Sonderwege in der Logistik – spezielle Optionen für Unternehmer

Epoch Times29. Oktober 2018 Aktualisiert: 29. Oktober 2018 16:51
Der Warenversand hat sich im vergangenen Jahrzehnt massiv beschleunigt. Für Unternehmen heißt das, dass sie in vielen Bereichen automatisch mit Kunden agieren, die die kürzesten Lieferzeiten erwarten.

Der Warenversand hat sich im vergangenen Jahrzehnt massiv beschleunigt. Für Unternehmen heißt das, dass sie in vielen Bereichen automatisch mit Kunden agieren, die die kürzesten Lieferzeiten erwarten. Immerhin sind sie dies von anderen Geschäftsbeziehungen gewöhnt und sollte es sich bei einem Produkt nicht um eine spezielle Ware handeln, nimmt kaum ein Verbraucher Lieferzeiten von mehr als zwei Tagen hin. Und genau das stellt Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen. Auf der einen Seite müssen sie ihre Lagerkosten reduzieren und können sich nicht Unmengen an Stückzahlen in die Regale legen, auf der anderen Seite muss alles lieferbar sein. Nicht zuletzt wird ein zuverlässiger Transporteur benötigt, da die wenigsten kleinen und mittelständischen Betriebe sich ein eigenes Logistikunternehmen leisten können. Aber gibt es keine Lösungen? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Online-Händler können Marktplatz-Services nutzen

Glücklicherweise gibt es für Unternehmen Lösungen, die zwar nicht ausschließlich Vorteile bieten, sich aber auf Dauer durchaus rechnen könnten. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei den Lösungen oft um die Einbindung eines Zwischenhändlers, der den kompletten Versand übernimmt. So kann dieses Prinzip aussehen:

  • Unternehmen – das Unternehmen schließt mit dem Serviceanbieter einen Vertrag und mietet bei diesem einen gewissen Lagerplatz. Nun wird ein Grundstock an Waren dort gelagert. Wahlweise werden Bestellungen an den Anbieter weitergeleitet, oder aber, das Unternehmen nutzt dessen Bestellsystem. Das kann bei Amazon FBA der Fall sein.

  • Serviceanbieter – geht eine Bestellung ein, bearbeitet er sie und versendet die Ware direkt vom gemieteten Lagerplatz aus. Seine weitere Aufgabe ist, die Stückzahlen im Auge zu behalten und das Unternehmen rechtzeitig darauf hinzuweisen, dass neue Ware nötig ist.

Der Vorteil an dieser Option ist, dass Unternehmen selbst wesentlich weniger Arbeit mit ihrem Warenversand und dem gesamten Versandprozess haben. Die eigene Lagerhaltung kann deutlich verringert werden, da die laufenden Artikel ausgelagert werden. Das heimische Lager dient mehr oder weniger nur noch als Zwischenlager zwischen Produktion und Versand zum Serviceanbieter. Allerdings hat das System auch Nachteile:

  • Kosten – Unternehmen müssen für den Service natürlich bezahlen. Hier können die Verträge unterschiedlich ausfallen. Sicher ist, dass der Lagerplatz Mietkosten verursacht und der Warenversand natürlich auch berechnet wird.

  • Bindung – mindestens besteht eine Bindung aufgrund des Vertrags. Wer auch die Plattform des Anbieters zur Bestellabwicklung nutzt, ist natürlich erst einmal daran gebunden und hat es schwer, einen anderen Weg einzuschlagen. Beispiel: Wenn Kunden es gewohnt sind, bei Unternehmen X immer über den Amazon Marketplace einzukaufen, werden viele von ihnen sich weigern, fortan im Onlineshop des Unternehmens zu bestellen.

Externer Versand für kleine Verlage

Für Verlage, aber auch für Unternehmen, die kleinere Mengen außer Haus produzieren lassen, gibt es die Option, direkt über den Produzenten zu versenden. Der Verlag schickt praktisch nur die Druckdatei an die Druckerei und schließt mit dieser einen Vertrag ab, dass Bestellungen direkt von dort bearbeitet und an den Besteller versandt werden. Nicht selten ist dieses Angebot mit einem druckereieigenen Onlineshop gepaart. Die Vorteile:

  • Keine Lagerhaltung – Verlage brauchen keine Auflagen drucken lassen, sondern es werden nur noch die Bücher gedruckt, die auch bestellt wurden. Lagerhaltung oder Restbestände fallen nicht an. Unternehmen können diese Variante natürlich ebenso nutzen, sofern Produzenten den Service für sie anbieten.

  • Externe Logistik – die Logistik liegt nicht mehr in den Händen des Verlags oder des Unternehmens, sondern beim Produzenten.

Freilich hat diese Möglichkeit Nachteile:

  • Kontrolle – es gibt keine wirkliche Kontrolle. Der Verlag oder das Unternehmen kann die Ware nicht prüfen, bevor sie zum Kunden geht. Da meist nur kleine Mengen hergestellt werden, wieder neue Bestellungen abgewartet werden und dann erneut produziert wird, kann sich die Qualität ändern.

  • Kosten – für diese Option fallen höhere Herstellungskosten an, da nur kleine Stückzahlen produziert werden. Das kann sich negativ auf den Endpreis des Produkts auswirken.

  • Versand – Verlage und Unternehmen haben keine Kontrolle über den Versand. Sie müssen darauf vertrauen, dass die Ware schnellstmöglich versendet wird.

Outsourcing von Logistik oder Teilen

Was im Kleinen funktioniert, funktioniert natürlich auch im Großen. Das komplette Outsourcing der Lagerhaltung ist durchaus ein üblicher Weg für Unternehmen. Grundsätzlich gilt hier, dass bei der Anbieterauswahl aufgepasst werden muss, da schließlich die Kontrolle über das eigene Warenlager nicht mehr in den Händen des Betriebs liegt. Wer als Unternehmen eher Probleme hat, Waren deutschlandweit zügig zu verschicken, da alles über ein Zentrallager geregelt ist, kann freilich Teile auslagern und von diesen Kleinlagern aus extern verschicken.

Und zuletzt gibt es eine Möglichkeit, die Lager- und Logistikkosten zu reduzieren. Durch das Behälterleasing:

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    Leasen statt kaufen – viele Unternehmen benötigen spezielle Behälter, um Waren zu transportieren oder zu liefern. Statt diese nun zu kaufen, werden sie bei einem Unternehmen geleast.

  • Standorte – die Standorte dieser Behälter können deutschlandweit sein, sodass der letztendliche Versand schneller geht.

  • Kurzfristige Verträge – das Leasen kann sehr kurzfristig und auch über einen sehr begrenzten Zeitraum geschehen. Dadurch fallen natürlich geringere Kosten an.

  • Einlagerung – um das eigene Lager zu verkleinern, können die Behälter auch genutzt werden, um Warenmengen in einem Lager des Leasinggebers einzulagern. Das Einlagern kostet zwar Mietplatz, erlaubt jedoch, Großmengen zu bestellen und somit niedrigere Herstellungskosten zu erzielen.

Weitere Möglichkeiten

Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen hingehen und prüfen, ob der ganze Herstellungs-Einlagerungs-Versandprozess verbessert werden kann. Mit guten Computersystemen, beispielsweise einem ERP-System, lassen sich Marktbewegungen so vorausahnen, dass Waren zeitgerecht und zielgenau hergestellt und in strategische Lager verbracht werden können.

Fazit – mehrere Wege führen zur perfekten Logistik

Unternehmen müssen sich ständig wandeln und auch immer wieder neue Wege beschreiten. Das betrifft insbesondere die Logistik und ihre Unterbereiche. Wer hier nicht auf neue und bessere Lösungen setzt, hat es auf dem Markt schwer. Freilich führt nicht nur ein Weg nach Rom, sodass Betriebe durchaus hingehen und mehrere Konzepte miteinander vereinen können. Mietbehälter sind stets dann sinnvoll, wenn Ware outgesourct oder zwischengelagert werden soll. Welche Option für ein Unternehmen am besten ist, muss jeweils eruiert werden.

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