Kann man den Buchmacher wirklich schlagen?

Epoch Times13. August 2019 Aktualisiert: 16. August 2019 10:04
Es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit? Ja, besonders, wenn es um (Sport-)Wetten oder Casinospiele geht. Obwohl kein Buchmacher gern verliert und die Quoten zu seinen Gunsten anpassen kann, ist es nicht unmöglich, ihn zu schlagen. Es ist lediglich unwahrscheinlich.

Unwahrscheinlich heißt nicht, dass etwas unmöglich ist. Dieses Prinzip machen sich Buchmacher – und Spieler – zu Nutze, um jeweils die größten Gewinne daraus zu schlagen. Natürlich kann kein Wettanbieter auf lange Sicht nur verlieren. Sie zu schlagen ist jedoch nicht unmöglich, es ist lediglich unwahrscheinlich.

Um den größtmöglichen Nutzen aus einer Sache zu ziehen, muss man wissen, wie sie funktioniert. Dies gilt nicht nur für den Aktienmarkt oder die Führung eines Unternehmens, sondern auch für den immer weiter wachsenden Wettmarkt.

Dieses Wissen ist eine Kunst, doch auch für den Fall, dass Sie den Buchmacher nicht besiegen können, bieten unzählige Bonuscodes erhebliche Vorteile im Wett- und Casinogeschäft, mit denen Sie dem Buchmacher einen Schritt voraus sind.

Die Geschichte der Buchmacher

Der erste Buchmacher, Ogden, stand 1795 bei einem Pferderennen in Newmarket, doch die Geschichte der Sportwetten reicht viel weiter zurück. Aufzeichnungen aus dem alten Rom lassen vermuten, dass bereits vor über 2.000 Jahren Wetten auf den Ausgang von Gladiatorenkämpfen oder Pferderennen platziert wurden.

Neben dieser, historisch gewachsenen, Disziplin konzentrieren sich viele Buchmacher auf die Annahme von Wetten im Bereich des Fußballs oder andere Sportereignisse. Heutzutage gibt es jedoch kaum ein Ereignis, auf das nicht gewettet werden kann, seien es die Ergebnisse politischer Wahlen oder die Verleihung der Oscars. Selbst auf das Eintreten und den Termin bestimmter Ereignisse wie Hochzeiten kann inzwischen gewettet werden.

Akzeptierten Buchmacher früher ausschließlich Wetten vor einem Ereignis auf dessen Ausgang, kamen mit dem Fortschreiten der Technik immer neue Wetten mit kürzeren Zeitintervallen hinzu. Besonders im Bereich des Profisports ist es heute möglich, seine Tipps erst während des Spiels oder Ereignisses zu platzieren. Diese Livewetten haben oft andere Quoten als zuvor platzierte Wetten, erlauben Spielern aber, die Situation besser einzuschätzen.

Eines haben jedoch alle Wetten gemeinsam: Auf lange Sicht kann kein Buchmacher nur verlieren, sodass er stets bemüht sein wird, die Quoten zu seinen Gunsten anzupassen. Macht er alles richtig, führt ein erfolgreicher Buchmacher ein äußerst ertragreiches Geschäft. Das schließt aber nicht aus, dass einer seiner Kunden durch einen Wettgewinn zum Millionär wird.

Der Buchmacher und die Wahrscheinlichkeit

Ein Buchmacher ist bestrebt, Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses im richtigen Verhältnis anzunehmen, sodass er einen Gewinn erzielt, unabhängig davon, welches Ergebnis eintritt. Dies geschieht vor allem durch eine Anpassung der Quoten, doch dazu später mehr.

Die für ein bestimmtes Ergebnis angebotenen Quoten können fest stehen (feste Quoten) oder schwanken (variable Quoten), um die Höhe der bereits platzierten Wetten zu berücksichtigen. Die Quoten von bereits platzierten Wetten bleiben aber in jedem Fall unverändert.

Außer festen und variablen Quoten werden Bruch- und Dezimalquoten unterschieden. Bruchquoten werden „x-y“, „x/y“ oder „x zu y“ geschrieben und bedeuten, dass einem gewinnenden Spieler sein Einsatz (x) und ein Gewinn (in Höhe von y) pro Einsatz ausgezahlt wird. Bei einer Wette 6-4 mit 4o Euro Einsatz erhält der Spieler also seinen Einsatz von 40 Euro plus 60 Euro Gewinn. Setzt er mehr Geld ein, erhöht sich sein Gewinn um denselben Faktor.

Dezimalquoten hingegen bestehen aus lediglich einer Zahl größer eins und spiegeln den Faktor zwischen Auszahlung und Einsatz wider. Im obigen Beispiel beträgt das Verhältnis 100 zu 40. Die entsprechende Dezimalquote lautet 2,5 und heißt, dass der Spieler – bei einem Einsatz von 40 Euro – 40 * 2,5 = 100 Euro erhält.

Diese Quoten stehen gleichzeitig in direktem Zusammenhang mit der Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses. Für eine faire Wette, bei der weder Buchmacher noch Spieler Geld verlieren, beträgt die Wahrscheinlichkeit für obiges Ereignis 1 / 2,5 = 40 / 100 = Einsatz / Auszahlung = 40 %. Dies garantiert dem Buchmacher, dass er nur in vierzig Prozent der Wetten 100 Euro auszahlen muss. Das Geld dafür stammt aus den anderen 60 Prozent der Wetten.

Eintrittswahrscheinlichkeiten vs. Quoten

Durch verschiedene Wetten auf alle möglichen Ausgänge eines Ereignisses, sichert der Buchmacher, dass er nicht draufzahlt. Faire Quoten spiegeln in der Summe immer eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 100 Prozent wider. Entsprechend beträgt die Auszahlungsquote des Buchmachers ebenfalls 100 Prozent.

Durch die gezielte Entkopplung der Quoten von den Eintrittswahrscheinlichkeiten, verschafft sich der Buchmacher einen Vorteil und sichert seinen Gewinn.

Ein Beispiel

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Wenn man ein Fußballspiel in Betracht zieht, können die Ereignisse Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg eintreten. Anhand der spielerischen Leistungen lassen sich die Eintrittswahrscheinlichkeiten wie folgt darstellen:

  • Heimsieg: 1-1
  • Unentschieden: 2-1
  • Auswärtssieg: 5-1

Diese Quoten können wie folgt als implizite Wahrscheinlichkeiten dargestellt werden:

  • 1-1 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 1/2 oder 50 %.
  • 2-1 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 1/3 oder 33,33 %.
  • 5-1 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 1/6 oder 16,67 %.

Addiert man alle Wahrscheinlichkeiten, ergibt sich ein „faires Buch“ von 100 %. Der Buchmacher mit dem Wunsch einen Gewinn zu erzielen, reduziert diese Quoten. Die einfachste Möglichkeit dafür ist die proportionale Verringerung der Quoten, im realen Leben sind diese Modelle „etwas“ komplizierter, funktionieren aber auf derselben Grundlage. Behalten wir das Verhältnis der Eintrittswahrscheinlichkeiten (3:2:1) im obigen Beispiel bei, lauten die Quoten des Buchmachers:

  • Heimsieg: 4-6 oder 3/5 oder 60 %
  • Unentschieden: 6-4 oder 2/5 oder 40 %
  • Auswärtssieg: 4-1 oder 1/5 oder 20 %

Durch die Addition dieser Prozentsätze ergibt sich ein „Buch“ von 120 %. Der Betrag, über 100 %, wird als „Buchmacher-Marge“ bezeichnet und stellt den erwarteten Gewinn des Buchmachers dar. In einer idealen Situation, wenn der Buchmacher Wetten in Höhe von 120 Euro zu seinen Quoten im richtigen Verhältnis akzeptiert, muss er nur 100 Euro auszahlen – unabhängig davon, welche Mannschaft gewonnen hat.

In Zahlen bedeutet das:

  • 60 Euro Einsatz, bei 4-6 ergibt (exakt) 100 Euro für einen Heimsieg
  • 40 Euro Einsatz, bei 6-4 ergibt 100 Euro für ein Unentschieden
  • 20 Euro Einsatz, bei 4-1 ergibt 100 Euro für einen Auswärtssieg

Insgesamt erhält der Buchmacher Einzahlungen in Höhe von 120 Euro, muss allerdings, da nur ein einziges Ereignis eintreten kann, nur 100 Euro wieder auszahlen. Die verbleibenden 20 Euro gehören ihm und entsprechen einem Gewinn in Höhe von 20 / 120 = 1 / 6 = 16,67 %. Der Spieler, der erfolgreich auf einen Auswärtssieg gewettet hat, kann sich sogar über einen Gewinn in Höhe von 100 / 20 = 5 / 1 = 500 % freuen, die anderen Spieler gehen jedoch leer aus …

Es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Im obigen Fußballspiel gehen 20 Prozent der Spieler (nicht die auf dem Platz, sondern die Kunden des Buchmachers) mit einem Haufen Geld nach Hause. Alle anderen verlieren ihren Einsatz. Grundsätzlich gilt: je unwahrscheinlicher ein Ereignis, desto höher die Quoten. Weil die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering ist, ist das Risiko, seinen Einsatz zu verlieren, sehr hoch, andererseits locken hohe Gewinne.

Für den Fall, dass kein Spieler auf dieses Ereignis wettet, verliert der Buchmacher im schlimmsten Fall seine Buchmachermarge. Damit es nicht soweit kommt, bietet er entsprechend gute Quoten, um die Spieler zu locken. Nichts ist für einen Buchmacher schlechter, als ein Ereignis, auf das niemand wettet.

Wer den Buchmacher schlagen will, muss dieses – äußerst unwahrscheinliche – Ereignis erkennen und besser einschätzen können als der Buchmacher. Dass der Vatikan die nächste Fußballweltmeisterschaft gewinnt, ist unwahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich. Wer das erkennt, kann mit einem kleinen Einsatz bei den richtigen Quoten einen Millionengewinn erzielen – oder – was wahrscheinlicher ist -, seinen Einsatz verlieren. Es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit.