Bestattungen: Diamantbestattung als alternative Form

Epoch Times18. January 2018 Aktualisiert: 31. Januar 2018 15:33
Um die Anwesenheit des Verstorbenen zukünftig dennoch zu spüren, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Diamantbestattung.

Der Tod eines geliebten Menschen ist für Angehörige ein schmerzhaftes Erlebnis. Ganz gleich ob der Verstorbene ein langes und erfülltes, oder ein viel zu kurzes Leben hatte: Er fehlt im Kreise der Verwandtschaft. Die entstandene Lücke, das ist klar, lässt sich nicht wieder füllen. Um die Anwesenheit des Verstorbenen zukünftig dennoch zu spüren, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Diamantbestattung. Hierbei entsteht aus der Asche des geliebten Menschen ein kleiner Stein für die Ewigkeit. Wer über diese Form der Bestattung nachdenkt, sollte sich vorab jedoch gut informieren.

Warum Diamantbestattung als Erinnerung immer beliebter werden

Meist gibt es nach dem Tod einer Person zahlreiche Dinge, die Erinnerungen wecken. Alte Fotos, Schmuckstücke und auch persönliche Dinge des geliebten Menschen können in der Theorie dazu dienen, das Gedenken aufrechtzuerhalten. Erinnerungsstücke aus dem persönlichen Besitz Verstorbener jedoch sind für manche Hinterbliebenen schlicht nicht genug. Sie wollen größtmögliche Nähe erleben. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum sich Angehörige in den USA oder in der Schweiz nicht selten dafür entscheiden, die Asche eines Verstorbenen in einer Urne mit nach Hause zu nehmen und dort aufzubewahren.

In Deutschland allerdings ist das nicht erlaubt. Hier gilt – auch wenn er immer wieder diskutiert wird – der Bestattungszwang. Überreste verstorbener Menschen müssen in einem geeigneten Umfeld wie beispielsweise einem Friedhof beigesetzt werden. Das soll vor allem dazu dienen, die Totenruhe zu ehren. Um eine konkrete Erinnerung an die verschiedene Person mit nach Hause nehmen zu können, braucht es in Deutschland also einen Alternativplan. Die Diamantbestattung ist ein solcher. Der glitzernde Stein, der hierbei entsteht, kann wie ein gewöhnlicher Schmuckstein verwendet und an Ketten oder in Ringen eingefasst getragen werden. Diese Lösung also ermöglicht es Hinterbliebenen, die Nähe zu ihrem so schrecklich vermissten Angehörigen auch sichtbar zu machen.

Dass eine Diamantbestattung Geld kostet, liegt dabei selbstverständlich auf der Hand. Sowohl für das Pressen der Asche zu Diamanten, wozu ein hochkomplizierter Prozess von Nöten ist, als auch für die Beisetzung der restlichen Asche müssen Hinterbliebene tief in die Tasche greifen. Dazu allerdings sind in Deutschland viele Menschen bereit, wie eine Umfrage beweist. So sind 33 Prozent der Befragten dazu bereit, 2.000 bis 6.000 Euro für eine Bestattung auszugeben. 24 Prozent erhöhen das Budget auf 4.000 bis 6.000 Euro und bei elf Prozent beläuft sich die Ausgabebereitschaft auf rund 6.000 bis 10.000 Euro. Je nachdem, was die konventionelle Bestattung restlicher Asche kostet, sind Diamantbestattungen daher durchaus im leistbaren Bereich. Die Kosten hierfür starten meist bei etwa 1.800 Euro, können sich je nach Umfang und Art jedoch deutlich höher gestalten.

Rechtliches: Durchführung in Deutschland nicht möglich

Hinterbliebene, die die Diamantbestattung als sinnvolle und schöne Option erachten und in Deutschland wohnen, müssen sich bei der Wahl des Anbieters außerhalb der Landesgrenzen auf die Suche machen. So gibt es in Deutschland heute noch keine Möglichkeit, Diamantbestattungen durchführen zu lassen. Doch auch Anwälte kennen Auswege, die für gewöhnlich in die Schweiz führen. „Im Rahmen der Diamantbestattung wird aus einem Teil der Asche in Diamant hergestellt, für die übrige Asche ist eine reguläre Bestattung nötig. Das Verfahren wird in Deutschland nicht durchgeführt, ist jedoch in der Schweiz möglich, sodass der Diamant im Anschluss überführt werden kann.“

Nach der Kremierung des Verstorbenen wird die Asche hier also nicht sofort auf einem Friedhof beigesetzt, sondern zunächst in ein Land überführt, das Diamantbestattungen erlaubt. Hinterbliebene müssen sich hierum nicht selbst kümmern, sondern können den jeweiligen Dienstleister oder auch einen Bestatter kontaktieren. Die Experten leiten dann alle notwendigen Schritte in die Wege, transportieren die Asche zum Dienstleister und kümmern sich im Anschluss auch um die Rückführung der restlichen Asche und des Diamanten. Damit eine Diamantbestattung auch wirklich rechtskonform durchgeführt werden können, ist die Zustimmung des Verstorbenen notwendig. Rechtzeitig über diese Form der Bestattung zu sprechen und eine schriftliche Vereinbarung zu treffen – am besten im Testament – ist hier also eine gute Idee.

Waldfriedhöfe als letzte Ruhestätte sind auch nach der Diamantbestattung eine gute Wahl. (Quelle: brainman (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Was mit der restlichen Asche nach der Erzeugung eines Diamanten geschieht, liegt in den Händen der Hinterbliebenen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die Aufbewahrung im eigenen Zuhause plötzlich erlaubt wäre. Wer sich eine Alternative zu konventionellen Friedhöfen wünscht und das Gedenken an den geliebten Menschen in einer natürlichen und heilsamen Umgebung erleben möchte, entscheidet sich heute immer häufiger für die Bestattung auf Waldfriedhöfen.Bei dieser Option wird auf normale Gräber verzichtet. Angehörige, die den Verstorbenen besuchen möchten, können dies im Rahmen eines Spaziergangs durch den Waldfriedhof tun. In Kombination mit einer Diamantbestattung kann die Beisetzung auf einem Waldfriedhof sehr schön sein. Mit konkreten Erinnerungen in der Hand nämlich fällt der Verzicht auf Grabstein und Grabfläche oft sehr viel leichter.

Auswahl des Anbieters: Vertrauen ist wichtig

Wie bereits erwähnt, kümmert sich für Kunden aus Deutschland ein Dienstleister um Diamantbestattungen, dessen Sitz nicht in der Bundesrepublik liegt. Das wiederum kann für Unsicherheit sorgen, da der direkte und persönliche Kontakt zum Dienstleister aufgrund der räumlichen Entfernung schwerer fällt. Wer sich jedoch vorab informiert und einen Anbieter findet, der alle offenen Fragen bereitwillig beantwortet, wird mögliche Zweifel jedoch schnell überwinden können.

Auch die Art der Verarbeitung von Asche zu einem Diamanten ist nicht bei jedem Anbieter gleich. In jedem Fall empfehlenswert sind Unternehmen, bei denen Diamanten zu einem großen Teil aus der Asche einer verstorbenen Person entstehen. Das Schweizer Unternehmen Lonité garantiert in diesem Zusammenhang, dass der gewonnene Diamant zu 99,99 Prozent aus der Asche des Verstorbenen besteht und gibt auf seiner Webseite weitere Informationen rund um den technologischen Ablauf von Diamantbestattungen. Diamanten können bei Lonité ab 0,25 Karat erzeugt werden, was laut Unternehmen Kosten in Höhe von 1.800 Euro auf den Plan treten lässt.

Es ist also eine Selbstverständlichkeit, dass auch ein Anbieter für Diamantbestattung vor der konkreten Auswahl genauer überprüft werden sollte. Hinterbliebenen nämlich ist es wichtig, dass die Asche ihres geliebten Menschen nicht nur sicher im Zielland ankommt, sondern auch respektvoll behandelt und sicher wieder rückgeführt wird. Gibt es nach einem ersten Gespräch mit dem Dienstleister keinerlei Zweifel an dessen Seriosität und zeigt er sich verständnisvoll sowie verlässlich, rückt die Diamantbestattung als moderne Option in greifbare Nähe. (mz)

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