Cialis Fälschungen aufgetaucht – Darum ist es wichtig, genau hinzuschauen

Epoch Times19. December 2017 Aktualisiert: 19. Dezember 2017 0:04
Bei zwei Großhändlern in den Niederlanden entdeckten Kontrolleure gefälschte Ware des Medikaments Cialis (Tadalafil, Lilly) Vier Tabletten zu 20 mg, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Unmittelbare Gefahr für Deutschland bestehe nicht, die betroffene Charge sei für den englischsprachigen Markt bestimmt.

Bei Erektionsstörungen, die sich negativ auf das Sexualleben auswirken, greifen viele Männer zu bekannten Potenzmitteln wie Cialis und Viagra. Doch ist besonders beim Internetkauf dieser Medikamente ist Vorsicht geboten: Unlängst tauchten Fälschungen von Cialis auf, die dem Original in einigen Punkten vollständig entsprachen. Nur ihre Wirkung war nicht vergleichbar.

Das lukrative Geschäft mit Potenzmittel Fälschungen

Potenzmittel zählen zu den sogenannten Lifestyle-Medikamenten und werden daher meist von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt. Die häufig teure Anschaffung lässt Verbraucher nach Alternativen im Internet stöbern. Die Möglichkeit, Potenzmittel ohne Rezept zu bestellen, ist wesentlich verlockender als es bei anderen Medikamenten, welche von der Krankenkasse getragen werden, der Fall ist.

Doch wer seine Medikamente nicht bei regulierten Online Apotheken und Ärzten bezieht, läuft Gefahr, gefährliche Fälschungen zu erwerben. Erst vor wenigen Tagen wurde bei niederländischen Großhändlern ein Plagiat von Cialis Tabletten entdeckt.

Beim Blick auf den Schwarzmarkt wird klar, warum die Fälschung von Schlaf- oder Potenzmitteln vielen Schwarzhändlern mehr Geld einbringt, als die Herstellung illegaler Drogen: Während etwa ein Kilogramm Viagra rund 90.000 Euro einbringt, gäbe es für dieselbe Menge an Heroin lediglich 50.000 Euro.

Die Herstellung gefälschter Medikamente ist außerdem weitaus einfacher für die Betrüger, da nur auf bestimmte, optische Merkmale geachtet werden muss.

Niederlande: Fälschung von Cialis 20mg aufgetaucht

apotheke-adhoc.de berichtet von einer Cialis Fälschung, die im Oktober 2017 in den Niederlanden aufgetaucht ist. Es handelte sich um Plagiate der Viererpackung mit 20 mg. Zwar ist nicht eindeutig festzustellen, ob die Fälschung in andere Länder gelangen konnte, doch sollten Apotheker auch in Deutschland ihre Chargen überprüfen.

Die betroffene Charge C251322 ist eigentlich für den britischen und maltesischen sowie für den irischen Markt bestimmt. Das abweichende Verfallsdatum hilft dabei, die Fälschung zu erkennen: Auf dieser ist das Verfallsdatum mit 08/2018 versehen. Aktuell laufen in diesem Fall noch ergänzende Untersuchungen.

Wirkungslosigkeit oder giftige Substanzen: Gefahren von Fälschungen

Von Fälschungen im Medikamentenbereich gehen verschiedene Gefahren aus. Wer Glück hat, erwischt ein Plagiat, dessen Wirkstoffgehalt vergleichsweise gering ist oder überhaupt keinen Wirkstoff enthält. Hier ist die Folge „lediglich“ die Wirkungslosigkeit des Arzneimittels.

Schlimmer ist es, wenn die Imitate mit anderen, manchmal giftigen Substanzen versetzt werden, welche schwerwiegende und unvorhersehbare Nebenwirkungen auslösen können.

Auch können Plagiate den Originalwirkstoff in einem zu hohen Gehalt aufweisen. Hier können die möglichen Nebenwirkungen von Cialis, zu denen etwa Kopfschmerzen, Hitzegefühl und Schwindel gehören, schwerwiegender ausfallen. Die Zulassung von Medikamenten geschieht genau aus diesen Gründen immer mit Beschränkung auf gewisse Wirkstoff- sowie Abgabemengen.

Verdacht auf Fälschung – was tun?

Beim Internetkauf von Medikamenten sollte von vorneherein auf einige Merkmale geachtet werden:

  1. Ist eine Onlineberatung durch einen zugelassenen Apotheker oder Arzt möglich?
  1. Ist ein Impressum vorhanden – und wenn ja, existieren Adresse und Telefonnummer?
  1. Gibt es Angebote „Kaufe 3 und zahle 2“ zu besonders günstigen Preisen, die Verbraucher erst einmal stutzig machen?
  1. Wird bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten entweder ein Rezept eingefordert oder ausgestellt?
  1. Verfügt der Betreiber über die notwendigen Zertifizierungen, insbesondere das EU-Sicherheitslogo?

Sollten Verbraucher auch unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte das Gefühl haben, gefälschte Präparate erhalten zu haben, kann die Authentizität von Medikamenten wie Cialis an unterschiedlichen Sicherheitsmerkmalen ermittelt werden.

Besteht auch nach der Prüfung (s.u.) noch Zweifel an der Echtheit des Produktes, sollte in jedem Fall Fachpersonal (zum Beispiel ein Apotheker) zu Rate gezogen werden. Verbraucher sollten die Einnahme des Arzneimittels weiterhin mit einem Arzt besprechen.

Tipps: Original-Cialis erkennen

Einige Sicherheitsmerkmale helfen Verbrauchern dabei, das Original-Medikament Cialis zu erkennen. Wer bereits ein Produkt aus dem Internet bestellt hat, sollte besonders achtsam sein. Fünf Merkmale weisen alle Schachteln des Original-Medikaments auf:

– ein Hologramm außen auf der Schachtel
– ein Siegel beidseitig auf den Laschen (als sicherer Verschluss)
– Sicherheitsmerkmale auf schwarzem Hintergrund mit weißer Schrift
– ein Logo auf dem Blister
– pro Blister zwei mandelförmige und hellgelbe Tabletten

Das Hologramm auf der Faltschachtel war bei früheren Verpackungen grün, heute ist es oval und grau. Das glatte und sehr dünne Hologramm beinhaltet verschiedene Motive, wie Mörser, dazugehörige Pistillen und ein Molekül, das sich unterhalb des Lilly-Logos befindet. Je nachdem, wie die Schachtel bewegt wird, scheinen die Mörser und Pistillen gleichmäßig über der Oberfläche der Schachtel zu schweben. Je nach Lichteinfall sind alle Bilder zeitgleich sichtbar. Der Lilly-Schriftzug fehlt hier ebenfalls nicht.

Die beiden Siegel dienen als Verschluss der Seitenlaschen. Sie sind durchsichtig und weisen ein Logo sowie zwei Schloss-Symbole auf, die einander entgegengesetzt platziert wurden. Sollten die Siegel fehlen oder eine Beschädigung aufweisen, kann das ein Hinweis auf eine Fälschung sein. Ebenso verhält es sich mit den Sicherheitshinweisen, die auf schwarzem Hintergrund mit weißer Schrift festgehalten wurden. Diese sind auf der hinteren Lasche der Verpackung zu finden.

Weiterhin ist der Blister, in dem sich jeweils genau zwei Tabletten befinden, immer mit einem Logo versehen. Zwei schräge, farbverändernde Ovale sind ebenso auf der Blisterseite vorhanden wie ein schwarzes Lilly-Logo. Das Oval erscheint bei Bewegung der Schachtel manchmal grün, manchmal blau und manchmal rosa.

Die Tabletten selbst sind mandelförmig und in hellgelben Farbtönen gehalten. Die Prägung „C 5“ (bei 5 mg Tabletten), bzw. „C 10“ (bei 10 mg Tabletten) oder „C 20“ (bei 20 mg Tabletten) befindet sich auf einer Seite der Tabletten. Auf der Rückseite der mandelförmigen Tabletten gibt es keine Einprägung. (red)

 

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