Deutschland – Ein Sommerurlaub?

Epoch Times4. Juni 2020 Aktualisiert: 4. Juni 2020 13:39
Auch wenn das öffentliche Leben so langsam wieder an Fahrt aufnimmt, sind die einschneidenden Maßnahmen der Regierung im Alltag der Bürger weiterhin zu spüren. Nicht nur soziale Kontakte liegen weiterhin gesetzlichen Einschränkungen, auch die Urlaubsplanung ist dieses Jahr eine unsichere Angelegenheit.

Was für die einen nur eine kleine Lästigkeit ist, stellt für andere eine ernsthafte Bedrohung der Existenz dar. Denn auch wenn davon vor lauter Exporten nur selten die Rede ist: Fast 4 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Und ob eine Einreise zu touristischen Zwecken im Sommer überhaupt erlaubt sein wird, steht noch nicht endgültig fest. Vorerst wurden die Einreisebeschränkungen, die sowohl für Angehörige von Drittstaaten als auch für Bürger der Europäischen Union gelten, bis zum 15. Juni verlängert. Immer lauter werden aber mittlerweile die Stimmen, die eine Öffnung der Grenzen zumindest für Unionsbürger fordern.

Die Leidtragenden: Hotels, Gastronomie, Spielbanken

Denn auch wenn die Grenzen erst einmal geöffnet sind, wird es wohl eine Weile dauern, bis die ersten Touristen ihren Urlaub antreten. In der Zwischenzeit fehlen in zahlreichen Branchen die Einnahmen. Obwohl Hotels seit Ende Mai wieder eine gewissen Anzahl von Gästen bewirten können, ist die Auslastung bislang gering. Noch schlechter sieht es bei den Spielbanken in Kurorten wie Baden-Baden aus, die ebenfalls auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind. Selbst die Kundschaft aus der Region bleibt ihnen aufgrund von Online-Angeboten wie einem Bonus ohne Einzahlung auf verschiedenen Casino-Plattformen fern. Einzig und allein die Gastronomie hat es bislang geschafft, sich mit der Abgabe von Speisen „to go“ halbwegs über Wasser zu halten. Da sie aber weiterhin nur eine begrenzte Anzahl von Gästen in ihren Räumlichkeiten empfangen können, ist ihre Lage dennoch alles andere als rosig.

Urlaub daheim?

Die Tourismuswirtschaft setzt nun darauf, dass möglichst viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub im eigenen Land verbringen möchten. Schließlich ziehen die Nordsee oder auch die Alpen jedes Jahr auch zahlreiche Besucher aus dem eigenen Land an. Hierbei gibt es allerdings mehrere Probleme. Zum einen dürften zahlreiche potentielle Urlauber aus Sorge vor einer erneuten Infektionswelle lieber zu Hause bleiben. Und zum anderen müssen viele Familien im Moment sparen und können an Urlaub gar nicht denken. Und schließlich ist es auch die Konkurrenz aus dem Ausland, die den deutschen Hoteliers Sorgen bereitet. Denn viele andere Länder haben ihre Tore für deutsche Touristen bereits wieder geöffnet.

So machen es die anderen EU-Länder

In einigen Ländern waren die Grenzen nie geschlossen. Sowohl Schweden als auch die Niederlande haben zu keinem Zeitpunkt die Einreise verboten oder ihre Hotels geschlossen. Und auch das Urlaubsland Kroatien hat Ende Mai die Einreise zu touristischen Zwecken wieder erlaubt. Selbst Italien, das in Europa mit die strengsten Einschränkungen verhängt hatte, öffnet schon zum 3. Juni wieder die Grenzen. Viele andere Länder folgen Mitte Juni oder Anfang Juli. Allerdings gibt es neben Deutschland auch andere Länder, die sich zu einer vollständigen Öffnung der Grenzen noch bedeckt halten. Dazu gehören beispielsweise Norwegen und Frankreich. Langsam sollte sich aber auch die Bundesregierung auf einen Kurs  festlegen, nicht zuletzt, um Planungssicherheit für die deutsche Tourismusbranche zu schaffen.

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