Erkältungstipps und -thesen auf dem Prüfstand

Epoch Times21. Juni 2017 Aktualisiert: 29. November 2019 12:07
Löst Kälte eine Erkältung aus? Hilft warmes Bier? Und welche Erkältungstipps sind tatsächlich zu empfehlen? Hier bekommen Sie die Antwort!

Wird eine Erkältung tatsächlich von Kälte verursacht? Und helfen Quarkwickel oder ein warmes Bier bei einer Erkältung? Wer an Schnupfen, Husten und Heiserkeit leidet, kann sich meist die unterschiedlichsten Weisheiten rund um das Thema Erkältung anhören. Aber welche Erkältungstipps helfen tatsächlich und bei welchen handelt es sich um Erkältungsmythen? Hier gibt es die Aufklärung!

Mythos 1: Erkältungen werden durch Kälte verursacht

Stimmt nicht. Eine der hartnäckigsten Erkältungsmythen ist, dass Erkältungen durch Kälte verursacht werden. Es ist zwar durchaus so, dass sich die meisten Menschen verstärkt im Herbst oder Winter eine Erkältung einfangen, jedoch wird eine Erkältung durch Viren ausgelöst und nicht durch die Kälte an sich. Die Kälte ist also nicht der Grund für die Erkältung, kann aber als eine Art „Mittäter“ bezeichnet werden. Denn durch die Kälte wird das Immunsystem geschwächt und dadurch das Eindringen von Krankheitserregern erleichtert. Zudem sind die Schleimhäute im Winter durch die trockene Heizungsluft anfälliger für Viren.

Warmes Bier hilft bei einer Erkältung

Stimmt teilweise. Bier zählt zu den Lieblingsgetränken der Deutschen, das in allen Lebenslagen gerne getrunken wird. Warum also nicht auch bei einer Erkältung? In diesem Fall wird es meist erwärmt getrunken. Aber hilft warmes Bier nun bei einer Erkältung? Die Antwort: Jein. Der im Bier enthaltene Hopfen kann zwar antibakteriell und beruhigend wirken, dennoch ist bei Schnupfen und Co. von Alkohol abzuraten, weil dieser das Immunsystem schwächt und dem Körper Wasser entzieht. Wenn warmes Bier bei einer Erkältung getrunken wird, dann sollte eher zu der alkoholfreien Variante gegriffen werden. Oder es werden gleich wissenschaftlich nachgewiesene weitere Erkältungstipps wie eine Tasse Pfefferminztee mit Honig ausprobiert.

 

Mythos 3: Quarkwickel lindern Halsschmerzen

Stimmt. Diesen Erkältungstipp wird fast jeder schon einmal von seiner Großmutter gehört haben: Quarkwickel bei Erkältung. Quark enthält phosphorhaltiges Kasein, das bei einem Quarkwickeln über die Haut einzieht und eine entzündungshemmende und den Stoffwechsel anregende Wirkung besitzt. Für die Anwendung sollten Erkrankte den Quark etwa einen Zentimeter dick in der Mitte eines dünnen Baumwolltuches auftragen und die Ränder des Tuches über die Quarkschicht schlagen, damit der Quark nicht die Haut berührt. Am besten Sie erwärmen den Wickel zum Beispiel über der Heizung auf Zimmertemperatur. Dann können Sie das Tuch um den Hals legen und mit einem Schal festbinden. Der Wickel sollte so lange getragen werden, bis der Quark getrocknet ist (etwa ein bis zwei Stunden).

Mythos 4: Saunieren hilft bei einer Erkältung

Stimmt nicht. Saunieren bei einer Erkältung zählt eindeutig zu den Erkältungsmythen, die nicht zu empfehlen sind. Zwar kann regelmäßiges Saunieren das Immunsystem gesunder Menschen stärken und dadurch die Wahrscheinlichkeit überhaupt krank zu werden senken, jedoch gilt dies nicht, wenn die Erkältung bereits ausgebrochen ist. Im Gegenteil: In der feuchtwarmen Luft können sich die Viren noch schneller vermehren und die Symptome verschlimmern. Des Weiteren können die hohen Temperaturen für den ohnehin angeschlagenen Körper eine zusätzliche Belastung darstellen.

Mythos 5: Sport schadet bei einer Erkältung

Stimmt teilweise. Ob Sport ein ratsamer Erkältungstipp ist, hängt sowohl vom individuellen Empfinden als auch der Ausprägung der Symptome ab. Bei leichtem Schnupfen ist an moderatem Training nichts auszusetzen. Jedoch raffen sich viele Menschen auch bei einer starken Erkältung zum Joggen auf, obwohl sie eigentlich ins Bett gehören. Vor allem bei ausgeprägten Symptomen und Fieber sollten die Sportschuhe lieber im Regal bleiben. Der angeschlagene Körper wird durch die sportliche Anstrengung zusätzlich gestresst und Viren zu Wanderschaft in Richtung Herz angeregt. Schlimmstenfalls kann dies zu einer lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung führen.

Mythos 6: Nase putzen ist gesünder als Nase hochziehen

Stimmt nicht. Zugegeben – es klingt etwas eklig, aber tatsächlich ist Schniefen besser als Schnäuzen. Denn bei starkem Schnäuzen in ein Taschentuch entsteht in der Nase ein enormer Druck, wodurch die Krankheitserreger ins Mittelohr und die Nasennebenhöhle gewirbelt werden und dort zu Entzündungen führen können. Die Vorstellung, das Sekret lieber die Nase hochzuziehen, mag befremdlich klingen und auch nicht den feinen Knigge-Regeln entsprechen, ist aber ein ganz guter Erkältungstipp. Denn die Magensäure eliminiert die Keime, die beim Hochziehen wieder in den Körper gelangen. Wer dennoch lieber zum Taschentuch greift, kann dabei ein Nasenloch zuhalten oder die tropfende Nase nur leicht abtupfen. So wird nicht zu viel Druck aufgebaut.

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