hüpfen oder sogar springen würde. Darum entwickelten Lucht und ihr Team von IDMT Hopscotch gemeinsam mit Forschern vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS weiter und ergänzten es mit einem Beschleunigungssensor (mit dem Namen Actisens) des Fraunhofer IIS Das kleine Messgerät wird am Gürtel des Spielers befestigt und gibt am Bildschirm in Form von fünf Balken aus, mit welcher Intensität die Antwort auf die Matte eingegeben wurde. „Entscheidend ist nicht nur, dass eine Aufgabe gelöst wurde, sondern auch wie. Actisens gibt dem Anwender die Rückmeldung, ob er sich ausreichend bewegt hat“, sagt Martin Rulsch, Diplominformatiker am Fraunhofer IIS. Da kann der Spieler richtig ins Schwitzen kommen.

In Schulen und Seniorenresidenzen

Die Entwickler sehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten: in Schulen, aber auch in Rehazentren und Seniorenresidenzen. „Da Actisens die Bewegungsbilanz genau berechnet, lässt sich das Level an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen, eine Über- oder Unterforderung wird so vermieden“, heißt es aus dem Hause Fraunhofer. Die interessierte Fachwelt bekommt die Hopscotch-Matte das erste Mal vom 14. bis 17. November auf der Messe Medica 2012 in Düsseldorf zu sehen. (sol)

 

 

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